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Wie die US-Justiz die älteste Schweizer Privatbank knackte

Aktualisiert am 27.01.2012 79 Kommentare

Die Privatbank Wegelin hat mit dem Verkauf an die Raiffeisen Gruppe die Flucht nach vorn ergriffen. Die Schweizer Bank sieht sich in den USA beträchtlichen juristischen Problemen ausgesetzt.

Seit 1802 Sitz der Bank, deren Ursprünge auf 1741 zurückgehen: Aussenansicht der Bank Wegelin & Co. in St. Gallen. (16. April 2010)

Seit 1802 Sitz der Bank, deren Ursprünge auf 1741 zurückgehen: Aussenansicht der Bank Wegelin & Co. in St. Gallen. (16. April 2010)
Bild: Keystone

Der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Raiffeisen, Pierin Vincenz, erklärt, warum er trotz Zeitdruck nicht die Katz im Sack kauft und weshalb er keine Verstrickungen mit den US-Steuerbehörden befürchtet. (Video: Keystone )

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Gegen drei Mitarbeiter der Bank Wegelin wurde in den USA Anklage erhoben. Im Zusammenhang damit wurde Wegelin-Teilhaber Christian Hafner am Montag beurlaubt. Bereits heute folgt der Verkauf des Traditionshauses. Die drei Wegelin-Banker waren Anfang Januar angeklagt worden. Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft den 41- bis 51-jährigen Schweizern vor, «zusammen mit US-Steuerzahlern und anderen Personen einen Plan ausgearbeitet zu haben, um Gelder in der Höhe von 1,2 Milliarden Dollar zu verstecken».

Die US-Ermittler beschuldigen die drei Banker, zwischen 2005 und 2010 Kunden angeworben und ihnen unter anderem bei der Gründung von Scheinfirmen in Liechtenstein, Panama und Hongkong geholfen zu haben. Alle drei Personen sind nach Angaben von Wegelin weiterhin für die Privatbank tätig.

FBI verhaftet Ex-Wegelin-Direktor

In der Anklage wird auch ein geschäftsführender Teilhaber erwähnt. Dieser wird jedoch nicht namentlich genannt und auch nicht angeschuldigt. Er wird als «Mitverschwörer» bezeichnet.

Im Sog der Steueraffäre rund um die UBS war Wegelin auf den Radar der US-Steuerbehörden gekommen. Im Oktober 2010 wurde ein ehemaliger Direktor des Instituts wegen versuchter Geldwäscherei vom FBI verhaftet.

Elf Banken im Visier

Bundespräsidentin und Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf sagte gestern am Weltwirtschaftsforum (WEF), dass sie sich noch in diesem Jahr eine Lösung für die elf betroffenen Banken erhoffe. Die US-Behörden halten die Schweiz zurzeit an verschiedenen Fronten in Atem. So sind etwa Verhandlungen mit der Steuerbehörde IRS sowie mit dem Justizdepartement im Gang. Zudem müsste der Senat über das Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz entscheiden.

Das US-Justizministerium und die Steuerbehörde IRS fordern von elf Schweizer Banken – dazu gehören die Credit Suisse, die Bank Julius Bär, Wegelin sowie die Basler Kantonalbank – die Namen von amerikanischen Kunden, die ihr Geld in der Schweiz vor dem Fiskus versteckt haben sollen. Die Herausgabe ist wegen des Bankgeheimnisses aber nicht ohne weiteres möglich.

Berichten zufolge verlangen die Amerikaner von den Schweizer Banken auch eine pauschale Entschädigung, die in die Milliarden gehen könnte. Die Grossbank UBS, die als erste in eine Affäre um Steuerhinterziehung verwickelt worden war, hatte 780 Millionen Dollar gezahlt und die Namen von 4450 US-Kunden herausgegeben. (rub/sda)

Erstellt: 27.01.2012, 15:03 Uhr

79

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79 Kommentare

Frank Zuffnik

27.01.2012, 15:31 Uhr
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Hier noch von"Wie die Amerikaner die älteste Schweizer Privatbank knackten" zu sprechen ist ja wohl ein Scherz und verdreht mal wieder Urache und Wirkung. Ohne Mitarbeiter der Bank, die als Gesetzesbrecher nun da drueben auf der Anklagebank sitzen, gaebs das Institut jetzt noch und wuerde nicht die Zulasseung in den USA verlieren. Versenkt wurde dieses Boot gierigst von der eigenen Besatzung. Antworten


Peter Müller

27.01.2012, 16:16 Uhr
Melden 53 Empfehlung

Ich wünsche niemandem von den Schadenfreude-Kommentatoren die US-Justiz an den Kragen. Da geht es auch nicht darum, ob Recht gebrochen wurde oder nicht, da geht es ganz einfach nur um $$ rausziehen. Dieselben Anwälte versuchen dann später, die betroffenen Kunden ihrer Klientel, US-Banken zuzuschieben für saftige Honorare. Die Erpressung funktioniert, damals bei Holocaust-Geldern genauso wie heute Antworten



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