Auf den Philippinen sucht man Schuldige
Aktualisiert am 27.12.2011 3 Kommentare
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Die Opferzahl nach den schweren Überschwemmungen im Süden der Philippinen ist auf fast 1500 angestiegen. Allein in der Stadt Cagayan de Oro zählte das Zivilschutzministerium bis heute 891 Tote, in der nahe gelegenen Stadt Iligan 451. In den umliegenden Provinzen gab es weitere Opfer. Bis zu 100 Kilometer vor der Küste seien noch Tote aus dem Meer geborgen worden, sagte der Chef des Zivilschutzes Benito Ramos. Die Suche werde ausgeweitet und so lange fortgeführt, wie noch Leichen gefunden werden. Viele der Toten konnten bislang nicht identifiziert werden.
Ursprünglich hätten auch Taucher der Marine und der Küstenwache unter Wasser nach unter Trümmern eingeklemmten Leichen suchen sollen, sagte Ramos. Allerdings sei das Wasser dafür zu trübe. Es sei sinnlos, zu tauchen, wenn man nichts sehen könne, sagte er. Es gibt keine Angaben darüber, wie viele Menschen noch vermisst werden.
Weihnachten in Notunterkünften
Am 16. Dezember fiel rund um Cagayan de Oro innerhalb von zwölf Stunden mehr Regen als sonst in einem ganzen Monat. Ganze Dörfer wurden weggeschwemmt. Mehr als 60'000 Menschen verbrachten Weihnachten in Notunterkünften in überfüllten Schulen und Turnhallen, rund ein Drittel von ihnen Kinder. Die Vereinten Nationen riefen zur Hilfe auf.
Nach weiteren Regenfällen mussten heute weitere 2000 Menschen auf der gegenüberliegenden Seite der Insel Mindanao ihre Unterkünfte räumen. Nach Hochwasser in der Stadt Surigao werde ein Kind vermisst, teilten die Zivilschutzbehörden mit.
Weitere Abholzung bereits verboten
Präsident Benigno Aquino III., der nach Überschwemmungen im Februar bereits die weitere Abholzung verboten hatte, ordnete eine Untersuchung an. Für Experten gelten der Kahlschlag der Wälder und Bodenerosion als mitverantwortlich für das Ausmass der Katastrophe.
Kommunistische Aufständische im Süden der Insel drohten internationalen Unternehmen, die sie für die Zerstörung der Umwelt verantwortlich machen, mit Strafen. Rebellensprecher Jorge Madlos sagte der Nachrichtenagentur AP am Telefon, dass von den Betreibern grosser Ananas- und Bananenplantagen Gelder für die Opfer verlangt worden seien. Einige Plantagenbesitzer hätten nur verhalten reagiert. Das werde berücksichtigt, wenn darüber entschieden werde, wer zuerst für die Zerstörungen bestraft werden solle, drohte Madlos.
Ein weiterer Faktor, der für die hohe Zahl der Opfer eine Rolle spielte, waren die illegalen Siedlungen entlang des Cagayan Flusses. Tausende Menschen siedelten in Hütten direkt am Flussufer.
dapd/26/kk (wid/dapd)
Erstellt: 27.12.2011, 07:01 Uhr
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3 Kommentare
Es ist überall dasselbe, egal ob Brasilien, Afrika oder die Philippinen. Zuviele Menschen, die nicht wissen, wo sie hin sollen und ihre Baraken in Gefahrenzonen aufstellen, Raubbau, Korruption. Wenn's dann erwartungsgemäss schief geht, kommt das grosse Jammern. Ändern wird sich nichts, weil es den Ausschuss der Gesellschaft trifft. Weniger ist oft mehr; in diesem Fall Menschen. Antworten
Jetzt sucht man Schuldige, als ob man die Folgen des Kahlschlags nicht schon lange gekannt hätte. Das Abholzen der Regenwälder wird noch viel schlimmere Folgen haben. bis dann sind aber die "Holzbarone" mit den ergaunerten Riesenvermögen über alle Berge. Arme, dumme Menschheit..... Antworten
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