Albtraum in Moskau – Hoffnung in Zürich Nord
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 11.01.2012
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NLA
50. Runde
| 25.02. | Bern - Ambri | 1 : 4 |
| 25.02. | Biel - Davos | 1 : 4 |
| 25.02. | Kloten Flyers - Fr. Gotteron | 3 : 2 |
| 25.02. | SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers | 1 : 3 |
| 25.02. | ZSC Lions - Servette | 3 : 0 |
| 25.02. | Zug - Lugano | 0 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U+ | U- | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Zug | 50 | 24 | 8 | 10 | 8 | 173:131 | 98 |
| 2. | Davos | 50 | 27 | 7 | 3 | 13 | 155:117 | 98 |
| 3. | Fr. Gotteron | 50 | 26 | 6 | 4 | 14 | 156:120 | 94 |
| 4. | Kloten Flyers | 50 | 27 | 2 | 6 | 15 | 158:117 | 91 |
| 5. | Bern | 50 | 23 | 6 | 6 | 15 | 153:130 | 87 |
| 6. | Lugano | 50 | 21 | 5 | 6 | 18 | 152:150 | 79 |
| 7. | ZSC Lions | 50 | 19 | 8 | 4 | 19 | 136:129 | 77 |
| 8. | Biel | 50 | 19 | 4 | 3 | 24 | 114:128 | 68 |
| 9. | Servette | 50 | 16 | 5 | 9 | 20 | 117:126 | 67 |
| 10. | SCL Tigers | 50 | 13 | 5 | 3 | 29 | 124:166 | 52 |
| 11. | Ambri | 50 | 10 | 6 | 7 | 27 | 102:153 | 49 |
| 12. | Rapperswil-Jona Lakers | 50 | 12 | 1 | 2 | 35 | 99:172 | 40 |
Korrektur-Hinweis
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Der Arbeitsplan von Edgar Salis ist momentan alles andere denn eintönig. Gerade ist der Sportchef der Lions aus Toronto zurückgekehrt, wo er NHL-Spiele der Maple Leafs sowie Duelle mit deren Farmteam Marlies verfolgt hat. Interessant sei es gewesen, meinte der Bündner zu seinem Aufenthalt in Kanada gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet. Dazu muss man wissen, dass die Eishockey-Organisationen aus Zürich und Toronto eine Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen vereinbart haben.
Natürlich hat Salis bei dieser Gelegenheit auch Professionals beobachtet, die für ein mögliches Engagement in Frage kämen. Schliesslich weiss der ehemalige Haudegen des ZSC und der Schweizer Nationalmannschaft, dass in seiner Ausländerfraktion nur der Kontrakt mit Topskorer Jeff Tambellini (Ka) weiterläuft. Alle anderen Stellen für Fremdarbeiter beim ZSC sind – Zeitpunkt 11. Januar 2012 – für den nächsten Winter noch nicht besetzt. Zweiweg-Center Domenico Pittis (Ka) wird mit dem EV Zug in Verbindung gebracht. Ob die Kanadier Cory Murphy und Steve McCarthy zukünftig in Oerlikon ihr tägliches Brot verdienen werden, steht ebenso in den Sternen und hängt auch von ihren Leistungen im restlichen Saisonverlauf ab. Als fast sicher gilt der Abgang von Flügel Blaine Down (Ka), der zu wenig konstant und dominant auftritt. Der renommierte, aber lädierte schwedische Teilzeitangestellte Michael Nylander hat bereits wieder seine Koffer packen müssen.
Nur neun Ernstkämpfe in Russland
Nun hat sich im Löwenrevier aber noch eine weitere, vom Namen her interessante personelle Möglichkeit in Sachen Söldner eröffnet. Juraj Kolnik, in der Saison 2008/09 Topskorer der NLA und generell in seiner Zeit das offensive Lebenselixier der Adler aus der Calvin-Stadt, trainiert nach einem kurzen Aufenthalt in Genf nun bei der strammen Truppe von Personalchef Bob Hartley mit. «Bis am Freitag, dann schauen wir gemeinsam weiter», wie Salis erklärt. Ob die Stadtzürcher, die zuletzt vier Siege de suite geschafft und sich vom Strichkampf etwas abgesetzt haben, ihn als siebten Ausländer in diesem Winter unter Vertrag nehmen, ist gemäss dem Sportchef «völlig offen».
Rein von der Reputation her müsste Salis (oder jeder Manager der Liga) den 31-jährigen slowakischen Flügel unter Vertrag nehmen. Aber Kolnik, der in 163 NLA-Begegnungen 198 Punkte (Goals/Assists) erzielte, ist heuer formmässig längst noch nicht da, wo er einst war. Das hat mit seiner Zeit in der Kontinental Hockey League (KHL) zu tun, die man als traumatisch bezeichnen kann. Im Herbst 2010 wechselte er zu Dynamo Moskau, wo viele Rubel lockten. Aber eine schwere Knieverletzung sowie später eine hartnäckige Lungenentzündung führten dazu, dass der gefährliche Stürmer in den letzten anderthalb Saisons gerade mal neun Spiele in Russland absolvierte. Dazu fühlte sich Kolnik, der russischen Sprache nicht mächtig, in seinen langen Aufenthalten in den Moskauer Spitälern allein gelassen, nicht exakt informiert und schon gar nicht medizinisch richtig umsorgt. So wurde ihm von Ärzten gesagt, dass die Erholungszeit nach der Knieoperation vier Wochen dauern würde; es wurden vier Monate daraus. «Alles, was ich probierte, lief schief», sagte der zweifache Vater, dessen Familie in Montreal lebt, dem «Tages-Anzeiger» rückblickend (Artikel online nicht vorhanden).
Ein Duo Kolnik-Wichser?
Jetzt kämpft Kolnik gegen die bösen russischen Erinnerungen – und um einen neuen Job. Rein altersmässig ist die Eishockey-Karriere für ihn noch nicht vorbei, schon gar nicht in modernen Eishockey-Zeiten. Aber in Sachen Kondition und Spielpraxis weist er einen grossen Rückstand auf. Das könnte ein zu grosses Handicap für eine kurzfristige Anstellung in Zürich sein. Der Slowake will vorerst diesen Winter einigermassen zufriedenstellend abschliessen, dann sieht er weiter. Gerade das Beispiel Kolnik zeigt, wie anders die Verhältnisse in Russland (immer noch) sind. Und obwohl das grosse Geld lockt und das Niveau in der Liga sehr hoch ist, muss sich jeder ausländische Eishockey-Profi zweimal überlegen, ob er das Abenteuer KHL bestreiten will – oder nicht.
Nicht nur Kolnik schuftet auf dem Eis. Sportchef Salis muss sich in diesen Tagen überlegen, ob er den bis Ende Januar an die Lakers ausgeliehenen Adi Wichser wieder ins Hallenstadion zurückpfeift. Denn das weiss nicht nur Salis: Ein technisch starkes Künstler-Duo Wichser-Kolnik könnte – sofern der Slowake einigermassen fit ist – für manche Tore sorgen, vor allem im Powerplay. Und gerade im Überzahlspiel haben die Lions ihre grössten Defizite. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.01.2012, 16:01 Uhr
