Verkäufe waren nicht der Knaller

Herr und Frau Thuner griffen an den Feuerwerkständen bisher nur zögerlich ins Portemonnaie – was wohl auch am schlechten Wetter lag. Heute ist für die Geschäfte der letzte Verkaufstag. Was kaufen Feuerwerkliebhaber?

Eine Frau deckt ihren 1.August-Bedarf am Verkaufsstand des Warenhauses Schaufelberger im Bälliz.

Eine Frau deckt ihren 1.August-Bedarf am Verkaufsstand des Warenhauses Schaufelberger im Bälliz.
Bild: Dino Dal Farra

Wo erlaubt, wo verboten?

Laut Ortspolizeireglement (OPR) der Stadt Thun ist das Abbrennen von Feuerwerk am 1. August nur ausserhalb eines bestimmten Perimeters der Altstadt erlaubt. So darf in der Unteren und Oberen Hauptgasse sowie auf dem Rathaus- und Mühleplatz, die in den Altstadt-Perimeter fallen, nicht gefackelt werden. Die Grenzlinie des Bereichs, in dem kein Feuerwerk gezündet werden darf, verläuft wie folgt: Burgstrasse bis Berntorplatz, Graben, Allmendbrücke entlang und inklusive innerer Aare bis Freienhofgasse, Sinnebrücke bis Lauitor, Risgässli bis Einmündung Burgstrasse. Ebenfalls mit Verboten belegt sind die Schleusen, die Brücken über die innere Aare, der Göttibachsteg und die Kuhbrücke. Die Stadt Thun hat in der Innenstadt Tafeln mit dem Perimeter aufgestellt. ddt/pd

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1.-August-Zeit ist Feuerwerkszeit: Viele wollen es zum Geburtstag der Schweiz knallen und sprühen lassen. Aber wie hat sich die wettermässig eher schlechte letzte Woche auf das Kaufverhalten der Freunde schöner Farbenbouquets und knallender Raketen ausgewirkt? Wir fragten bei den Thuner Läden mit Feuerwerkssortiment nach, wie gut das Geschäft lief.

Zufrieden, nicht begeistert

Ähnlich wie im Vorjahr hält sich die Euphorie bei den Geschäftsführern und Filialleitern in Grenzen. Bernhard Schaufelberger, Inhaber des gleichnamigen Warenhauses, ist zufrieden. «Wir erzielten etwa gleich viel Umsatz wie im Vorjahr», sagte er. Gleich ging es der Loeb AG mit ihrer Filiale in Thun: Der Absatz sei seit einigen Jahren konstant. «Auch heuer hat es keine grossen Schwankungen gegeben», sagte Filialleiter Philipp Bittel.

Verkauf in Container

Etwas schlechter lief der Verkauf bei der Dropa Drogerie, die im Zentrum Oberland in Thun einen Stand betreibt. «Wir blieben bisher leicht unter den Zahlen des Vorjahrs», sagte Geschäftsführer Urs Hütinger gestern. Er hoffe heute aber noch auf einen guten, letzten Verkaufstag. Optisch präsentiert sich die Ware zumindest ansprechend: Der Verkaufsstand ist dieses Jahr erstmals in einem feuerfesten Container untergebracht.

Heute guter Verkaufstag?

Nicht restlos hingerissen, aber zufrieden zeigte sich Nicolas Schmied, Mediensprecher bei Coop. «Wir sind auf Kurs, unsere Erwartungen sind erfüllt», sagte er schlicht. Eine Hochrechnung, wie viel Umsatz die heutigen Verkäufe den Thuner Geschäften von Coop noch bescheren, wagte er nicht. «Es ist immer schwierig, so etwas abzuschätzen, wenn das Wetter während den Verkaufstagen schlecht ist.»

Die Vertreter von Coop, Loeb, Schaufelberger und Dropa Drogerie sind sich einig: Heute werden Feuerwerkliebhaber nochmals tief ins Portemonnaie greifen. Der Regen der letzten Woche werde sich sicher in den Verkaufszahlen niederschlagen, die Bilanz jedoch nicht auf den Kopf stellen.

Sets und Vulkane beliebt

Die Auswahl ist gross. Doch was kaufen die Feuerwerkfans von heute? Ein Grossteil der Kunden greife heutzutage eher zu hochwertigem Feuerwerk. «Die Nachfrage hat sich in den letzten Jahren nach dem Motto ’Qualität vor Quantität’ entwickelt», sagte Nicolas Schmied. Besonders gefragt seien Schweizer Vulkane mit langer Brenndauer. «Ebenfalls gut verkaufen sich komplette Sets mit Raketen, Vulkanen und verschiedenen Accessoires», weiss Philipp Bittel von Loeb. Auch die sogenannten «Batterien» oder «Töpfe», welche auf dem Boden gezündet werden und in regelmässigen Zeitabständen ihr Bouquet selbstständig zünden, hätten 2010 regen Absatz gefunden.

Bei jenen, die es lieber leise und gemütlich mögen, finden Deko-Artikel, Girlanden, Kinder-Lampions sowie Fackeln nach wie vor guten Anklang, wie Nicolas Schmied erklärte. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 31.07.2010, 11:45 Uhr

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