Surfen nur GA-Besitzer im Zug bald gratis?
Von Anatol Heib. Aktualisiert am 28.09.2011 65 Kommentare
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SBB und WLAN
Bisher ist Websurfen in SBB-Zügen den Passagieren in den 1.-Klass-Businesszonen des Fernverkehrs vorbehalten (doppelstöckige IC2000-Wagen und einstöckigen EW4-Einheitswagen).
«In den neuen Fernferkehrsdoppelstockzügen wird WLAN in allen neuen Doppelstockzügen in der 1. und 2. Klasse zur Verfügung stehen - in jedem Abteil», verspricht SBB-Sprecher Christian Ginsig. Bis 2013 soll dies umgesetzt sein.
Heutige WLAN-Strecken
Basel–Zürich–Chur
Genf Flughafen–Bern–Zürich–St. Gallen
Basel–Bern–Interlaken Ost / Brig
Luzern–Zürich Flughafen
Genf Flughafen–Lausanne–Bern–Zofingen–Luzern
Romanshorn–Zürich HB–Bern–Interlaken Ost / Brig
Quelle: Sbb.ch
Auch Mobilfunknetz am Limit
Aufrüsten müssen die Provider auch beim Mobilfunknetz in SBB-Zügen: Heute sind in vielen Wagen noch Handyrepeater mit der veralteten 2G GSM-Technik im Einsatz. Gerade zu Pendlerzeiten kommt es hier zu Datenstaus. Erst die neue Generation von 3G-Repeatern unterstützt auch die Datenübertragung via UMTS. «Wir haben bereits einzelne Wagen mit dem schnellen 3G ausgerüstet, auch die restlichen Wagen folgen bis spätestens Ende 2014», sagt SBB-Mediensprecher Christian Ginsig.
Über 1035 einzelne Wagen und 51 ganze Züge werden mit den neuen 3G-Repeatern ausgerüstet.
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Täglich pendeln Zehntausende in der Schweiz mit dem Zug an ihren Arbeitsplatz. Besonders bei Fahrten von bis zu einer Stunde und mehr lohnt es sich, mit Laptop und Smartphone zu arbeiten – und via WLAN im Web zu surfen. Aber bei der flächendeckenden Internet-Infrastruktur auf dem SBB-Schienennetz hapert es noch bis 2013 (siehe Infobox).
Webbasierte Dienste auf dem Vormarsch
Bis dahin könnte zur Debatte stehen, ob die SBB für das Angebot überhaupt noch Geld verlangen. Webbasierte Dienste werden in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Das bisherige kostenpflichtige WLAN-Angebot der SBB, welches von der Swisscom (SCMN 352 0.57%) bereitgestellt wird, könnte so unter Druck geraten.
Zurzeit evaluieren die SBB, wie und mit welchem Betreibermodell man sich in das künftige WLAN-Netz einbuchen kann, sagt Mediensprecher Christian Ginsig gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet. Er gibt auch zu bedenken, dass es technisch sehr aufwendig und komplex sei, einen Zug mit über 1000 Reisenden und bei hoher Geschwindigkeit mit genügend Bandbreite zu versorgen.
Gratis-Zugang für GA-Besitzer?
Aus Sicht von Ralf Beyeler, Telekom-Experte bei Comparis.ch, ist das bisherige Angebot überholt: «Ein Internetzugang im Zug sollte heute zur kostenlosen Grundversorgung wie eine Toilette gehören.» Selbst wenn die SBB auch künftig mit WLAN-Zugängen in Zügen verdienen wollen, sollte man die Dienstleistung laut Beyeler «wenigstens guten Kunden wie GA-Besitzern gratis anbieten.» Auch der Zugang in Bahnhöfen müsse kostenlos sein. Wenn dies kleine Cafés anbieten könnten, sollte das auch für die SBB möglich sein, so der Fachmann.
«SBB müssen jetzt hart verhandeln»
Das Problem sei, dass die SBB bisher die Swisscom und ihre Kunden bevorzugt hätten. «Die Kosten für 'normale' Kunden, die kein Swisscom-Abo haben, sind viel zu hoch», sagt Beyeler. Und der Mobilfunkanbieter sei daran interessiert, WLAN-Zugänge zu verkaufen. Auch Hotels und Restaurants würden sich über den Tisch ziehen lassen. Dabei halte sich der Aufwand für die Bereitstellung der Infrastruktur in Grenzen.
«Die SBB müssen bei der WLAN-Frage hart mit der Swisscom verhandeln und notfalls den Partner wechseln», fordert Beyeler. Coop habe bewiesen, dass für Kunden kostenlose Lösungen möglich seien: «In den Restaurants des Detailhändlers werden mittlerweile von Swisscom betriebene Hotspots den Gästen gratis angeboten.» Für Beyeler eine Bestätigung, dass langsam ein Umdenken stattfindet.
Auch bei der Stiftung für Konsumentenschutz ist man überzeugt, dass in der heutigen Informationsgesellschaft WLAN und ein funktionierendes Büro im Zug immer wichtiger werden - auch wenn nicht alle SBB-Kunden ein Bedürfnis nach WLAN hätten. «Wer regelmässig über längere Strecken pendelt – und das sind immer mehr Reisende – ist darauf angewiesen, auch im Zug arbeiten zu können. WLAN-Verbindungen gehören heute dazu», sagt Josianne Walpen gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet.
WLAN im Postauto
Bei einem anderen ÖV-Anbieter ist man schon einen Schritt weiter: So hat die Postauto AG im Juli die Ergebnisse eines viermonatigen Tests präsentiert. In sechs Fahrzeugen im Unterwallis wurde gratis WLAN angeboten. Für das Angebot wurde das UMTS-Netz der Swisscom genutzt. 80 Prozent der Nutzer wählten sich mit dem Smartphone ein, gefolgt von Laptop (14 Prozent) und Tablets (6 Prozent). Pro Monat wurden bis zu 8,5 Gigabyte heruntergeladen. Im Schnitt wurden von einem Nutzer pro Tag 4,5 Megabyte heruntergeladen.
Das Fazit des viermonatigen Tests: Das Interesse der Kunden nach dem Dienst sei auf jeden Fall da, so ein Sprecher. Im Herbst wird entschieden, ob der Service im grösseren Stil umgesetzt wird.
Wie wichtig ist Ihnen WLAN? Welche Erfahrungen machen Sie beim Websurfen im Zug? Schreiben Sie einen Kommentar. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.09.2011, 11:29 Uhr
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65 Kommentare
Juppi, dann können wir auch noch im Zug arbeiten (zusätzlich und länger, ohne Lohnerhöhung natürlich), so dass die Bürgerlichen Filzpolitiker der SVP und FDP noch mehr und noch häufiger noch stärker total überteuerte Flugis kaufen können um bei den "Gegengeschäften" noch fetter und noch häufiger in die eigene Tasche zu kassieren. Antworten
Ich nutze Internet auf jeder Bahnfahrt. Meistens nutze ich allerdings lieber das Handy als Hotspot, solange dessen Datentransferpauschale noch nicht aufgebraucht ist. WLAN im Zug ist erstens oft nicht vorhanden (und es ist nicht vorhersehbar, ob es auf der geplanten Fahrt vorhanden sein wird), und zweitens zu teuer. Ich denke, public Hotspots werden gegenüber direkter G3 an Bedeutung verlieren. Antworten
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