Ein regelrechter Jahrmarkt der Eitelkeiten
«Verehrte Gäste, ich wünsche Ihnen einen wunderschönen guten Abend», so begrüsste der Wirt Beltrame in der Lounge des Mattenhofs die Gäste. Über 40 festlich gekleidete Personen warteten bei Kaminfeuer und Kerzenschein auf den Beginn der Komödie «Der Impresario von Smyrna» von Carlo Goldoni. Das Hotelentree, die Bar und der Treppenaufgang dienten als Kulisse für die erste Szene des Stücks vom Art-7-Theater unter Regie von Hans Peter Incondi. Danach ging es im Speisesaal weiter.
Verarmte Gesangstalente
In der Komödie liegt das Gasthaus in einer italienischen Stadt, wo arbeitslose und verarmte Opernleute um ein neues Engagement kämpfen. Die Opersängerinnen Annina aus Bologna, Lucrezia aus Florenz und Tognina aus Venedig wetteifern um die Rolle der Primadonna. Mit ihnen bemühen sich die Sänger Carluccio und Pasqualino (Freund von Tognina) um lukrative Arbeitsverträge. Der Theateragent Nibio und der Kulturförderer Lasca spekulieren auf hohe Provisionen für die Vermittlung der Künstler. Als der Kaufmann Ali aus der türkischen Stadt Smyrna eine neue Oper gründen will, wittern die Opernleute eine Chance auf Erfolg und Reichtum. Das erfahrene Ensemble spielte lebendig, sicher und bescherte einen köstlichen Theaterabend, bei dem es viel zu lachen gab. Deborah Lanz glänzte in ihrer Rolle als eitle, raffinierte Operndiva Lucrezia, die versucht, den reichen Kaufmann Ali für sich zu gewinnen. Auch Annina und Tognina umschmeicheln den Türken mit List und Tücke, sie flirten und schmollen. Kaufmann Ali fläzt sich erhaben auf dem rotseidenen Diwan, geniesst seine Machtposition und knurrt: «Weiber, Weiber. Und da soll ich haben Respekt?» Doch auch die Männer der Truppe kämpfen mit Streit und Intrigen um Alis Aufmerksamkeit. Ständig treffen neue Besucher bei dem Kaufmann ein, die sein Diener jeweils ankündigt. Der Kaufmann sieht sich von allen Seiten bedrängt: «Ich habe Besuch satt und halte Frauen nicht mehr aus!» Schliesslich hat Ali keine Lust mehr am Projekt und reist ab. Er hinterlässt dem Kunstförderer Lasco 2000 Dukaten, mit denen er ein neues Ensemble auf die Beine stellen soll.
Ein voller Erfolg
Die prachtvollen Kostüme der Schauspieler passten perfekt zur jeweiligen Rolle. Türkische Musik vom Band trug dazu bei, eine orientalische Ambiance zu schaffen, die die Zuschauer am Ende anhaltenden Beifall spenden liess. «Diese Ambiance war toll. Die diversen Charaktere wurden gut dargestellt, so etwa Tognina im roten Seidenkleid als Femme fatale», lobte Werner Gartenmann. «Das Stück war witzig, aber etwas vorhersehbar», sagte Martina Jampel aus Unterseen. Monika Hartig
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Erstellt: 23.11.2011, 00:32 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



