Abo · Inserate · Wetter: Interlaken 16°recht sonnig

Schweiz

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Post wirbt für Speis und Trank im Postauto – und ärgert Chauffeure

Von Christine Luley. Aktualisiert am 29.06.2010

«Essen und Trinken ist im Postauto erlaubt», wirbt die Post. Die Fahrer befürchten noch mehr Unordnung und Abfall.

Sorgt für Diskussionsstoff: Eines der umstrittenen Plakate

Sorgt für Diskussionsstoff: Eines der umstrittenen Plakate
Bild: Donato Caspari

«Will au en Lolli ha», bettelt ein kleines Mädchen im Postauto und zeigt auf einen Zuckerstängel schleckenden Geschäftsmann. Der auf dem Plakat Abgebildete ist Teil der Kampagne: «Essen und Trinken ist im Postauto erlaubt». Mit verschiedenen Plakaten wirbt die PostAuto Schweiz für respektvollen Umgang gegenüber Mitreisenden und Fahrpersonal. Damit verbunden ist ein bis Ende August laufender Wettbewerb, der nach griffigen Sprüchen sucht. «In unserem 5-Sterne-Postauto dürfen sie ihr Picknick mitbringen», ist einer davon.

Solche Aussagen begeistern viele Frauenfelder Postauto-Chauffeure nicht. Denn sie werden mit den Auswirkungen konfrontiert. Ein Fahrer erzählt von einem Jugendlichen, der einen «nach allem» riechenden Döner verzehrte, den stinkenden Beutel in den Papierkorb warf und grinsend auf den Spruch, «Chnobli mit Mass macht allne Spass», wies. Es seien aber nicht nur Jugendliche, die Rede ist von einem Mann um die dreissig, der sich nicht vom Verzehr eines Hamburgers abhalten liess.

Es klingt nach Party

Jahrelang forderten regionale Hinweisschilder auf das Konsumieren von Esswaren und Getränken im Postauto zu verzichten. Die Bitte sei mehrheitlich akzeptiert und die Reisenden mittlerweile ein wenig «erzogen» worden, erklärt ein Fahrer. «Drink und drive geht nur im Postauto» hat ein Teilnehmer getextet. Ein Chauffeur findet das klinge nach Party im Postauto und befürchtet noch mehr herumrollende Flaschen im Wagen und scheppernde Redbull- und Bierdosen in den Abfallkübeln.

Ein weiterer Fahrer erzählt von einem Mann, der in Aadorf mit dem gefüllten Bierglas in den Bus stieg. Sich dann aber durch gutes Zureden davon abhalten liess, und das Helle vor Abfahrt herunterkippte.

Viel mehr Abfall befürchtet

Nichts von Verboten hält ein weiterer Befragter und weist auf den gesunden Menschenverstand hin. Die publizierten Sprüche findet er aber daneben. «Die Aktion wird von einigen als Aufforderung zum Essen und Trinken verstanden und wir haben viel mehr Abfall als vorher». Er zeigt, wie die hinterste Reihe als Mülldeponie benützt wird. Er zieht die einzelnen Sitze aus der Schiene, darunter liegen Bierdeckel, Schokoladepapier, eine leere Zigarettenpackung, ein Lottoschein, eine Gratiszeitung. «Auch Sie, liebe Fahrgäste, können einen grossen Beitrag zu einem sauberen Fahrvergnügen leisten».

Die Aufforderung, den Abfall mitzunehmen und zu entsorgen, scheint viele noch nicht erreicht zu haben. Für die Wagenreinigung ist der Chauffeur verantwortlich. Täglich 20 Minuten stehen ihm zu, um den Boden aufzuwischen, Fenster zu putzen und die Abfallkörbe leeren.

Einheitliche Bedingungen

René Böhlen, Mitglied der Geschäftsleitung, erklärt, die PostAuto Schweiz AG wolle mit der Kampagne einheitliche Bedingungen in der ganzen Schweiz schaffen und die Kunden sensibilisieren. Es gebe dennoch geringfügig unterschiedliche Handhabungen, nämlich da, wo die PostAuto Schweiz AG in einer Betriebsgemeinschaft mit anderen ÖV-Unternehmen fahre. Böhlen hält fest, dass das Personenbeförderungsgesetz keine Rechtsgrundlage für ein Verbot bietet. Er ist überzeugt, «die Aktion kommt gut an, die PostAuto AG erhält positive Rückmeldungen».

Der Bus nach Hüttwilen fährt los. Die Kleine hat aufgehört nach einem Lutschstängel zu quengeln. «In einer Viertelstunde gibt es Znacht», sagt die Mutter. (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 29.06.2010, 14:27 Uhr

Schweiz

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Umfrage

Kann YB in der kommenden Saison dem FC Basel gefährlich werden?



AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.