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Alberto Contador als Dopingsünder bestraft

Aktualisiert am 06.02.2012 12 Kommentare

Der spanische Radprofi wurde vom CAS wegen Dopingvergehens mit einer zweijährigen Sperre bestraft. Auch sein Triumph an der Tour de France 2010 wurde aberkannt.

1/7 Vor dem Internationalen Sportgerichtshof: Der spanische Radprofi Alberto Contador. (23.11.2011)
Bild: Keystone

   

Chronologie Fall Contador

21. Juli 2010: Alberto Contador unterzieht sich am zweiten Ruhetag der Tour de France in Pau zwei Dopingkontrollen.

25. Juli 2010: Der Spanier lässt sich auf den Champs-Elysées in Paris zum dritten Mal als Gesamtsieger der Tour de France feiern.

24. August 2010: Contador wird von der UCI darüber informiert, dass er positiv auf auf Clenbuterol getestet wurde.

30. September 2010: Die UCI macht den Fall während den Strassen-Weltmeisterschaften in Geelong (Au) publik und verhängt eine vorläufige Suspension.

1. Oktober 2010: Die französische Fachzeitung «L'Equipe» berichtet, neben Clenbuterol seien im Urin des Spaniers auch Plastikrückstände nachgewiesen worden, was auf eine Blut-Eigentransfusion schliessen lasse. Diese Version wird zwölf Tage später von einem anerkannten Experten in Abrede gestellt, weil die geringe Menge Plastikanteile einen solchen Rückschluss nicht zulasse.

8. November 2010: Die UCI fordert den spanischen Radsportverband zur Einleitung eines Disziplinarverfahrens auf.

26. Januar 2011: Der spanische Verband informiert Contador über den Vorschlag einer einjährigen Sperre, womit dem Madrilenen der dritte Tour-Triumph aberkannt würde.

28. Januar 2011: Contador gibt bekannt, dass er gegen eine solche Sperre Einsprache einlegen würde, weil er unschuldig sei.

7. Februar 2011: Contador beruht sich auf Paragraphen des Codes der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) und versteift sich darauf, ein Sportler könne nicht sanktioniert werden, wenn eine Dopingsubstanz ohne sein Wissen in seinen Körper gelangt sei.

10. Februar 2011: Der spanische Staatspräsident José Luis Rodríguez Zapatero leistet Schützenhilfe und erklärt, es gebe keinen juristischen Grund, Contador zu bestrafen.

15. Februar 2011: Die Disziplinarkommission des spanischen Radsportverbandes spricht Contador vom Dopingvorwurf frei.

24. März 2011: Die UCI legt beim Internationalen Sportgericht (CAS) in Lausanne Einspruch gegen den Freispruch ein.

6. Februar 2012: Der CAS verhängt gegen Contador eine Sperre von zwei Jahren.

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Korrektur-Hinweis

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Contador verliert nicht nur den Sieg der Frankreich-Rundfahrt 2010. Der Spanier wurde vom Sportgerichtshof in Lausanne wegen Clenbuterol-Dopings nachträglich für zwei Jahre gesperrt. Alle Resultate von Contador seit der Tour 2010 wurden gestrichen. Er ist ab dem 6. August 2012 wieder startberechtigt. Der Erfolg in der Tour de France vor zwei Jahren geht damit an den damaligen Zweiten Andy Schleck (Lux). Contador verliert auch den Giro-Gesamtsieg 2011. Jener Erfolg geht nun an Michele Scarponi (It).

Contador war am zweiten Ruhetag der Tour de France 2010 positiv getestet worden. Der Befund ergab eine geringfügige Menge von Clenbuterol, die Contador auf den Verzehr von kontaminiertem Fleisch zurückführte. Nach dem Freispruch durch die Disziplinarkommission des spanischen Radsportverbandes verlangten sowohl der internationale Radsport-Verband (UCI) wie auch die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) eine Beurteilung durch das Internationale Sportgericht in Lausanne. Weil Contadors Anwälte ein 600 Seiten starkes Werk zur Verteidigung ihres Mandanten zusammentrugen, zog sich das Verfahren in Lausanne über Wochen und Monate hin. Die Verteidiger des Spaniers können gegen das Urteil innert 30 Tagen vor einem Schweizer Zivilgericht rekurrieren.

Schiedsgericht liess sich nicht beirren

Bei ihrem Rekurs gegen den Freispruch durch die Disziplinarkommission des spanischen Radsportverbandes hatten der internationale Radsport-Verband (UCI) wie auch die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) darauf verwiesen, das im Körper von Contador nachgewiesene Clenbuterol sei eher auf eine Bluttransfusion oder den Genuss eines Nahrungsergänzungsmittels zurückzuführen. Das Schiedsgericht schloss sich der Auffassung an, es sei sehr unwahrscheinlich, dass kontaminiertes Fleisch zum positiven Dopingbefund geführt habe. In Spanien seien keine Fälle bekannt geworden, denen zufolge bei der Tierhaltung Produkte mit Clenbuterol verwendet würden. Im Weiteren gebe es auch keine Fälle von anderen Sportlern, die nach dem Verzehr von Fleisch in Spanien positiv getestet wurden.

Das Schiedsgericht erachtet sowohl die Bluttransfusion als auch den Verzehr von verseuchtem Fleisch zwar für möglich, aber unwahrscheinlich. Nach Ansicht der drei Richter war das Clenbuterol in Contadors Körper auf die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels zurückzuführen.

UCI spürt keine Befriedigung

Die UCI erklärte, dass sie zwar froh über das Ende dieser lang anhaltenden Affäre sei. Diese sei aber sehr schmerzhaft für den Radsport gewesen. Sie spüre deshalb keine Befriedigung. Verbandspräsident Pat McQuaid sprach von einem «traurigen Tag für unseren Sport. Einige mögen dies als Sieg werten, aber das ist nicht der Fall. Wenn es um Doping geht, gibt es keine Gewinner.»

Der Fall ist ohnehin noch nicht ganz abgeschlossen. Das Sporttribunal muss sich noch mit der Forderung der UCI auseinandersetzen, gegen Contador eine Busse in der Höhe von mindestens 2,45 Millionen Euro zu verhängen. (fal/si)

Erstellt: 06.02.2012, 12:21 Uhr

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12 Kommentare

Peter Schuppli

06.02.2012, 15:00 Uhr
Melden 15 Empfehlung

Die ist für den kaum mehr haltbaren 'fair play' Anspruch im Sport ein ungemein wichtiger und mutiger Entscheid, nachdem zu befürchten gewesen war, dass man nach so langer Zeit des Abwägens den Weg des geringeren Widerstandes gehen würde. In Spanien gäb's noch einiges mehr auszumisten, allen voran im Fussball, wo man mit seriöseren Kontrollen ein heilige Kuh in Frage stellen würde. Antworten


Armand Jaminet

06.02.2012, 15:16 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Richtige Entscheidung, denn der Radsport ist arg durch alle diese Dopingaffairen genug gebeutelt. Glaube nicht, dass Andy Schleck sich so richtig über seinen nachträglichen Sieg in der TDF freuen wird. Antworten



Programm & Resultate

Super League
EndeLausanne - Grasshoppers2:1
EndeSion - Luzern1:3
EndeBasel - Young Boys1:2
EndeThun - FC Zürich2:4
Stand: 23.05.2012 22:07
Brussels Ladies Open
23.05EndeRadwanska - Tsurenko6:1 6:0
Internationaux de Strasbourg
23.05EndeLucic - Schiavone1:6 2:6
Open de Nice Côte d’Azur
23.05EndeIsner - Malisse7:6 7:6
23.05EndeKukushkin - Tomic3:6 6:2 7:5
Roland Garros, Qualification WTA
23.05EndeChan - Sadikovic7:6 6:4
Stand: 23.05.2012 20:32
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Brussels Ladies Open
24.0515:30Radwanska - Uytvanck
Internationaux de Strasbourg
24.0513:00Larsson - Schiavone
Open de Nice Côte d’Azur
24.0514:45Isner - Davydenko
Power Horse World Team Cup, Red Group
24.0514:30Berdych - Berlocq
24.0516:00Roddick - Soeda
Stand: 23.05.2012 19:55
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