Am Wochenende sagte sie in einer Erklärung, sie habe es kaum verkraftet, wie ihr Mann auf Grenchen.net angegriffen worden sei. Deshalb habe sie reagiert und selbst beleidigende Einträge unter dem Pseudonym Rumpelstilz verfasst – wie zum Beispiel: «Bin ich froh, dass niemand weiss: All diese Bemerkungen sind ein Sch…». Die entlarvte Kommentatorin entschuldigte sich. Mehr könne sie nicht tun, auch sie sei nur ein Mensch. Ihr Mann, gerührt vom «Liebesbeweis», betonte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA: «Meine Frau wollte ausprobieren, welche Kommentare auf der Internetseite gelassen werden und welche nicht.» Sein Fazit: Vor allem Einträge, die sich gegen ihn richteten, hätten die Betreiber nicht gelöscht.
Die Seifenoper geht weiter
Zudem habe sie auch einfach «Psychohygiene» betrieben. «Sie hat es nicht verwunden, dass ich selber immer wieder unter der Gürtellinie angegriffen wurde und deshalb einen Herzinfarkt erlitten habe», sagt Banga gegenüber «20 Minuten». So weit so gut, möchte man meinen. Doch die solothurnische Seifenoper ist noch nicht zu Ende; rechte Politiker kaufen den Bangas die Geschichte nicht ab. «Von den benutzten Wörtern und vom Stil her klingt das eher nach Herr als nach Frau Banga», sagt Richard Aschberger, Präsident der SVP Stadt Grenchen, gegenüber der Zeitung «Sonntag». Auch Alex Kohli, Präsident der örtlichen FDP, ist skeptisch: Man müsse die Formulierungen nun genau anschauen, um die Urheberschaft zu klären.
Für ihn ist klar: «Personen, die solche Dinge tun, sind in öffentlichen Ämtern und Stellungen nicht tragbar.» Klarheit soll nun ein Text-Gutachten bringen. Der Betreiber von Grenchen.net will ein solches in Auftrag geben. Barbara Banga hat denn auch bereits zugegeben, dass sie einen Eintrag zusammen mit ihrem Mann verfasst hat. Von Rücktritt wollen die beiden aber nicht wissen – weder Boris Banga als Stadtpräsident noch seine Frau als Leiterin der städtischen Kinderkrippe. Vielmehr will Banga rechtliche Schritte einleiten. «Mein Computer wurde gehackt», sagt er im «Sonntag».
«Diese Regel gilt für alle SPler»
Ob das Ehepaar Banga die Kritiker damit zum schweigen bringen wird, ist jedoch ungewiss. Auch aus ihrer eigenen Partei kommen inzwischen klare Worte. Der Präsident der Amtei Solothurn-Lebern spricht gegenüber der «Mittellandzeitung» von einer grossen Enttäuschung. «Unsere Partei hat eben einen bedeutenden Wahlkampf geführt und dies ohne Diffamierungen oder Anschwärzungen. Diese Regel gilt für alle SPler.»
(cha)