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«Zukunft der tollen Zucht sichern»

Von Bruno Petroni. Aktualisiert am 01.12.2009

Die Polarhundestation am Eigergletscher ist aufgehoben. Das Leben geht für die Tiere im Tal unten weiter. Jetzt haben die Hundewärter den Verein «Freunde der Polarhunde» gegründet – und treten nun erstmals als solcher auf.

Daniel Schafer und seine Partnerin Caroline Schneider mit ihren Malamute-Polarhunden: Sie haben sieben Hunde von der 
aufgegebenen Hundekolonie am Eigergletscher bei sich aufgenommen und gründen jetzt den Verein «Freunde der Polarhunde».

Bruno Petroni

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Das Ende einer langen Tradition:

Schon im Jahr 1905 – der Bau der Jungfraubahn war noch in vollem Gang – wurde ein Rudel Samujedehunde für den Kurier zwischen Wengen und der Kleinen Scheidegg während der Wintermonate eingesetzt. Die Gespanne transportierten mehrmals täglich Medikamente, Lebensmittel und die Post über die Höhendifferenz von 800 Metern. Die Samujede erwiesen sich aber bald als zu schwer für die Fortbewegung im tiefen Schnee. Gleichzeitig machte die Nachricht vom ersten Menschen am Südpol, dem Norweger
Roald Amundsen, die Runde. Dieser setzte auf seiner?Expedition Grönlandhunde ein.?Nicht zuletzt deshalb kamen schon ein Jahr später (1912) die kräftigeren Grönlandhunde zum Eigergletscher.?Seit den Dreissigerjahren wurden die «Gletschergrönis» ausschliesslich für touristische Zwecke eingesetzt. Am Eiger-gletscher entstand
die grösste Grönlandhundezucht Europas, die Hunde wurden in der?Jungfrauregion zu einer nicht mehr wegzudenkenden Institution. Da die Hundestation die Jungfraubahnen in neuster Zeit mit einem jährlichen Defizit von 300000 Franken belastete, entschloss sich die neue Direktion, die Hunde vom Eigergletscher zu verbannen. bpm

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Seit einem Monat leben sie fast 2000 Höhenmeter tiefer unten: die Polarhunde vom Eigergletscher. Jetzt gründen ihre langjährigen Hundewärter den Verein «Freunde der Polarhunde». «In der grössten Grönlandhundezucht Europas auf dem Eigergletscher ist über die knapp hundert Jahre lange Tradition eine ganz tolle Blutlinie herangezüchtet worden, deren Zukunft wir mit unserem neuen Verein absichern wollen», sagt Hundewärter Daniel Schafer. Zweck des Vereins soll es unter anderem sein, an Seminaren und Anlässen aller Art, wie in Jugend- oder Behindertenlagern, Hundeschlittenfahrten anzubieten. Eine eigene Zucht zu gründen, ist für Schafer trotz genügend Platz zu Hause im Rossgraben derzeit kein Thema: «Aber für später könnte ich mir dies durchaus vorstellen», sagt der 31-jährige Hundenarr.

Spenden für Polarhunde

«Wir sind für den fünfstelligen Kostenaufwand, der durch den Wegzug vom Eigergletscher und die entsprechende Umstrukturierung entstanden ist, auf Spenden angewiesen. Mit diesem Aufruf gelangen wir deshalb an Menschen, welchen die Polarhunde am Herzen liegen und die den Tieren mit ihrer Spende ein neues Leben sichern möchten», sagt Caroline Schneider.

Grosses Auslaufgehege

Schneider wohnt mit ihrem Partner Daniel Schafer und ihren 13 Hunden in Rüeggisberg unmittelbar unter der Rossgrabenbrücke. Wenige Meter westlich davon befindet sich am Ufer des Schwarzwassers die Grenze des Berner Oberlandes. Schafer: «Sieben Hunde der Eigergletscherkolonie sind jetzt bei uns zu Hause, fünf sind bei Thomas Kernen in Kandergrund, und zwei befinden sich in Sarnen.» Zwei Tiere vom Eigergletscher sind in den letzten Wochen altershalber gestorben. Die Grönlandhunde vom Eigergletscher haben sich mit Schneiders Malamutehunden sofort bestens angefreundet: «Uns schwebt vor, eines Tages vor dem Haus ein 70000 Quadratmeter grosses Freilaufgehege zu bauen, um den Tieren mehr Bewegungsspielraum zu bieten», sagt Caroline Schneider.

Die Hunde wurden in ihren gewohnten Rudeln zugeteilt: «Wir sind den Jungfraubahnen dankbar, dass sie die Hunde nicht etwa einzeln vermittelt haben, sondern sie uns übergeben haben», freut sich Daniel Schafer, der mit den Hunden regelmässig an Wagen- und Schlittelrennen teilnimmt. So stehen auch im kommenden Winter rund zwölf Renneinsätze an Schlittelhunderennen an – so in Gadmen, Lenk und Kandersteg. Schafer: «Und vielleicht fahren wir sogar an die Weltmeisterschaft nach Deutschland.»

Spenden an die Freunde der Polarhunde, 5245 Habsburg, c/o Neue Aargauer Bank, IBAN CH52 0588 1049 6353 6100 1 (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 01.12.2009, 09:40 Uhr

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