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Einer geht noch: Auch wenn der Porsche ( 41.82 -1.83%) 911 längst auf der Zielgeraden ist und die Entwickler in Weissach mit dem Nachfolger fast fertig sind, hat Porsche noch eine weitere Spielart des Sportwagens aufgelegt. Schliesslich beherrscht keine Marke das Spiel mit den Varianten so gut wie die Schwaben, und irgendwie müssen sie das Jahr bis zum IAA-Debüt des nächsten Elfers im September ja noch füllen. Deshalb rollte im Frühjahr der neue GTS zu den Händlern. Als Coupé 159?300 und als Cabrio 174?100 Franken teuer, soll er die Lücke zwischen Carrera S und GT3 schliessen, sagt Baureihenchef August Achleitner.
3 Buchstaben und breite Backen
Diese Variante markiert im wahrsten Sinne des Wortes das dicke Ende der Modellplanung. Denn Porsche stülpt die Karosserie von Carrera 4 und Turbo über eine Heckantriebsplattform und spendiert so dem Standard-Elfer wunderbar breite Backen. In Zahlen: Das Heck des GTS geht im Vergleich zum normalen Carrera immerhin fast fünf Zentimeter auseinander. Dazu gibt es für Cabrio und Coupé neue Felgen mit Zentralverschluss im Design des RS Spyder, ein paar kleine Retuschen an Front und Heck und drei Buchstaben, die vielen Kunden einen satten Preisaufschlag wert sind. Immerhin können sie damit zeigen, dass ihr Porsche einer der neuesten ist.
Aber dieser Elfer, der innen einen sportlichen Dress aus schwarzem Leder und grauem Alcantara trägt, bläst nicht ohne Grund seine Backen auf. Sondern natürlich haben die Schwaben auch noch einmal Hand an den Motor gelegt und dem 3,8 Liter grossen Boxer noch etwas mehr Leistung entlockt. Statt 385 hat er deshalb nun 408 PS und rückt so ein gutes Stück näher an den 435 PS starken GT3 heran. Weil die Ingenieure in Weissach zudem ein wenig an der Drehmomentkurve gefeilt haben, erreicht der GTS das Maximum von 420 Nm nun schon bei weniger Touren und kommt deshalb noch flotter in Fahrt: Immerhin ein Zehntel nimmt er dem Carrera S beim Standardsprint ab und schafft Tempo 100 damit im besten Fall – also als Coupé mit Doppelkupplung und Sport-Chrono-Plus-Paket – in 4,4 Sekunden. Ausserdem tönt er dank einer Klappensteuerung im Auspuff sehr viel kerniger, versprechen die Schwaben. Und schneller ist er natürlich auch: Der Handschalter schafft laut Porsche 306 km/h und fährt dem Carrera S so zumindest mit 4 km/h davon.
So schön sich das alles in den Prospekten liest, so wenig kann man davon auf der normalen Strasse spüren. Rennfahrer mögen die Unterschiede in Leistungs- und Drehmomentkurve tatsächlich herausfahren und auch das neu abgestimmte Fahrwerk erkennen, das noch höhere Kurvengeschwindigkeiten erlauben soll. Doch jeder normale Kunde wird den Porsche 911 GTS genau so erleben, wie jeden anderen Porsche 911 auch: als extrem schnellen und ungeheuer präzisen Sportwagen, der viel mehr kann, als man sich selber zutraut – ganz egal, welche Buchstaben noch im Kürzel stehen.
Wie immer, wenn Porsche neue Modelle an den Start bringt, wird es für die Kunden etwas teurer. Schliesslich liegt der Preisaufschlag im Vergleich zum Carrera S auch diesmal bei rund 9600 Franken. Doch August Achleitner hat zum ersten Mal einen Trost parat: Würde man den konventionellen Elfer entsprechend aufrüsten, müsste man dafür «etwas mehr bezahlen», rechnet der Baureihenleiter vor. Und ohne die dicken Backen würde es nicht einmal jemand sehen.
Porsche 911 Carrera GTS
Masse: Länge 4,435 Meter. Breite 1,852 Meter. Höhe 1,3 Meter. Radstand 2,35 Meter. Gewicht: Leergewicht 1515 Kilo. Motor: 3,8-Liter-6-Zylinder-Boxermotor mit 408 PS und 420 Nm Drehmoment. Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe oder 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Fahrleistungen: Spurt von 0 bis 100 km/h in 4,4 bis 4,6 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 306 km/h. Verbrauch: 10,2 bis 10,6 Liter. CO2: 240 - 250 Gramm/Kilometer. Preis: ab 159?300 Franken (Coupé). Infos: www.porsche.ch (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.04.2011, 08:24 Uhr
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