Das Geschäft läuft gut: Die Credit Suisse profitiert von der Schweiz.
77 000 KMU: Nachfolge unklar
Mit 100 000 Klein- und Mittelunternehmen als Kunden beanspruchen die CSBanker, KMU-Bank zu sein. 77 000 Unternehmen stehen in den nächsten fünf Jahren vor einem Nachfolgeproblem, sagt Barend Fruithof, Leiter des Schweizer Firmenkundengeschäfts. In der Hälfte aller Fälle könne dies nicht innerhalb der Familie gelöst werden. Fruithof hat stets eine Liste mit Kaufinteressenten zur Hand.
An diesem Beispiel lässt sich auch ablesen, wie die One-Bank-Strategie der Credit Suisse funktioniert: Ein Geschäft ergibt das nächste. Am Anfang steht vielleicht ein Hypothekardarlehen oder die Kreditvergabe an die Firma. Dann folgt die Nachfolgeregelung. Und ist der Patron damit zufrieden, überlässt er der CS schliesslich auch sein Privatgeld.
220 000 Millionäre
Tut er das, geht die Rechnung der Bank auf. Denn hat der Unternehmer erst seine Firma verkauft, zählt er zu jener Kundengruppe, für die sich Rolf Bögli interessiert. «Unsere Kunden sind Millionäre», sagt der Leiter des Private Banking. 220 000 gebe es davon in der Schweiz – Schweizer und Ausländer mit Schweizer Wohnsitz. «Ein beachtlicher Teil von ihnen hat eine Kontobeziehung mit uns.» Beachtlich? Bögli ist nichts Genaues zu entlocken.
60 Prozent der von der CS Schweiz betreuten Millionäre sind über 65 Jahre alt. Diese Altersgruppe sucht auch Beratung in Steuer- und Erbschaftsangelegenheiten oder in Fragen rund um die Philanthropie. Die Hälfte der betreuten Reichen besitzt zwischen 1 Million und 50 Millionen Franken, 30 Prozent haben über 50 Millionen.
Die Bank profitiert aber nicht nur vom Markt Schweiz, sie investiert auch, wie Meister betont. Etwa in die Ausbildung der Mitarbeitenden, in die Jugend, indem die Bank antizyklisch Lehrstellen schafft, oder in einen 100-MillionenEquity-Fonds zur Unterstützung von Jungunternehmen. «Es wird investiert in der absoluten Überzeugung, dass dies ein spannender Markt ist.»
(Tages-Anzeiger)