Wunderkind Ricky winken 100'000 Euro
Von Fabian Sommer. Aktualisiert am 14.12.2011
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Nett ist der deutsche Poptitan und Castingshow-König Dieter Bohlen selten. Über einen Auftritt des Improvisationsmusikers Roland in der RTL-Sendung «Das Supertalent» sagte er kürzlich: «Für mich ist das der Beweis, dass komplettes Hirnversagen nicht zum Tod führt.»
Wer Bohlen nur ein bisschen kennt, weiss: Das ist etwas vom Harmloseren, was dem Mann bei der Beurteilung seiner Kandidaten über die Lippen kommt. Über den Wunderpianisten Ricky Kam aus Muri allerdings sagt Bohlen nur Nettes. Er könne «megastolz» auf seine Leistung sein, meinte Bohlen im «Supertalent»-Halbfinal vom letzten Samstag zum Sechsjährigen. «Vollen Respekt» zolle er dem Kleinen. Die Zuschauer waren gleicher Meinung; sie wählten den «Tastenzwerg» («SonntagsBlick») per Telefonvoting in den Final. Dort haben Ricky und neun Konkurrenten am Samstag die Chance, 100'000 Euro Preisgeld abzusahnen.
Der Affe ist immer dabei
Bereits heute Mittwoch reist Ricky mit Vater Tony, Mutter Kathrin und seinem Plüschaffen Ching Ching per Zug nach Köln, wo die Sendung aufgezeichnet wird. Bis zur grossen Show gibt es für die Medien keine Termine mit dem Sechsjährigen. Das hat sein Vater entschieden. Er bekomme Anfragen beinahe im Minutentakt, sogar in seiner Praxis für chinesische Medizin in Bern klingele das Telefon pausenlos, sagt Tony Kam. Alle wollten etwas von Ricky. Dessen Terminplan aber sei bereits voll, zu voll für einen Sechsjährigen, sagt Vater Kam. In den Kindergarten geht sein Sohn die ganze Woche nicht. Nach der Ankunft in Köln muss er das Kostüm für Samstag aussuchen, danach gibt es drei vom TV-Sender vorgegebene Proben. Ausserdem stehe das Piano in einem Raum direkt über dem Studio, wie RTL-Sprecherin Anne Haas sagt. «Da hat Ricky jederzeit Zutritt.»
Der kleine Pianist übt normalerweise zwei Stunden pro Tag. Auch wenn es Mutter Kathrin im «Bund» kürzlich «unbegreiflich» nannte: Klavierspielen verleide Ricky «nie».
Auch nervös ist das Wunderkind nie. Tony Kam lacht. Egal, ob sein Sohn zu Hause spiele – oder wie am Samstag vor etwa 7 Millionen Fernsehzuschauern: «Für ihn ist das einfach Fun.» Am Samstag kurz vor Mitternacht entscheidet sich, ob dieser Spass 100'000 Euro in die Kasse der Familie Kam spült. Ein Sieg des kleinen Berners wäre eine doppelte Premiere: Beim «Supertalent» gab es in vier Staffeln noch nie einen Schweizer Sieg. Und noch nie gewann ein Kind.
Ricky übrigens wird die Entscheidung nicht wie die anderen Kandidaten auf der Bühne, sondern im Publikum vernehmen. Ein Siegeslied wird er auf keinen Fall anstimmen. In Deutschland ist Kinderarbeit nach 22 Uhr verboten. (Berner Zeitung)
Erstellt: 14.12.2011, 11:23 Uhr
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