Wird der Aarequai bald zum Nadelöhr?
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An den ersten sonnigen Frühlingstagen werden zahlreiche Fussgänger und Velofahrer auf den Aarequai drängen. Der Platz dürfte heuer knapper werden als auch schon: Auf der Hofstettenstrasse wird über die nächsten 10 Monate gebaut. Der Langsamverkehr wird deshalb zu einem grossen Teil auf die Bächimattpromenade ausweichen. Die Thuner SVP-Fraktion befürchtet, es könnte zu Platznot und gefährlichen Situationen kommen. Sie hat deshalb beim Gemeinderat eine Interpellation zum Thema eingereicht.
Zunahme an E-Bikes
Die SVP-Interpellanten schreiben, es würden immer mehr Leute E-Bikes fahren – motorisierte Fahrräder, die man mit oder ohne Motorenantrieb fahren kann. Gerade für Gastronomiebetriebe mit Aussenterrassen seien solche Fahrzeuge gefährlich. Der Fall der E-Bikes ist nirgends speziell geregelt. «Aber wer den Motor ausschaltet, kann auch mit einem E-Bike auf der Uferpromenade im Schritttempo fahren», sagt Stadtingenieur Rolf Maurer. Wer aber schnell und mit laufendem Motor unterwegs sei, solle weiterhin die Hofstettenstrasse nutzen. Dank dem beträchtlichen Tempo hätten E-Bikes kein Problem, in der Autokolonne mitzuhalten, und riskierten kaum enge Überholmanöver. «Die neue Situation auf der Uferpromenade wird beobachtet. Falls sich Konflikte mit E-Bikes häufen sollten, wird eine spezifischere Regelung geprüft», sagt Maurer.
«Gebot der Rücksichtnahme»
Wegen der Bauarbeiten auf der Hofstettenstrasse dürfen Velos neu auch an den Wochenenden über die Uferpromenade fahren. Allerdings gelte dabei «das Gebot der Höflichkeit und Rücksichtnahme», wie Maurer sagt. «Die Uferpromenade ist und bleibt ein Spazierweg, auf dem sich die Fussgänger wohlfühlen sollen.» Für Velofahrende bedeute dies, dass sie bei stärkerem Fussgängeraufkommen im Schritttempo fahren oder absteigen und das Fahrrad stossen sollen. «Diese Situation ist ja nichts Neues. Das kann es auch an einem sonnigen Mittwochnachmittag geben. Die jahrelangen Erfahrungen mit dem Mischverkehr unter der Woche zeigen aber, dass Velos und Fussgänger auch bei viel Aufkommen in der Regel gut aneinander vorbeikommen», sagt Maurer.
Stadt beobachtet Geschehen
Das Tiefbauamt der Stadt plant für Anfang April eine Sensibilisierungskampagne zum Velofahren auf der Uferpromenade und arbeitet dazumit den lokalen Verkehrsverbänden – Pro Velo Region Thun, VCS, Fussgängerverkehr Bern, TCS – und dem Kanton zusammen. Wie beim Verkehrsversuch in der Innenstadt, so seien auch am Quai Videoaufnahmen zur Beobachtung geplant. «Damit können Konfliktsituationen zwischen Velofahrern und Fussgängern frühzeitig erkannt und Massnahmen getroffen werden», sagt Maurer.
Weiter würden sie wichtige Entscheidungsgrundlagen liefern – etwa, ob aus Sicht der Verkehrssicherheit künftig auf das sonntägliche Velofahrverbot verzichtet werden könnte. Dies sei letztlich aber ein politischer Entscheid, bei dem nebst dem Faktor Sicherheit auch die Akzeptanz der Fussgänger eine wichtige Rolle spiele. (Thuner Tagblatt)
Erstellt: 22.02.2012, 08:24 Uhr
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