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Renker im Einsatz für sozial Schwache

Von Miriam Schild. Aktualisiert am 22.02.2012

Sarah Renker (33) leitet im Lerchenfeld eine Anlauf- und Beratungsstelle, an die sich die Bevölkerung mit ihren Sorgen wenden kann. Seit Jahren setzt sich die Uetendorferin für die sozial Schwachen und Kinder ein.

Gutes tun für Mitmenschen: Die Uetendorferin Sarah Renker in ihrem Büro der Anlauf- und Beratungsstelle im Lerchenfeld.

Gutes tun für Mitmenschen: Die Uetendorferin Sarah Renker in ihrem Büro der Anlauf- und Beratungsstelle im Lerchenfeld.
Bild: Miriam Schild

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Hilfswerk

Metro Ministries ist ein auf christliche Werte bauendes, international tätiges Kinderhilfswerk, das 1980 von Pastor Bill Wilson in New York gegründet wurde. Vorwiegend in Grossstädten organisieren die Mitarbeiter von Metro Ministries Strassensonntagsschulen.

Mit grossen Bussen, die seitlich aufgeklappt werden können und so zu einer Bühne werden, fahren sie in die Quartiere. Einmal pro Woche bietet Metro Ministries den Kindern nach Schulschluss Freizeitgestaltung mit Singen, Tanzen und Spielen. Zum Programm gehört immer eine Geschichte, die einen christlichen Wert vermitteln und den Kinder Mut machen soll, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Jedes Kind wird ausserdem wöchentlich zu Hause besucht.

Die Arbeit von Metro Ministries basiert auf der Überzeugung, dass es einfacher ist, Kinder zu prägen und zu fördern, als sie im Erwachsenenalter zu rehabilitieren. Seit 1998 gibt es Metro Ministries als eigenständigen Verein mit vier Angestellten in der Schweiz. Von ihm werden an verschiedenen Orten (etwa im Lerchenfeld) Sonntagsschulprogramme durchgeführt.

Metro Ministries finanziert sich durch Patenschaften und Spenden.msu

Viele Leute, gerade sozial Schwächere und Migranten, sind im Umgang mit Behörden und Ämtern überfordert oder wissen bei familiären, beruflichen oder finanziellen Problemen nicht, an wen sie sich wenden können. Wegen fehlender Unterstützung werden aus kleinen so oft grosse Probleme. Um dies zu verhindern, gibt es im Lerchenfeld seit August 2010 eine kostenlose Anlauf- und Beratungsstelle. Geleitet wird sie von Sarah Renker-Trachsel, welche das vom Verein Läbigs Lerchenfeld getragene Projekt im Rahmen ihrer Diplomarbeit zur Sozialmanagerin ins Leben rief.

Angebot wird genutzt

Donnerstags können Ratsuchende in ihrem Büro unangemeldet vorbei kommen. Das Angebot werde rege genutzt, sagt die 33-jährige Uetendorferin: «Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht darin, die Leute an die richtigen Anlaufstellen zu verweisen.» Die Klienten werden von ihr aber nicht einfach weitergeschickt. Häufig begleite sie Leute zu einer Behörde oder fülle Anträge gemeinsam mit ihnen aus. Teilweise könne sie auch direkt weiterhelfen. «Oft kommen Jugendliche auf Lehrstellensuche zu mir, damit ich ihnen helfe, Bewerbungen zu schreiben.» Es komme auch vor, dass Leute ohne konkretes Problem bei ihr vorbeikommen, um «etwas Ballast abzulassen». Auch das soll Platz haben. «Für viele ist es wertvoll zu wissen, dass sie nicht allein sind.»

Im Rahmen ihrer 30-Prozent-Anstellung beim Verein Läbigs Lerchenfeld koordiniert Renker auch die Freiwilligenarbeit im Quartier. «Hierbei arbeite ich eng mit der Kirchgemeinde zusammen. Ich bringe Unterstützungsuchende und freiwillige Helfer aber auch im Privatbereich zusammen.» Gerade neulich habe sie einer jungen Familie ein «Grosi» vermittelt, das nun ab und zu die Kinder hüten und im Gegenzug Familienanschluss erhalten wird.

«Für mich ist es schön, zu merken, wie mich die Leute im Lerchenfeld immer besser kennen und dass sie mir vertrauen», sagt Renker. «Die Anlauf- und Beratungsstelle ist ein echtes Bedürfnis.» Ihr guter Zugang zur Bevölkerung wird dadurch verstärkt, dass sie sich im Quartier selber freiwillig engagiert und zudem monatlich mit der Cevi (Unions Chrétiennes Suisses) Kinderprogramme durchführt. Diese werden nach Vorbild der Freizeitprogramme von Metro Ministries organisiert, einem internationalen Kinderhilfswerk, bei dessen Schweizer Ableger Renker neben ihrer Tätigkeit im Lerchenfeld angestellt ist.

Drei Jahre in New York

Nach Abschluss des Kindergärtnerinnenseminars ging Renker 1999 für ein viermonatiges Praktikum bei Metro Ministries nach New York, verlängerte ihren Einsatz aber schliesslich auf drei Jahre. Jeden Tag war sie in den Strassen von Brooklyn unterwegs, half bei der Durchführung von Sonntagsschulprogrammen und besuchte die oft in ärmlichen Verhältnissen lebenden Kinder zu Hause. «Es war das Härteste, aber auch das Beste, was ich je gemacht habe», sagt Renker über ihre Zeit in New York. «Einerseits habe ich sehr viel Elend, Hoffnungslosigkeit und Gewalt gesehen. Manchmal fuhren wir mit unseren Bussen an Schiessereien vorbei.» Andererseits habe sie erlebt, wie die Kinder in den Freizeitprogrammen aufblühten und Hoffnung schöpften.

Teilweise seien sie durch die Arbeit von Metro Ministries nachhaltig geprägt worden. Sie wisse zum Beispiel von einem Mädchen mit einer von sexueller Ausbeutung und Gewalt geprägten Kindheit, das sie damals betreut habe, dass dieses das College abgeschlossen habe und nun einen guten Job habe. «Ich bin einfach überzeugt, dass ein einzelner Mensch auf dieser Welt etwas verändern kann. Wenn ich auch nur einem einzigen Kind geholfen habe, dann hat sich meine ganze Arbeit gelohnt.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 22.02.2012, 08:46 Uhr

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