Abo · Inserate · Wetter: Interlaken 13°zeitweise klar

Region

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Zu viel Fluglärm: Anwohner drohen dem VBS mit einer Klage

Aktualisiert am 16.11.2010 7 Kommentare

Mit dem Militärflugplatz Unterbach bei Meiringen müssen sich wohl bald die Richter befassen. Die lärmgeplagten Anwohner im Haslital glauben nicht mehr an eine politische Lösung und wollen nun auf dem Rechtsweg eine Reduktion der Flugbewegungen durchsetzen.

Derzeit gibt es in der Alpenregion Meiringen jährlich 3000 Flugbewegungen mit F/A-18-Kampfjets.

Derzeit gibt es in der Alpenregion Meiringen jährlich 3000 Flugbewegungen mit F/A-18-Kampfjets.
Bild: Werner Wanzenried

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Das kündigte die «IG für weniger Fluglärm in der Alpenregion» (IGF) am Dienstag vor den Medien an. Die Interessengemeinschaft zählt mehrere hundert Mitglieder und hat sich die Dienste des Zürcher Anwalts Peter Ettler gesichert.

Ettler ist Mitglied der Eidg. Kommission für Lärmbekämpfung (EKLB). Er will das Verteidigungsdepartement VBS zunächst zu einer Verfügung auffordern. Darin solle die Zahl der Flugbewegungen mit den besonders lauten F/A-18-Jets auf jährlich 1250 begrenzt werden. Heute seien es mehr als 3000.

Ausserdem müsse die Sommerpause ohne Starts und Landungen von zwei auf vier Monate ausgedehnt werden, forderte Ettler. Diese Massnahme sei für den Fremdenverkehr in der Region von grosser Bedeutung.

Kommt das VBS der Aufforderung nicht nach, will sich die Interessengemeinschaft ans Bundesverwaltungsgericht wenden. In letzter Konsequenz ist für die Anwohner sogar ein Gang an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg denkbar.

Gesundheitliche Risiken

Schliesslich gehe es um die körperliche Unversehrtheit der Bevölkerung, sagte Ettler und verwies auf die kürzlich publizierte Berner Fluglärmstudie: Die in Unterbach und Brienz gemessene Lärmbelastung erhöhe das Risiko von Bluthochdruck und Herz-/ Gefässerkrankungen.

Das VBS habe den Anwohnern zwar Schallschutzfenster bezahlt, räumte Ettler ein. Trotzdem seien die Menschen einem deutlich zu hohen Maximalpegel (Lmax) ausgesetzt – im Freien sowieso, aber eben auch im Innern der Häuser.

Die Belastung durch Luftschadstoffe müsse ebenfalls eingehend geprüft werden, forderte Ettler. Messungen des Berner Wirtschaftsamts beco seien im Gang; Resultate dürften im ersten Quartal 2011 vorliegen.

Dialog ohne Erfolg

Die IGF-Vertreter beteuerten an der Pressekonferenz, sie seien nicht generell gegen den Militärflugplatz. Sie möchten aber die Zahl der Flugbewegungen auf ein «erträgliches Mass» reduzieren.

Dieses Ziel habe man bislang auf politischem Weg erreichen wollen. Doch der Dialog mit dem VBS sei unfruchtbar.

Zwei Meinungen

Wie gross der Rückhalt der IGF in der Bevölkerung ist, bleibt offen. Es gibt auch viele Haslitaler, die sich um die Arbeitsplätze in Unterbach sorgen und deshalb nicht gegen den Fluglärm vorgehen wollen.

Verteidigungsminister Ueli Maurer hatte sich im vergangenen April an einer Informationsveranstaltung der Bevölkerung gestellt. Dabei stellte er zwar ein ganzes Paket an Kompensationsmassnahmen in Aussicht, konnte aber die Wogen nicht glätten. (met/sda)

Erstellt: 16.11.2010, 13:00 Uhr

7

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

7 Kommentare

Patrick Balmer

16.11.2010, 13:35 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Cool bei 4 Monaten Sommerpause und zusätzlichen Beschränkungen lohnt sich der Betrieb nicht mehr. Dann kann aus diversen Gründen (vor allem finanzielle Argumente zählen zur Zeit im VBS) auf den Flugplatz verzichtet werden. Ausserdem genügen langfristig zwei Flugplätze in der Schweiz: Payerne und Emmen. Antworten


Peter Graf

16.11.2010, 15:13 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Ich kann die IG gegen Fluglärm gut verstehen. In Thun und Umgebung stört mich besonders, dass immer wieder mit Überschallknall geflogen wird. Nebst dem, dass man jedes Mal erschreckt, sind auch grosse Erschütterungen dabei, welche bestimmt an Gebäuden und anderen Sachen, Schäden verursacht. Dies wird von den zuständigen Personen abgewimmelt. Gruss, Peter Graf Antworten



Region

Populär auf Facebook – Privatsphäre