Modisches Selbstvertrauen
Subaru XV
Kategorie: 5-türiger Crossover mit Allradantrieb und mit 5 Plätzen.?
Masse: Länge 4,45 Meter. Breite 1,78 Meter. Höhe 1,57 Meter.
Kofferraum: 380 bis 1270 Liter.?
Motoren: Zwei Benziner mit 114 und 150 PS, ein Diesel mit 147 PS.?
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 9,3 bis 13,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit?von 175 bis 198 km/h.?
Verbrauch: 5,6 bis 6,6 Liter auf 100 Kilometer (offizielle Werksangaben).?
CO2-Ausstoss: 146 bis 160 Gramm/Kilometer.
Preis: noch nicht bekannt.?
Markteinführung: Februar 2012.
?Infos: www.subaru.ch
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Neues hat man von Subaru in letzter Zeit wenig gehört. Und so wirklich Positives auch nicht: Der im Februar lancierte Trezia, in Zusammenarbeit mit Toyota (wo er Verso heisst) entwickelt, konnte als Spätfolge des Tsunami nicht in ausreichender Stückzahl produziert werden – in der Schweiz sind bisher nur 631 Exemplare des Kleinwagens verkauft worden. Überhaupt nicht mehr nach Europa geliefert wird der SUV Tribeca, der die Abgasnormen nicht mehr erfüllt. Und als im Frühjahr die Ankündigung des neuen Impreza an der New York Auto Show endlich wieder neuen Schwung versprach, folgte der nächste Dämpfer: Seine Markteinführung wurde auf Sommer 2012 verschoben.
Eine Weihnachtsüberraschung
Dennoch ist Subaru in diesen Vorweihnachtstagen für eine Überraschung gut. Zwar hat man um die Pläne für einen kompakten Crossover gewusst. Dass die Japaner den XV, an der IAA in Frankfurt im September noch als – allerdings ausgereifte – Studie präsentiert, so schnell auf die Strasse bringen würden, war damals nicht absehbar. Doch jetzt ist es Fakt: Bereits im Februar sollen die ersten Fahrzeuge auch in der Schweiz zum Verkauf bereitstehen. Verschifft worden sind sie laut Werner Bärtschi, Direktor für Marketing und Kommunikation bei Subaru, jedenfalls schon Anfang Dezember.
Und die Erwartungen sind hoch, denn der XV hat gleich zwei Lücken zu füllen. Zum einen soll er die Zeit überbrücken, bis der neue Impreza auf den Markt kommt. Zum anderen, wohl noch gewichtiger, soll er die Lücke schliessen, die sich durch Subarus bisherige Absenz ausgerechnet in jenem Segment aufgetan hat, das wie kein anderes boomt – das der kompakten Crossover. Drei Zahlen verdeutlichen dies: Während der europäische Automarkt in den vergangenen fünf Jahren um rund 15 Prozent schrumpfte, legten die SUV insgesamt um 34 Prozent zu. Im C-Segment der sogenannten Sports Utility Vehicle, jenem der Kompaktklasse, sogar um 113 Prozent.
Angriff auf die Etablierten
Genau da will Subaru mit dem Crossover XV punkten. Und tritt mit grossem Selbstvertrauen gegen die geballte und arrivierte Gegnerschaft von Toyota RAV, Nissan Quashquai, Mitsubishi ASX oder Hyundai ix35 an. Aber auch gegen VW Tiguan, Ford Kuga und sogar Audi Q3 oder BMW X1. Und das mit einem von Grund auf neu entwickelten Fahrzeugkonzept, das laut Subaru «alle Vorzüge eines SUV mit urbaner Handlichkeit und sportlicher Eleganz verknüpft». So jedenfalls wurde der Neuling bei seiner Präsentation vergangene Woche in Florenz angekündigt.
Das macht klar: Bei aller Allradkompetenz, die Subaru schon seit 1979 für sich reklamiert, geht es den Japanern in erster Linie darum, mit ihrem Crossover ebenso trendig zu sein wie die im Segment erfolgreiche Konkurrenz. So sind denn in den robusten Stossfängern und den markanten Kotflügelverbreiterungen auch eher Zierelemente zu sehen als robuster Flankenschutz. Und dass der XV von Subaru gleich um 22 Zentimeter höher gesetzt worden ist, dient dem Lenker oder der Lenkerin wohl eher dazu, im Grossstadt-Dschungel die Übersicht nicht zu verlieren. Und eher nicht, um bei der Fahrt zum Familien-Picknick ausserhalb befestigter Strassen doch einmal ein bisschen auf Abenteurer zu machen.
Fürs wirklich grobe Gelände wären die serienmässigen 17-Zöller mit 225er-Breitreifen allerdings auch kaum das Idealmass. Aber die Räder sehen erstens gut aus. Und sie machen zweitens Eindruck. Und drittens liefert Subaru den XV ja ausschliesslich mit Allradantrieb aus. Für den «urbanen Notfall» sozusagen.
Zumindest in dieser Beziehung leben die Japaner ihre Reputation als 4x4-Spezialist auch mit ihrem Lifestyle-Crossover nach. Obwohl: In der Schweiz hat Subaru seine einst unbestrittene Spitzenposition auf diesem Gebiet nicht nur an Audi verloren, sondern musste (rangmässig in dieser Reihenfolge) auch BWM, VW und Skoda den Vortritt lassen.
Robust, praktisch, sparsam, sicher
Das kann mitunter ein Grund sein, dass Subaru mit der Lancierung des XV bewusst andere Stärken in den Fokus rückt. Seine Agilität trotz robuster Bauweise zum Beispiel. Aber auch sein beachtliches Raumangebot, das ihn zum familientauglichen Fast-Kombi macht: Trotz einer Länge von nur 4,45 Metern bietet er auch für drei Erwachsene auf der Rückbank ausreichend Platz. Dazu kommt ein Ladevolumen von 380 Litern, das sich bis auf 1270 Liter erweitern lässt. Und, natürlich, lassen die Japaner auch ihr ganzes technisches Knowhow spielen, was sowohl die aktive Sicherheit (Vehicle Dynamics Control) als auch die passive Sicherheit (Fussgängerschutz) anbelangt. Neben Allradantrieb, versteht sich.
Den Aspekt «sparsam» deckt die Motorenpalette ab, die – traditionell bei Subaru – aus Boxern besteht. Zur Wahl stehen zwei Benziner und ein Diesel, die ein Leistungsspektrum von 114 bis 150 PS abdecken. Neu ist die Option auf eine stufenlose Automatik und ein Stopp-Start-System, das beim Selbstzünder allerdings nicht angeboten wird. Dennoch ist dieser 2-Liter-Diesel mit seinen 147 PS die beste Wahl. Er hat mit maximal 350 Newtonmeter viel Punch und beschleunigt den knapp 1,5 Tonnen schweren Crossover in 9,3 Sekunden auf Tempo 100. Trotzdem gibt er sich mit 5,6 Litern zufrieden. Bei den beiden Benzinern liegt der Durchschnittsverbrauch laut Subaru bei 6,3 Litern für den 1.6i mit 114 PS und bei 6,6 Litern für den 2.0i mit 150 PS.
Kampfpreis trotz hohem Yen?
Bleibt die Frage nach dem Preis. Eine ganz entscheidende, insbesondere für den Schweizer Markt. Denn will Subaru im kommenden Jahr bei uns 3500 XV verkaufen, was fast 50 Prozent des diesjährigen Volumens der Marke entsprechen würde, so muss ein sehr guter Preis her. Das weiss keiner besser als Werner Bärtschi, der Marketingchef von Subaru Schweiz. Und er tut sich schwer. «Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten können wir die Kunden nicht mit einem Eurobonus locken. Im Gegenteil: Wir müssten beim derzeit hohen und noch immer steigenden Yen-Kurs eher mit einem Malus operieren . . .», so Bärtschi.
Ob es bei dieser Ausgangslage zum angestrebten Kampfpreis kommt, ist offen – und derzeit Gegenstand wenig weihnächtlicher Verhandlungen. Grundsätzlich geht Bärtschi beim heutigen Stand davon aus, dass der neue XV «ein bisschen mehr» als die vergleichbaren Impreza-Modelle kosten wird. Das heisst: Die Preisspanne würde bei etwa 28 000 Franken beginnen und dürfte die 40 000-Franken-Marke für die Top-Version in der höchsten von drei Ausstattungsstufen nicht überschreiten.
Peter Hegetschweiler fuhr den Crossover XV am 7./8. Dezember auf Einladung von Subaru Schweiz in Italien. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 12.12.2011, 21:39 Uhr
Auto
Liveschiff mit Plüsch
Am 1. Juni 2012 gastieren die Berner Oberländer Mundartrocker auf dem Thunersee.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!


