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Wegen Prämie: Arbeiter wollten auf Baustelle bleiben

Aktualisiert am 22.02.2012

Gestern Dienstag war es genau 100 Jahre her, dass italienische Tunnelarbeiter den Durchschlag auf dem Jungfraujoch geschafft hatten.

Aufnahme anlässlich der Arbeiten am Durchschlag des Bahnstollens auf dem Jungfraujoch.

Aufnahme anlässlich der Arbeiten am Durchschlag des Bahnstollens auf dem Jungfraujoch.
Bild: zvg

Die italienischen Mineure, die in der Nacht auf den 21.Februar 1912 im Tunnel der Jungfraubahn gearbeitet hätten, hätten die Baustelle nicht verlassen wollen, teilte gestern das Bahnunternehmen mit. Denn auf den Durchschlag auf dem Jungfraujoch war eine Sonderprämie ausgesetzt. Die Bauarbeiter liessen eine gewaltige Ladung Dynamit hochgehen und sprengten sich ins Freie. Um 5.35 Uhr widerhallte der Ruf «Durch!» an den Tunnelwänden, worauf die Arbeiter sich in die Arme fielen.

Nach einer Bauzeit von 16 Jahren wurde die Station Jungfraujoch schliesslich am 1.August 1912 in Betrieb genommen. Rund 16 Millionen Franken hatte der Bau der Jungfraubahn gekostet, die ihre Passagiere von der Kleinen Scheidegg durch die Berge Eiger und Mönch zur höchsten Bahnstation Europas befördert. Das ursprüngliche Budget wurde um das Doppelte überschritten. Während der Bauzeit brachen sechs Streiks aus. 30 Arbeiter kamen ums Leben, die meisten von ihnen bei Dynamitexplosionen.

Die Jungfraubahn feiert ihr 100-jähriges Bestehen mit zahlreichen Anlässen und Aktionen. Am 8.März wird die Schweizerische Post eine Sonderbriefmarke herausgeben. Zum Jubiläum der Jungfraubahn ist zudem eine Sondermünze erschienen, mit der die eidgenössische Münzstätte Swissmint ihre fünfteilige Serie über Schweizer Bergbahnen abschliesst.

Am 30.März wird ein 250 Meter langer Erlebnisstollen auf dem Jungfraujoch eingeweiht. Dieser wird eine direkte Verbindung von der Sphinx-Halle zum Eispalast schaffen und soll die Besucherströme entflechten. Rollbänder werden die Gäste an den steilen Stellen befördern, und in Erlebnisnischen werden die touristische Entwicklung in den Alpen und die Geschichte der Jungfraubahn inszeniert. Der offizielle Festakt findet am 1.August 2012 auf dem Jungfraujoch mit geladenen Gästen statt, genau 100 Jahre nachdem die höchstgelegene Bahnstation Europas eröffnet wurde.

Auch im Ausland ein Thema

Das Jubiläum der historischen Bahn wird auch im Ausland thematisiert. Eine Holzbank der Jungfraubahn zirkuliert um die Welt und wird unter anderem an Messen in Berlin, London, Paris und in zahlreichen asiatischen Städten aufgestellt.

Zudem wird das Bahnunternehmen ihr Jubiläum an der Weltausstellung in Yeosu in Südkorea und im House of Switzerland an den Olympischen Spielen in London präsentieren. (pd/BO)

Erstellt: 22.02.2012, 09:15 Uhr

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