Zu viel Fluglärm: Anwohner drohen dem VBS mit einer Klage
Aktualisiert am 16.11.2010 7 Kommentare
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Das kündigte die «IG für weniger Fluglärm in der Alpenregion» (IGF) am Dienstag vor den Medien an. Die Interessengemeinschaft zählt mehrere hundert Mitglieder und hat sich die Dienste des Zürcher Anwalts Peter Ettler gesichert.
Ettler ist Mitglied der Eidg. Kommission für Lärmbekämpfung (EKLB). Er will das Verteidigungsdepartement VBS zunächst zu einer Verfügung auffordern. Darin solle die Zahl der Flugbewegungen mit den besonders lauten F/A-18-Jets auf jährlich 1250 begrenzt werden. Heute seien es mehr als 3000.
Ausserdem müsse die Sommerpause ohne Starts und Landungen von zwei auf vier Monate ausgedehnt werden, forderte Ettler. Diese Massnahme sei für den Fremdenverkehr in der Region von grosser Bedeutung.
Kommt das VBS der Aufforderung nicht nach, will sich die Interessengemeinschaft ans Bundesverwaltungsgericht wenden. In letzter Konsequenz ist für die Anwohner sogar ein Gang an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg denkbar.
Gesundheitliche Risiken
Schliesslich gehe es um die körperliche Unversehrtheit der Bevölkerung, sagte Ettler und verwies auf die kürzlich publizierte Berner Fluglärmstudie: Die in Unterbach und Brienz gemessene Lärmbelastung erhöhe das Risiko von Bluthochdruck und Herz-/ Gefässerkrankungen.
Das VBS habe den Anwohnern zwar Schallschutzfenster bezahlt, räumte Ettler ein. Trotzdem seien die Menschen einem deutlich zu hohen Maximalpegel (Lmax) ausgesetzt – im Freien sowieso, aber eben auch im Innern der Häuser.
Die Belastung durch Luftschadstoffe müsse ebenfalls eingehend geprüft werden, forderte Ettler. Messungen des Berner Wirtschaftsamts beco seien im Gang; Resultate dürften im ersten Quartal 2011 vorliegen.
Dialog ohne Erfolg
Die IGF-Vertreter beteuerten an der Pressekonferenz, sie seien nicht generell gegen den Militärflugplatz. Sie möchten aber die Zahl der Flugbewegungen auf ein «erträgliches Mass» reduzieren.
Dieses Ziel habe man bislang auf politischem Weg erreichen wollen. Doch der Dialog mit dem VBS sei unfruchtbar.
Zwei Meinungen
Wie gross der Rückhalt der IGF in der Bevölkerung ist, bleibt offen. Es gibt auch viele Haslitaler, die sich um die Arbeitsplätze in Unterbach sorgen und deshalb nicht gegen den Fluglärm vorgehen wollen.
Verteidigungsminister Ueli Maurer hatte sich im vergangenen April an einer Informationsveranstaltung der Bevölkerung gestellt. Dabei stellte er zwar ein ganzes Paket an Kompensationsmassnahmen in Aussicht, konnte aber die Wogen nicht glätten. (met/sda)
Erstellt: 16.11.2010, 13:00 Uhr
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7 Kommentare
Cool bei 4 Monaten Sommerpause und zusätzlichen Beschränkungen lohnt sich der Betrieb nicht mehr. Dann kann aus diversen Gründen (vor allem finanzielle Argumente zählen zur Zeit im VBS) auf den Flugplatz verzichtet werden. Ausserdem genügen langfristig zwei Flugplätze in der Schweiz: Payerne und Emmen. Antworten
Ich kann die IG gegen Fluglärm gut verstehen. In Thun und Umgebung stört mich besonders, dass immer wieder mit Überschallknall geflogen wird. Nebst dem, dass man jedes Mal erschreckt, sind auch grosse Erschütterungen dabei, welche bestimmt an Gebäuden und anderen Sachen, Schäden verursacht. Dies wird von den zuständigen Personen abgewimmelt. Gruss, Peter Graf Antworten
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