Dreifacher Gewinn trotz Katastrophenjahr
Aktualisiert am 23.02.2012 10 Kommentare
Der Rückversicherer wächst über sich hinaus: Swiss-Re-Tower in der City of London. (Bild: AFP )
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Ausgerechnet im Katastrophenjahr 2011 hat die Swiss Re (SREN 54.8 0.55%) eine Verdreifachung des Gewinns aus dem Hut gezaubert. Trotz Erdbeben in Neuseeland und Japan und trotz Fluten in Australien und Thailand verdiente der Rückversicherer 2,63 Milliarden Dollar.
Möglich wurde dies, weil der Rückversicherer für Schadenfälle nicht mehr benötigte Reserven in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar auflöste. Auch eine vergleichsweise tiefe Steuerquote trug zur deutlichen Anhebung des Gewinns bei.
Allerdings hatte im Vorjahr die Rückzahlung einer in Notzeiten aufgenommenen Anleihe dazu geführt, dass die Swiss Re statt etwa 2,3 Milliarden Dollar nur 863 Millionen Dollar verdiente. Der Rückversicherer musste 2009 den US-Investoren Warren Buffett um Geld anpumpen, weil Milliardenabschreiber das Eigenkapital dezimiert hatten.
In der Zwischenzeit gelang es dem bis vor kurzem amtierenden Stefan Lippe, als Konzernchef das Unternehmen wieder flott zu machen und neu zu strukturieren. Lippes Nachfolger seit Anfang Monat, Michel Liès, konnte am Donnerstag dennoch kein gänzlich ungetrübtes Ergebnis vorlegen, vor allem nicht im Kerngeschäft.
Getrübte Schadenbilanz
Naturkatastrophen kosteten im vergangenen Jahr den Konzern etwa 3,5 Milliarden Dollar. Im Sachgeschäft musste die Swiss Re mehr für Schadenleistungen und administrative Kosten aufwenden, als sie an Prämien verbuchten konnte. Die Combined Ratio lag bei 101,5 Prozent, nach 93,9 Prozent im auch nicht schadenarmen 2010.
Der operative Gewinn der Sparte Haftpflicht und Schaden fiel um fast die Hälfte auf 1,3 Milliarden Dollar, auch, weil die Anlagen weniger Gewinn abwarfen. In der Sparte Lebens- und Krankenversicherungen fiel der operative Gewinn um 43 Prozent auf 464 Millionen Dollar. Finanzchef George Quinn nannte dies «eher schwach».
Zum Teil habe die Swiss Re in diesem Geschäftsfeld «einfach Pech» gehabt, sagte Quinn. Er verwies aber auch auf die schwierige Lage der Finanzmärkte als Grund. Zudem habe die Umstellung auf eine neue Konzernstruktur - diese besteht nun aus Rückversicherung, Unternehmenskunden und Admin Re - Kosten verursacht.
Investoren freuen sich
Die verdienten Prämien betrugen 21,3 Milliarden Dollar und liegen 8 Prozent höher als im Vorjahr. Im Januar, wenn die Rückversicherer traditionell einen Teil ihrer Verträge erneuern, konnte Swiss Re die Prämien um ein Fünftel steigern. Die Konzernführung glaubt, dass diese Tendenz sich bei späteren Erneuerungsrunden fortsetzt.
Liès und Quinn sind sich auch sicher, dass die Struktur des Konzerns und die Qualität des Geschäfts mit dem Risikoschutz solide ist. Der hohe Jahresgewinn 2011 kommt aber auch den Aktionären zugute. Sie erhalten statt 2,75 Fr. wie im Vorjahr nun 3 Fr. Dividende pro Aktie.
Die Märkte quittierten dies und die guten Zahlen mit Aktienkäufen. Der Titel der Swiss Re lag am Nachmittag bei 54,95 Fr. um 3,7 Prozent im Plus. Die Analysten, die das Ergebnis unter die Lupe genommen hatten, fanden für die Swiss-Re-Zahlen fast nur lobende Worte und beschränkten ihre Kritik auf Detailaspekte.
Sonderdividende möglich
Sollte Swiss Re finanziell solide bleiben, könnten die Aktionäre schon 2012 eine Sonderdividende erhalten. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn nicht neue Katastrophen die Schadenbilanz verhageln. (ami/sda)
Erstellt: 23.02.2012, 10:07 Uhr
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10 Kommentare
Als einfacher Mann von der Strasse würde ich diese Zahlen dahin interpretieren, dass offenbar Swiss-Re so schlaue Veträge abschliesst, dass sie nie bezahlen muss und dass die Notleidenen auf ihrem Elend sitzen bleiben. Aber es geht ja nicht um die Versicherten, sondern darum, dass die Manager der Firma einen möglichst hohen Bonus einstreichen können. Antworten
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