Keine Lust auf Luxus im Krisenjahr
Im Jahr 2009 nicht sehr gefragt: Kette von Cartier. (Bild: Keystone )
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Ging der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr (per Ende März) um vier Prozent auf 5,176 Milliarden Euro zurück, lag er im April wieder um fast ein Viertel höher. Bereits das Vorweihnachts-Geschäft sei gut ausgefallen und der Umsatzrückgang des Gesamtjahres vor allem auf die erste Hälfte zurückzuführen, teilte der Anbieter von IWC-Uhren, Cartier-Schmuck und Montblanc-Füllfedern mit.
So seien die Verkäufe im ersten Semester wertmässig um 15 Prozent eingebrochen, in der zweiten Jahreshälfte lagen sie dann aber wieder um 7 Prozent höher. Vor allem im asiatischen-pazifischen Markt sei die Nachfrage besser gewesen als erwartet. Die Umsätze legten dort sogar um 17 Prozent zu.
Richemont (CFR 55.4 -1.51%) führt dieses Plus unter anderem auch auf spezielle Verkaufsschulungen des Personals in China zurück. In Europa gingen die Umsätze hingegen um 11 Prozent zurück, in Japan um 17 Prozent und in Amerika lagen sie sogar um ein Fünftel tiefer.
Weniger Gewinn als erwartet
Unter dem Strich blieb dem Konzern ein Reingewinn von 603 Millionen Euro - 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Betriebsgewinn (Ebit) betrug 830 Millionen Euro (-14 Prozent). Die Gewinnzahlen liegen damit unter den Schätzungen von Analysten, doch der Umsatz ist besser ausgefallen als erwartet.
An der Börse notierte Richemont zum Handelsauftakt deutlich schwächer: Der Kurs ging in der ersten Handelsstunde um über 3 Prozent zurück, eine Aktie kostete gegen 9.30 Uhr noch 37.43 Franken.
Die Aktionäre sollen eine um 17 Prozent höhere Dividende von 35 Rappen erhalten. Das Unternehmen habe die Wirtschafts-Krise soweit überstanden, habe schnell auf die neue Marktsituation reagiert und sei in einer starken finanziellen Position, hiess es zum Ausblick.
Volatilität bleibt
Es sei aber nach wie vor schwierig abzuschätzen, wie sich das wirtschaftliche Umfeld und die Nachfrage nach Luxusgüter entwickeln wird. «Wir rechnen damit, dass die Volatilität in der Luxusgüterbranche hoch bleiben wird», erklärte der stellvertretende Konzernchef Richard Lepeu an einer Telefonkonferenz.
Zudem gab das Unternehmen bekannt, in den nächsten zwei Jahren bis zu 10 Millionen eigene Aktien zurückzukaufen. Dies entspricht 1,7 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals und 1 Prozent der Stimmrechte. Die Titel werden für den konzerneigenen Optionsplan verwendet und würden daher nach dem Rückkauf nicht vernichtet. (bru/sda)
Erstellt: 27.05.2010, 08:29 Uhr
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