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«Mir war klar: Von diesem Jungen wird man noch hören»

Von Marco Zysset. Aktualisiert am 23.02.2012

Uetendorfs Gemeindepräsident sagt, er sei schon bei seiner ersten Begegnung von Luca Hänni begeistert gewesen. Der Lehrmeister des Musikers glaubt, dass dieser Maurer bleibt, wenns bei DSDS nicht klappt.

1/9 Luca Hänni in der Cortina-Lounge in Thun. Das Herz des Mädchenschwarms von «Deutschland sucht den Superstar» ist schon vergeben – der Uetendorfer hat eine Freundin.
Bild: Patric Spahni

   

Markus Schertenleib ist bei der Frutiger AG verantwortlich für die Lehrlinge im Bereich Hochbau – und damit für Luca Hänni, den singenden Maurerstift. «Dass er auf der Baustelle gesungen hätte, ist mir nicht bekannt», antwortet Schertenleib lachend auf die entsprechende Frage. Er habe gewusst, dass Luca Hänni Musik mache, «aber nicht, dass er so gut ist, wie es nun den Anschein macht». Luca Hänni sei unter den rund 20 Lehrlingen im Bereich Hochbau nicht sonderlich aufgefallen. «Meistens fallen sie auf, wenn die Leistung nicht stimmt», sagt Schertenleib. «Bei Luca stimmt sie.» Ein «freundlicher und kompetenter Kerl» sei er, sagt sein Chef – und er ist überzeugt: «Wenn Luca bei ‹Deutschland sucht den Superstar› nicht unter die ersten 3 kommt, dann kehrt er zu uns auf den Bau zurück und macht seine Ausbildung fertig!»

Botschafter für das Dorf

Uetendorfs Gemeindepräsident Hannes Zaugg-Graf hat Luca Hänni am Schulabschluss 2010 erstmals als talentierten jungen Musiker wahrgenommen. «Ich sah ihn ein Duett singen und mir war sofort klar: In irgendeiner Form wird man irgendwann von diesem Jungen hören.» Nicht zuletzt aus dieser Überzeugung heraus habe er Hänni in sein Fotostudio geholt – Zaugg ist Inhaber eines Foto- und Grafikateliers – und Fotos von ihm gemacht.

Politiker Zaugg weiss: «Menschen wie Luca Hänni sind Botschafter für unser Dorf – so wie beispielsweise die Calimeros, Pesche ‹Elvis› Müller oder Nationalrat Albert Rösti.» Weil sich die Gemeinde keine eigene Marketingabteilung leisten könne, seien solch bekannte Bürgerinnen und Bürger «unbezahlbar wertvoll». Der Gemeindepräsident stellt denn auch in Aussicht: «Sollte sich Lucas Weg bei DSDS weiter so erfolgreich gestalten, würde die Gemeinde auch Hand bieten, wenn es darum ginge, einen Anlass zu organisieren.» Schon jetzt zeigt die Gemeinde, dass sie stolz ist auf ihren neuen berühmtesten Sohn. Heute stellt die Gemeinde an den Ortseinfahrten von Uttigen und von Thierachern her zwei grosse Plakate am Strassenrand auf und fordert die Leute auf, Luca Hänni die Daumen zu drücken.

«Bodenständiger Typ»

Am Schulabschluss, den Hannes Zaugg-Graf erwähnte, realisierte auch Philippe Luginbühl: «Wow – dieser Junge kann es einmal sehr weit bringen.» Es sei die Art und Weise, wie Luca zusammen mit einem Mädchen einen Song von Joe Jonas interpretiert habe, die nicht nur ihn überwältigt habe, sagt der Klassen- und Musiklehrer, bei dem Luca Hänni die letzten 3 Jahre der Realschule besucht hatte. «Luca war in Sachen Musik immer sehr interessiert, er fragte viel, wenn ich auf der Gitarre oder am Klavier spielte», erinnert sich Luginbühl. Der Lehrer ist überzeugt: «Luca kann es bei DSDS unter die besten 5 schaffen – und dann ist alles möglich.» Angst, dass der Jüngling im Haifischbecken des Showbusiness untergehen könnte, hat Philippe Luginbühl nicht. «Luca ist ein bodenständiger und authentischer Typ», sagt er. «Natürlich wird er den einen oder anderen Lehrblätz machen müssen. Aber er hat schon in der Vergangenheit gezeigt, dass er Herausforderungen packen kann.»

«Seriöser Schaffer»

Bevor Luca Hänni anfing, Klavier und Gitarre zu spielen, nahm er bei Ferdinand Heiniger in Uetendorf Schlagzeugunterricht. «Dass ein Schlagzeuger sich von seinem Instrument abwendet und sich stattdessen zu einem derart überzeugenden Sänger entwickelt, ist nicht alltäglich», sagt Heiniger. «Viele sagen, sie wollen singen. Aber wenige gehen die Sache so seriös an wie Luca.»

Seit Sommer 2011 nimmt Luca Hänni bei Timo Schuster in der Ultimo Vocal School in Steffisburg Gesangsstunden. «Luca ist ein sehr interessierter Schüler, der viel fragt und viel wissen will», sagt Schuster, der von sich selber sagt, er sei kein grosser Fan von Castingshows. «Die Teilnehmer kommen dort in eine künstliche Welt, in der es viele Schulterklopfer gibt», sagt er. Als Luca nach dem Aufenthalt auf den Malediven zu ihm gekommen sei, habe er ihm unmissverständlich klar gemacht: «Du kriegst bei mir ehrliche und schonungslose Rückmeldungen. Wenn du das willst, dann arbeite ich gerne mit dir zusammen.» Luca Hänni wollte – und hat die letzten Wochen vor seiner Abreise nach Deutschland unter anderem damit verbracht, sich mit Timo Schuster intensiv auf den Auftritt von übermorgen Samstag vorzubereiten. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 23.02.2012, 11:20 Uhr

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