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Basejumper sind wie Fledermäuse über dem Tal

Von Konrad Staeger. Aktualisiert am 02.10.2010

Die Basejumper küren an diesem Wochenende im Lauterbrunnental ihren Weltmeister. Mit fledermausähnlichen Anzügen, so genannten Wingsuits, stürzen sie sich dabei ins Tal. Heute werden die Finals ausgetragen.

Wie Batman fliegt dieser Basejumper dem Lauterbrunner Talboden entgegen, fotografiert von einem ebenfalls springenden Kollegen.

Wie Batman fliegt dieser Basejumper dem Lauterbrunner Talboden entgegen, fotografiert von einem ebenfalls springenden Kollegen.
Bild: Stuart Knowles

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«Sportler, nicht Verrückte»

Das Lauterbrunnental hat sich zu einer der beliebtesten Basejumping-Destinationen entwickelt. Laut WM-Organisator Hubert Schober ist vor allem die guten Erreichbarkeit der hohen Wände mit den Bergbahnen einmalig. Bis heute ereigneten sich 23 tödliche Unfälle.

«Die meisten Basejumper sind jedoch seriöse Sportler, die zudem zahlreiche Übernachtungen generieren», sagt Jasmin Beyeler, Leiterin von Lauterbrunnen Tourismus. Sie begrüsse diesen Anlass, «weil die Basejumper hier zeigen können, dass sie Sportler sind und nicht irgendwelche Verrückte, die über die Wand hinausspringen». Es sei jedoch verständlich, so Beyeler, wenn die Bevölkerung negativ auf tödliche Unfälle oder Basejumper, die fernab der Landeplätze landeten, reagiere.

Das Wingsuit Race wurde 2009 Jahr zum ersten Mal an diesem Standort durchgeführt . Peter Wälchli, Gemeindepräsident von Lauterbrunnen, sind keine Reklamationen zum letztjährigen Anlass bekannt. «Viele, die den Anlass als Zuschauer besuchten, zeigten sich beeindruckt und interessiert für die Sportart.» Natürlich würden nicht alle die hohe Riskobereitschaft der Basejumper nachvollziehen können und nicht gerne mit Unfällen konfrontiert werden. Diese Problematik sei jedoch auch beim Bergsport vorhanden. Wälchli: «Basejumping ist kein Problem, solange andere nicht gefährdet werden, daher stellt die WM keine Beeinträchtigung dar.»

Zu zweit ist das Fliegen schöner, auch wenn der Flug nur 20 Sekunden dauert: Wenn sie von Mürren nach Stechelberg herunterspringen, dann tun die 39 Basejumper aus 15 Ländern, die an der Weltmeisterschaft teilnehmen, dies zu zweit. Anlässlich des «Wingsuit Race» küren sie heute den schnellsten fliegenden Menschen der Welt, der den Titel des Basejump-Weltmeisters tragen darf.

Zum Springen tragen die Basejumper fledermausähnliche Anzüge, die Wingsuits genannt werden. Sie geben dem Sport neben der vertikalen auch eine horizontale Dimension: «Mit den neusten Anzügen legt man pro Höhenmeter drei Meter nach vorne zurück», schwärmt OK-Chef Hubert Schober. Bei der WM geht es aber nicht um Distanz, sondern vielmehr um Geschwindigkeit: In möglichst kurzer Zeit soll eine Ziellinie in der Luft überquert werden, falls möglich natürlich vor seinem Duellpartner in der Luft.

Um die Wettkämpfe so spannend wie möglich zu gestalten, haben die Basejumper am Donnerstag in Zeitflügen möglichst gleich schnelle Pärchen ermittelt, die gestern Freitag gegeneinander antraten, ebenso noch heute am Morgen. Im Laufe des Vor- und Nachmittags finden die Endrunden statt. Weil Basejumper auf freie Sicht ins Tal angewiesen sind, können einzelne Flüge je nach Witterung auf den Reservetag Sonntag verschoben werden.

Das Zielgelände bei der Schilthornbahn in Stechelberg ist frei zugänglich, zwischen den Flügen wird Verpflegung, Gleitschirm- Akrobatik und Live-Musik geboten. (Berner Oberländer)

Erstellt: 02.10.2010, 12:00 Uhr

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