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Das dünne Nervenkostüm des SC Bern
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Dass die Mannschaft von Cheftrainer Antti Törmänen nach den vielen Niederlagen in jüngster Zeit schnell verunsichert ist, bestätigte sie gestern im Kampf gegen den Spitzenreiter: Und wieder war es der EV Zug, der die Berner fast zum zweiten Mal in dieser Qualifikation um die Früchte ihrer weitgehend soliden Arbeit brachte.
Am 2.Dezember verspielte der SCB in der Postfinance-Arena gegen die Zentralschweizer einen 5:2-Vorsprung, der im letzten Abschnitt noch zu einer 5:6-Niederlage geführt hatte. Den Siegtreffer hatte Björn Christen 34 Sekunden vor Ende der normalen Spielzeit erzielt. Gestern vermochte sich der SCB trotz spätem Zuger Ausgleich wenigstens noch den Sieg zu sichern.
SCB mit einigen Absenzen
Die SCB-Verantwortlichen sahen sich schon vor der Partie gegen den Leader mit einigen personellen Problemen konfrontiert: Torhüter Marco Bührer musste sich am Mittag krank abmelden ( (Magenprobleme), Travis Roche (Knie), Martin Höhener (Hexenschuss) und Thomas Déruns fehlten verletzt. «Wir werden in dieser Beziehung momentan nicht unbedingt vom Glück begünstigt», meinte Sportchef Sven Leuenberger. Da in der Abwehr auch noch der Langzeitverletzte Johan Morant nicht zur Verfügung steht, war es naheliegend, dass der neue Kanadier Geoff Kinrade früher als erwartet zu seinem Einstand im Team der Stadtberner kam. Der Auftakt hätte für den 26-jährigen SCB-Neuling nicht besser ausfallen können, denn in der 7.Minute liess er sich bei der Berner 1:0-Führung den ersten Skorerpunkt gutschreiben. Mit dem knappen Vorsprung im Rücken stieg das Selbstvertrauen der Besucher, zumal die Zuger ihren Gegner weitgehend gewähren liessen. Dass im SCB-Spiel nicht alles schlecht ist, was zuletzt kritisiert wurde, zeigte das Team in den «Specials»: Zwei von vier Zuger Ausschlüssen nutzten die Berner bis zur 39.Minute mit den Toren zum 2:0 und 4:1 aus. In derselben Zeit liessen sie bei viermaliger numerischer Unterlegenheit keinen Verlusttreffer zu. Die Zuger legten im Schlussdrittel zwar sichtlich zu, ohne aber vorerst im Abschluss zu überzeugen.
Mit einem Doppelschlag innerhalb von 50 Sekunden brachten sie das zuvor solide Defensivkonzept der Berner völlig ins Wanken, es machte sich zusehends Panik breit in den Berner Reihen. Deshalb kam der 4:4-Ausgleich der Zuger 78 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit nicht einmal überraschend. Dass sich die Besucher im Penaltyschiessen dann doch noch den zweiten Punkt holten, muss in Anbetracht des Spielverlaufs trotz allem als unbefriedigend betrachtet werden. «Es ist schade, dieser Umweg zum Sieg wäre nicht nötig gewesen. Wir spielten 50 Minuten gutes Eishockey, danach kamen wir aus dem Tritt. Aber der Erfolg gegen den Leader tut dennoch gut», meinte Pascal Berger, der den spielentscheidenden Penalty zum SCB-Sieg verwandelte. (Berner Zeitung)
Erstellt: 28.01.2012, 09:10 Uhr
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