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«Niemand kann uns vorwerfen, dass wir faul sind»

Interview: Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 26.01.2012

Bob Hartley (51, Ka) trainiert seit Saisonbeginn die ZSC Lions. Im Interview mit Bernerzeitung.ch/Newsnet äussert sich der Stanley-Cup-Sieger zu Juraj Kolnik, zur Liga und zu seinem Job in Oerlikon.

1/14 Bob Hartley (August 2011 bis ?)
Das ist der neue starke Mann an der Bande der Lions: Bob Hartley. Der Headcoach soll aus dem ZSC wieder ein Meisterteam formen. Der...
Bild: Keystone

   

Meisterschaft NLA

Tabelle:

1. Zug 42 21 7 7 7 148 : 113 84*
2. Fribourg 42 23 5 3 11 138 : 102 82*
3. Davos 42 22 6 3 11 126 : 101 81*
4. Bern 42 21 3 6 12 129 : 113 75
5. Kloten Flyers 42 22 1 6 13 130 : 96 74
6. Lugano 42 16 5 5 16 130 : 132 63
7. ZSC Lions 42 15 7 3 17 116 : 115 62
8. Biel 42 15 4 3 20 97 : 107 56
--------------------------------
9. Genève-Servette 42 13 5 7 17 101 : 108 56
10. Ambri-Piotta 42 9 6 6 21 91 : 126 45
11. SCL Tigers 42 10 4 3 25 103 : 145 41
12. Rapperswil-Jona Lakers 42 11 1 2 28 88 : 139 37

'*= im Playoff

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Korrektur-Hinweis

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Sind Sie erleichtert nach dem 5:2-Sieg im Strichkampf-Duell gegen Biel?
Es war in der Tat ein wichtiges Spiel und ein wichtiger Sieg. Aber solche Duelle tragen wir schon seit Monaten aus. Wir wussten, dass es nun in der Meisterschaft hart auf hart gehen würde. Servette kommt immer besser in Fahrt, Biel ist nach wie vor ein starkes Kollektiv, selbst die Tigers oder die Lakers haben sich noch nicht aufgegeben. Im Angesicht dieser ausgeglichenen Liga ist es nur logisch, dass viele sogenannte Sechs-Punkte-Spiele anstehen. Es gibt keine einfachen drei Punkte zu gewinnen. Doch so langsam gewöhnen wir uns daran, bedeutende Partien auszutragen. Mit anderen Worten: Die Playoffs haben für uns schon begonnen. Und für diese wollen wir uns auch qualifizieren.

Was mir in Biel besonders gefallen hat: Obwohl Leistungsträger nicht dabei waren, zeigten wir eine geschlossene Mannschaftsleistung. Jede Linie hat ein Tor geschossen, jeder hat dazu beigetragen, dass wir mit einem Sieg nach Hause fuhren.

Sie müssen auch glücklich darüber sein, dass Ihre Mannschaft im Powerplay endlich wieder einmal ein Tor erzielen konnte.( Anm. d. Red.: Der ZSC hat mit Abstand das schwächste Powerplay der Liga).
Ja, und erst noch das Game Winning Goal zum 3:2. Ich bin vor allem für die Spieler froh. Obwohl wir das Überzahlspiel regelmässig üben, klappt es im Match oft nicht, weil wir den Puck einfach nicht ins gegnerische Tor bringen. Man kann gute Ansätze im Powerplay zeigen, aber wenn es keine Treffer gibt, so ist das Resultat natürlich unbefriedigend und frustrierend für alle.

Bei den Lions klafft generell zwischen Aufwand und Ertrag in Sachen Offensive eine grosse Lücke. Ist dieses Missverhältnis auf das mangelnde Selbstvertrauen zurückzuführen?
Ja, das nagt am Selbstvertrauen. Dieses wächst erst wieder, wenn das rote Licht der Torlampe hinter dem gegnerischen Goalie aufleuchtet. Gestern Abend erhellten sich die Gesichter meiner Spieler nach dem Powerplaytreffer sichtlich, aber auch nach den anderen Toren.

Juraj Kolnik hat gestern Abend sein Comeback in der NLA gegeben. Was passiert nun mit ihm? Beendet er die Saison auch mit dem ZSC? (Kolnik beansprucht die siebente Ausländerlizenz der Lions).
Das steht noch nicht fest. Das müssen Sie mit Sportchef Edgar Salis und dem Agenten von Juraj abklären. Ich kenne die Details von Verträgen nicht, das ist nicht mein Business. Klar ist, dass er ein guter Stürmer ist. Aber er hat zwei schwierige Saisons in Russland mit langen Verletzungsperioden hinter sich. Ihm fehlt noch die Spielpraxis. Der Trainingseifer, den er bei uns zeigt, ist gross. Er macht mir charakterlich einen sehr guten Eindruck. Man sieht ihm an, dass es ihm Freude bereitet, bei uns seinen Job auszuüben. Er gehört zu jenen Typen, die wir gerne sehen und auch bei uns haben wollen. Was das Engagement von ihm betrifft, so spielen auch andere Faktoren eine Rolle, nicht nur meine Ansicht und meine Meinung.

Ausgerechnet in dieser wichtigen Saisonphase steht Ihnen Verteidiger Severin Blindenbacher wegen einer Knieverletzung für längere Zeit nicht zur Verfügung. Ein grosses Handicap für Ihre Mannschaft? (Überdies zog sich Verteidiger Luca Camperchioli in Biel eine Hirnerschütterung zu.)
Severin hinterlässt bei uns eine grosse Lücke, zweifellos. Unglücklicherweise gehören eben Verletzungen nun mal zum Sport. Das Positive an Blindenbachers Verletzung ist, dass andere Verteidiger die Chance haben, sich in den Vordergrund zu rücken und mehr Eiszeit zu erhalten. Ausserdem muss das ganze Team mehr leisten, um den Ausfall von Blindenbacher zu kompensieren. Aber ihn einfach so ersetzen, das kann man nicht.

Schauen Sie, dieses Team ist wie eine Familie. Das ist eine Art Kultur, die wir versuchen, hier zu kreieren. Heute hätten die Spieler eigentlich frei. Dennoch sind viele von ihnen da, um freiwillig zu trainieren. Sie lieben das Eishockey, sie lieben ihren Job, sie hören zu und arbeiten hart.

Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Mannschaft seit Ihrem Amtsantritt Fortschritte erzielt hat?
Ja, sicher. Es gibt einige Dinge, die besser geworden sind. Wir Coaches verlangen von den Spielern Intensität und die Durchführung von taktischen Vorgaben, auch im täglichen Training. Aber das Wichtigste ist: Dass man hart arbeitet. Wir haben Spieler, die das auch verinnerlicht haben. Wir sind nicht immer perfekt auf dem Eis. Aber niemand kann uns vorwerfen, wir würden nicht für unsere Ziele hart trainieren. Und niemand kann uns vorwerfen, dass wir faul sind.

Die Liga präsentiert sich ausgeglichen, Überraschungen sind an der Tagesordnung. Haben Sie das in diesem Ausmass erwartet?
Ich habe mich im Vorfeld schon über das Schweizer Eishockey erkundigt. Dennoch betrat ich Neuland, als ich den Job hier in Zürich annahm. Ich brauchte auch eine gewisse Anlaufzeit, um die Besonderheiten hier kennen zu lernen. Doch was ich bisher festgestellt habe: Diese Liga bekommt nicht die Wertschätzung, die sie eigentlich verdient. Ich bin sehr beeindruckt, von dem, was ich sehe. Ich meine damit auch die Begeisterung der Fans, die sich in den hohen Zuschauerzahlen niederschlagen. Ich sage das auch immer wieder meinen Freunden in Montreal.

Die Lions müssen immer noch um die Playoff-Qualifikation zittern. Das hat man vor dem ersten Bully so nicht erwartet. Haben Sie weiterhin Freude an Ihrem Job?
Bevor ich diesen Job annahm, hatte ich noch zwei weitere Angebote als Headcoach auf dem Tisch liegen. Es war vor rund einem Jahr die härteste Entscheidung in meiner professionellen Trainerkarriere, für welchen Klub ich mich nun entscheiden soll. Mit 50 suchte ich nochmals eine Herausforderung. Nach dem Meeting mit Walter Frey, Peter Zahner und Edgar Salis von den Lions fühlte ich mich sehr gut. Auch die Stadt gefiel mir auf Anhieb. Aber nochmals: In Sachen Eishockey betrat ich Neuland.

Ich habe mich für die Stelle in Zürich entschieden, damit ich längerfristig etwas aufbauen kann. Man findet hier eine Organisation mit einer guten Struktur. Das Team selbst verfügt über Routiniers, aber auch über Talente. Ich kann Ihnen nur sagen: Ich liebe diesen Job in Zürich seit dem ersten Tag. Ich beginne um 7 Uhr früh und gehe um 5 oder 6 Uhr abends aus dem Büro. Ich habe den Rückhalt der Verantwortlichen des Klubs. Gewiss, der Start war alles andere als ideal, das kostete uns viele Punkte. Wir müssen nun um den Playoff-Einzug kämpfen. Aber ich weiss eines: Wenn wir die Playoffs erreicht haben, dann ist alles möglich.

Haben Sie Angst als Headcoach vor einer Entlassung? Ich wurde in 22 Jahren nur zweimal gefeuert. Ich verbrachte neuneinhalb Jahre in der Organisation von Colorado, fast fünf Jahre bei Atlanta. Ich bin nicht hierhergekommen, um ängstlich zu coachen. Es gibt schon zu viele Coaches auf der Welt, die das tun. Es geht letztlich nicht um mich. Ich liebe es, mit Leuten zu arbeiten. Ich gehöre nicht zu jenen Coaches, die eine One-Man-Show abgeben. Deshalb habe ich Jacques Cloutier mitgebracht, um mir zu assistieren, mich zu unterstützen.

Ich habe Sie nach dem Wohlbefinden in Zürich gefragt, weil eine kanadische Zeitung Sie mit den Calgary Flames in Verbindung gebracht hat.
(Schmunzelnd) Gerüchte sind Gerüchte. Ich wurde in meiner Laufbahn von den Journalisten so oft gefeuert und engagiert. Damit muss ein Coach leben können. Ich kann Ihnen nur versichern: Ich bin glücklich hier, meine Frau ist es auch. Ich habe Spass an dem, was ich hier tue. Ich bin ein Teil dieser Organisation. Halt, ich sollte diesen Ausdruck gar nicht erwähnen, sondern sagen: Ich bin ein Teil dieser Familie. Wir lachen zusammen, wir leiden zusammen. Das ist ein Zeichen, dass wir alle die Bereitschaft aufbringen, sportliche Ziele zu erreichen, möglichst viele Spiele zu gewinnen.

Aber das wollen die elf anderen Mannschaften in der Liga auch. Deshalb hängt der Erfolg auch von vielen anderen Faktoren ab. Dazu gehören das Glück, die Anzahl von Verletzten, die Form der Profis und so fort. Ich habe kein Problem damit, die Wahrheit zu erkennen. Aber es passt mir, in welcher Richtung wir uns bewegen. Und wir schreiben auch gute Storys bei den Lions.

Was meinen Sie damit?
Ich denke da an die Fortschritte der jungen Spieler wie Geering, Kenins, Cunti, Schäppi oder auch Flüeler. Wir setzen viele Talente ein, das ist nicht zuletzt wegen der Aufbauarbeit von unserem Farmteam GCK möglich. Wir sind stolz auf unsere gesamte Organisation. Sportchef Simon Schenk, aber auch die Trainer Matti Alatalo und Richi Novak leisten eine hervorragende Arbeit. Wir sind ständig in Kontakt und tauschen uns aus.

Ich muss zudem an die Routiniers denken. Captain Mathias Seger, Patrik Bärtschi, Jeff Tambellini oder Domenico Pittis – sie alle sind Leader auf dem Eis, übernehmen Verantwortung. Ich darf auch die anderen Spieler nicht vergessen. Wir haben eine sehr gute Gruppe, die zusammenhält. Es macht Spass, sie zu trainieren.

Was können die ZSC-Fans von ihren Lieblingen in dieser Saison noch erwarten?
Wir werden bis zur letzten Sekunde kämpfen. Wo Arbeit ist, ist auch Hoffnung. Ich sehe die Spieler jeden Tag, wie sie auf dem Eis und im Kraftraum trainieren, wie sie fleissig sind, auch dann, wenn sie einmal einen Freitag haben. Ich kann nur betonen: Da ist Hingabe, da ist Engagement. Das ist auch unser Motto. Verstehen Sie: Ich bin auch ein Fan. Wenn dieser nicht zufrieden ist mit der Vorstellung der Lions, dann bin ich es als Trainer auch nicht. Wir wollen in die Playoffs. Und in diesen kann alles passieren, so lange die Spieler an sich glauben. Und ich weiss, dass dies der Fall ist. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.01.2012, 17:24 Uhr

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Programm & Resultate

Super League
EndeBasel - Young Boys1:2
EndeThun - FC Zürich2:4
EndeLausanne - Grasshoppers2:1
EndeSion - Luzern1:3
Stand: 23.05.2012 22:07
Brussels Ladies Open
23.05EndeRadwanska - Tsurenko6:1 6:0
Internationaux de Strasbourg
23.05EndeLucic - Schiavone1:6 2:6
Open de Nice Côte d’Azur
23.05EndeIsner - Malisse7:6 7:6
23.05EndeKukushkin - Tomic3:6 6:2 7:5
Roland Garros, Qualification WTA
23.05EndeChan - Sadikovic7:6 6:4
Stand: 23.05.2012 20:32
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
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Brussels Ladies Open
24.0515:30Radwanska - Uytvanck
Internationaux de Strasbourg
24.0513:00Larsson - Schiavone
Open de Nice Côte d’Azur
24.0514:45Isner - Davydenko
Power Horse World Team Cup, Red Group
24.0514:30Berdych - Berlocq
24.0516:00Roddick - Soeda
Stand: 23.05.2012 19:55
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