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US-Justiz nimmt Megaupload vom Netz – Hacker schlagen zurück

Aktualisiert am 23.01.2012 138 Kommentare

Die US-Behörden haben die Webseite des Internetdiensts Megaupload geschlossen. Die Verantwortlichen wurden verhaftet. Kurz darauf legte die Hackergruppe Anonymous die Homepage des US-Justizministeriums lahm.

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Nicht mehr online: Die Webseite megaupload.com. (Bild: Keystone )

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Die US-Justiz ist gegen den populären Internet-Speicherdienst Megaupload vorgegangen und hat die Website geschlossen. Die US-Behörden werfen dem deutsch-finnischen Gründer Kim Dotcom und weiteren Firmenverantwortlichen Verstösse gegen Gesetze zum Schutz des Urheberrechts vor.

Der gestern bekannt gegebenen Klage zufolge soll das Unternehmen für einen Schaden von mindestens 500 Millionen Dollar verantwortlich zu sein. Kim Dotcom sowie drei weitere Personen seien gestern auf Veranlassung von US-Behörden in Neuseeland festgenommen worden, teilte das US-Justizministerium mit.

Hacker-Attacke auf US-Justizministerium

Nachdem die US-Behörden die Datentausch-Plattform Megaupload dichtgemacht haben, hat die berüchtigte Hackergruppe Anonymous Vergeltung angekündigt. Sie drohte, unter anderem die Website der Bundespolizei FBI und des Justizministeriums vom Netz zu nehmen.

Tatsächlich waren die Adressen in der Nacht zum Freitag nicht oder nur eingeschränkt zu erreichen. «Anonymous geht auf Rachefeldzug für Megaupload», erklärten die Hacker per Kurznachrichtendienst Twitter.

Zu den anvisierten Zielen gehörten auch die Websites der Plattenfirmen Universal und Warner Music, des Musikindustrie-Verbands RIAA sowie der Filmindustrie-Vereinigung Motion Picture Association of America.

Groteske Anschuldigungen

Die Anschuldigungen, Megaupload fördere massenhafte Urheberrechtverstösse, seien «grotesk überzogen», erklärte das Unternehmen in einer kurz vor der Schliessung auf seinen Internetseiten veröffentlichten Mitteilung.

Die grosse Mehrheit des Datenverkehrs von Megaupload sei legitim. Man wolle aber nicht aufgeben. Wenn die Unterhaltungsindustrie von der Beliebtheit des Dienstes profitieren wolle, sei man zum Dialog bereit. «Wir haben einige gute Ideen. Meldet euch», hiess es in der Mitteilung des in Hongkong ansässigen Unternehmens.

Prominente Unterstützung

Bei Megaupload.com können Nutzer Dateien, die beispielsweise zu gross für eine E-Mail sind, auf einen Server des Anbieters hochladen, wo sie von anderen Nutzern wieder heruntergeladen werden können.

Megaupload ist nicht nur wegen seiner Grösse einzigartig, sondern auch wegen der prominenten Unterstützung, die die Website geniesst. Darunter sind auch Musiker und Produzenten wie Kim Kardashian, Alicia Keys und Kanye West.

Chef ist der Musiker Swizz Beatz, der seit 2010 mit Keys verheiratet ist. Er wird in der Anklage nicht genannt. Megaupload war den Angaben zufolge zeitweise die 13. meistgenutzte Website im Internet. Zuletzt lag sie noch in den Top 100. (wid/rek/sda)

Erstellt: 20.01.2012, 06:34 Uhr

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138 Kommentare

Ursi Brock

20.01.2012, 07:24 Uhr
Melden 82 Empfehlung

Rund um den Globus wird dem Urheberrecht zum Erfolg verholfen. Einmal mehr, ganze Bevölkerungen gegen eine Handvoll Investoren/Aktionäre, den ultimativen Profiteuren der Globalisierung. Antworten


Martin Lerch

20.01.2012, 08:01 Uhr
Melden 53 Empfehlung

Witzlos ist die Schadensmeldung von 500 Millionen Dollar. Wie wollen die das ausgerechnet haben. Im übrigen: Sind die Neuseeländer die Dienstboten der USA? Antworten



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