Abo · Inserate · Wetter: Interlaken 18°recht sonnig

Wissen

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

«Ein natürliches Virus kann viel gefährlicher sein als das aus dem Labor»

Interview: Fabienne Klenger. Aktualisiert am 02.12.2011 9 Kommentare

Ein im Labor gezüchtetes Virus schürt Ängste: Könnten Bioterroristen darauf eine Massenvernichtungswaffe basteln? Epidemiologe Arthur Reingold über die Gefahr einer neuen Pandemie.

«Andere Ausrüstung als 1918»: Eine Pflegende schützt sich gegen Ansteckung.

«Andere Ausrüstung als 1918»: Eine Pflegende schützt sich gegen Ansteckung.
Bild: AFP

Links

Artikel zum Thema

Der renommierte Epidemiologe Arthur Reingold forscht an der University of California in Berkeley zu Grippe, Impfung und Krankheitsüberwachung.

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Mr. Reingold, finden Sie die Berichte über das neue Virus beängstigend?
Nein, das Virus macht mir keine Angst. Ich glaube, es ist äusserst unwahrscheinlich, dass ein solches Virus auf irgendeinem Weg eine Pandemie auslösen könnte.

Also ist Angst vor dem gezüchteten Virus unnötig?
Die Gefahr, die von einem natürlich vorkommenden Grippe-Virus ausgeht, ist weitaus höher, als die von dem Virenstamm aus dem Labor.

Sollten die Ergebnisse von Fouchier also publiziert werden?
Ich tendiere zur Haltung, dass sie nicht publiziert werden sollten, trotzdem betrachte ich ein Verbot mit gemischten Gefühlen.

Hätte man je mit der Forschung beginnen sollen?
Ich anerkenne den Wert der Studie, wissenschaftlich sind solche Erkenntnisse wertvoll. Allerdings kann ich auch die Bedenken verstehen, welche diese Erkenntnisse hervorriefen. Wahrscheinlich war es aber richtig, dass die Studie durchgeführt wurde.

Sind wir nach den Erfahrungen von 2009, als die Schweinegrippe ausbrach, vorbereitet auf eine Grippe-Pandemie?
Nein. Der H1N1-Ausbruch und andere Erkenntnisse zur Grippe zeigen, dass bei einem Virus mit pandemischem Potenzial, unsere Mittel unzureichend sind. Trotzdem ist die Angst vor einer Pandemie ein Hype. Die Medizin heutzutage sieht anders aus als zu Zeiten der spanischen Grippe 1918. Wir haben Antibiotika, Virostatika, moderne Spitalausrüstung und so weiter. Eine Mortalitätsrate wie 1918 wird es deshalb wegen einer Grippe nicht mehr geben.

Gewinn grösser als Risiko

Änlich wie Arthur Reingold begrüssen viele Wissenschaftler die Forschung von Fouchier. Christian Griot vom Schweizer Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe sagt gegenüber der NZZ, er sei der Meinung, der Erkenntnisgewinn aus den Daten sei weitaus grösser als das eventuelle Risiko. Man wisse immer noch wenig über das Vogelgrippevirus, und die Arbeit dieser anerkannten Forscher habe sicher Hand und Fuss. Die Virologin Alexandra Trkola von der Uni Zürich sagt hingegen gegenüber der NZZ, die Angst sei berechtigt. Sobald man die Mutationen kenne, könne man die Viren im Labor leicht nachbauen.

Viele Forscher sprechen sich für eine Veröffentlichung der Daten aus, allerdings auch mit Einschränkungen. Rolf Kaiser, Virologe am Uni-Klinikum in Köln, beispielsweise empfiehlt, einen genetischen Bauplan des Virus geheim zu halten. «Dieser wäre eine Gefahr für den Bioterrorismus», sagt Kaiser in «D-Radio Wissen». (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.12.2011, 22:28 Uhr

9

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

9 Kommentare

Mike Keller

02.12.2011, 12:08 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Vor allem sollte man es der Novartis oder Roche nicht in die Hände spielen. Sonst haben wir wieder eine neue Grippe im Umlauf und unsere Pharma-Multis machen wieder mit Angst Kasse. Das ist vielleicht sogar noch naheliegender als der Bio-Terrorismus aus irgendwelchen fernen Ländern. Antworten


Marc Huber

02.12.2011, 12:12 Uhr
Melden 6 Empfehlung

A propos Viren und Grippe: Grippe-Impfungen werden an Beagel-Hunden getestet, die alleine, isoliert gehalten werden. Für schlimme Krankheiten mag das gerechtfertigt sein. Aber sind ein paar Tage pro Jahr weniger Krank das Tierleid wert? Antworten



Populär auf Facebook – Privatsphäre

Umfrage

Was machen Sie über Pfingsten?






FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!