NZZ-Gruppe rutscht in die roten Zahlen

Das ZĂĽrcher Medienunternehmen schreibt erstmals seit 2002 wieder einen Verlust. Die Regionalzeitungen schnitten besser ab als das Stammhaus.

Die NZZ-Mediengruppe ist im vergangenen Jahr in die roten Zahlen abgerutscht. Der Verlust betrug 3,1 Millionen Franken, verglichen mit einem Gewinn von 22,2 Millionen Franken im Vorjahr. Die Aktionäre sollen auf eine Dividende verzichten.

Neben den rezessionsbedingten Einbussen bei den Werbeeinnahmen drĂĽckten Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen bei Beteiligungen auf das Konzernergebnis. Das Betriebsergebnis (EBIT) blieb mit 3,7 Millionen Franken leicht positiv, lag aber um 86,2 Prozent unter dem Resultat von 2008. Der Umsatz sank um 8,1 Prozent auf 494,6 Millionen Franken.

46,7 Millionen weniger Inserateeinnahmen

Die Einbussen beim Anzeigenverkauf werden auf 46,7 Millionen Franken beziffert. Davon entfielen 34,6 Millionen Franken auf den Bereich mit der «Neuen Zürcher Zeitung», «NZZ am Sonntag» und NZZ Online. Bei der FPH Freie Presse Holding mit den Mehrheitsbeteiligungen an der «Neuen Luzerner Zeitung» und dem «St. Galler Tagblatt» blieb der Inseraterückgang mit 12,1 Millionen Franken bescheidener.

Der den Aktionären der AG für die NZZ zurechenbare Reinverlust betrug 5,6 Millionen Franken, nach 17,2 Millionen Franken Gewinn im Vorjahr. Dass die Regionalzeitungen besser abschnitten als das Stammhaus wird auch aus dem gleichzeitig veröffentlichten Ergebnis der Luzerner LZ Medien Holding deutlich. Sie wies einen Konzerngewinn von 8,3 Millionen aus oder 6,1 Millionen Franken mehr als 2008.

Änderungen im Verwaltungsrat

Der Personalbestand der NZZ-Gruppe sank trotz Akquisitionen um 5,2 Prozent auf 1702 Vollzeitstellen. Der betriebliche Gesamtaufwand sank um vier Prozent. Änderungen stehen an der Generalversammlung vom kommenden 17. April im NZZ-Verwaltungsrat an. Neu ins Aufsichtsgremium einziehen sollen gemäss dem Antrag des Verwaltungsrats der ehemalige Swisscom-Chef Jens Alder, die Unternehmerin Carolina Müller-Möhl sowie der Internetspezialist Joachim Schoss. Zurücktreten werden Susanne Bernasconi-Aeppli und Ph. Olivier Burger. (vin/ddp)

Erstellt: 13.03.2010, 09:02 Uhr


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