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Mercedes rüstet Autos mit Internet aus

Von Dieter Liechti. Aktualisiert am 27.01.2010

Der deutsche Autohersteller bringt das mobile Web ins Auto. Bei den Probefahrten in der Region Zürich funktionierte der In-Car-Hotspot bestens.

Praktisch: Ab sofort verwandelt Mercedes die neue E- und S-Klasse zum fahrenden Büro – dank dem In-Car-Hotspot.

Stefan Jermann

WLAN-Router: SIM-Karte rein und surfen.

WLAN-Router: SIM-Karte rein und surfen. (Bild: Stefan Jermann)

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Mit dem Werbespot «Bin ich schon drin oder was?» für den Internetanbieter AOL hat die deutsche Tennislegende Boris Becker 1999 Kultstatus erreicht. Die Frage – «Bin ich schon drin oder was?» – wurde durch seine privaten Aktivitäten immer aktueller und sorgte, natürlich auf dem Internet, für spannende und hoch-emotionale Diskussionen.

Doch die Zeiten ändern sich. Vor ein paar Tagen hat AOL bekanntgegeben, dass sich die US-Firma ganz aus Europa zurückzieht. Alleine in Deutschland sind über 140 Mitarbeiter davon betroffen – Boris Becker nicht. Die Tennislegende hat sich seine damaligen Auftritte vergolden lassen und surft heute längst nicht mehr mit AOL, sondern auf seinem eigenen Promibonus. Und das auf allen Kanälen.

Hotspot für 1599 Franken

Bei so viel Medienpräsenz wird «Bobbele» froh sein, dass Mercedes-Benz das Internet nun endlich voll funktionstüchtig ins Auto holt. So kann die Tennislegende seine zahlreichen Auftritte auch gleich im Auto verfolgen. «In-Car-Hotspot» nennen die Stuttgarter das Zubehör, das sie ab so- fort zum Preis von 1599 Franken (ohne Einbau) für ihre neue E- und S-Klasse anbieten.

Internet im Auto? Klar, das funktioniert auch mit einem USB-Stick am Laptop. Allerdings nicht so bequem und vor allem nicht so schnell und störungsfrei wie mit der Lösung von Mercedes. Dort befindet sich ein Router im Kofferraum, der mit der hochwertigen Aussenantenne des Autos verbunden wird. «Das garantiert auch bei hohen Geschwindigkeiten und sogar in Tunnels einen nahezu optimalen Empfang», versprechen die Stuttgarter Techniker. Und sie verweisen auf einen weiteren positiven Nebeneffekt ihrer neuen Lösung: «Durch die Verwendung der vorhandenen Aussenantenne wird die Abstrahlung im Innern des Fahrzeuges deutlich verringert.»

Und sie halten Wort: Bei den Probefahrten in der Region Zürich funktionierte der In-Car-Hotspot von Mercedes bestens. Egal, ob während des Staus in der City, bei Tempo 120 auf der Autobahn — man blieb drin. Fazit von Testsurfer Markus Cavelti, der mit einem Apple iPhone und einem MacBook Pro in einer neuen E-Klasse mit In-Car-Hotspot unterwegs war: «Das Surfen mit der schnellen HSDPA-Verbindung macht Spass. Ich konnte Songs von iTunes downloaden, Webradio hören und zudem auf www.tagesanzeiger.ch die News quasi live verfolgen. So macht Internet im Auto wirklich Sinn. Vor allem, weil es so einfach funktioniert wie zu Hause oder im Büro.»

Auch Boris Becker, laut eigener Aussage im AOL-Spot «kein Techi», würde das Backhand schaffen: SIM-Karte in den Router im Kofferraum stecken, einmal konfigurieren — und los gehts.

Bis zu 7,2 Mbit pro Sekunde

Der WLAN-Router sorgt dafür, dass der Hotspot immer mit dem besten und stabilsten Netz verbunden ist. Im optimalen Fall ist das HSDPA mit bis zu 7,2 Mbit pro Sekunden, im schlechtesten Falls GPRS mit bis zu 55 kbit pro Sekunde. «Wobei die effektive Übertragungsrate vom jeweiligen Provider und den örtlichen Gegebenheiten abhängig ist», warnt Mercedes.

Aber Achtung: Wer ohne spezielles Datenabonnement surft — z. B. Swisscom Be Free für 169 Franken pro Monat — wird zur Kasse gebeten. Dann ist man viel schneller wieder draussen, als drin. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.01.2010, 08:52 Uhr

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