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Bestseller in Bestform

Von Thomas Borowski, Barcelona. Aktualisiert am 21.11.2011

Die sechste Generation der 3er-Reihe von BMW ist besser denn je und bereit für den Dreikampf mit Audi A4 und der Mercedes C-Klasse.

1/5 Am 12. Februar rollt die neuste Generation der 3er-Reihe von BMW...
Bild: BMW

   

BMW 3er

Modell: 4-türige Mittelklasselimousine mit 5 Plätzen.?
Masse: Länge 4624 mm. Breite 1811 mm. Höhe 1429 mm. Radstand 2810 mm.
Kofferraum: 480 Liter.
Motoren: Zwei Benziner mit 245 oder 306 PS (180 / 225 kW) sowie zwei Dieselmotoren mit 163 oder 184 PS (120 / 135 kW).
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h von 5,5 bis 8,0 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit von 230 bis 250 km/h.
Verbrauch: 4,1 bis 7,9 Liter auf 100 Kilometern (offizielle Werksangabe).
?CO2-Ausstoss: 109 bis 186 Gramm pro Kilometer.
Markteinführung: Februar 2012.?
Preise: Für die Schweiz noch nicht festgelegt.
Infos: www.bmw.ch

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«Mit diesem Auto werden wir im Premiumsegment führend sein und den Erfolg der Vorgängermodelle noch übertrumpfen», ist Hans-Peter Arndt überzeugt. Zurückhaltung scheint beim BMW-Produktions-Vorstand nicht angesagt. Schliesslich steht bei den Bayern nichts Geringeres als ihre seit 1975 produzierte und mittlerweile zum Bestseller der deutschen Automarke avancierte 3er-Reihe in der sechsten Generation in den Startlöchern.

Und ihr wird zukünftig viel abverlangt. Denn die fünf bisherigen Jahrgänge haben sich weltweit über 12,5 Millionen mal verkauft. Damit ist der 3er laut Arndt zum meistverkauften BMW-Modell überhaupt geworden: «Der 3er ist unser grösstes Volumenmodell und machte allein 2010 weltweit 32,6 Prozent der gesamten BMW-Verkäufe aus.» Auch in der Schweiz bewegen sich die 3er-Verkäufe auf ähnlich hohem Niveau: 2010 setzte BMW (BMW 66.53 0.54%) Schweiz exakt 4562 Modelle ab, was rund 28 Prozent der Gesamtverkäufe entspricht.

Bis zu 2000 3er pro Tag

Es ist also nur verständlich, dass der neue 3er wieder zum globalen Produkt werden soll, wie Thomas Lehmann, Produktionsleiter des BMW-Werkes in München, erklärt: «Neben München produzieren wir den 3er auch in Regensburg, in Südafrika und in China.» Allein in München können täglich bis zu 1000 Fahrzeuge das Produktionsband verlassen, bei maximaler Auslastung sind es weltweit 2000 Stück. «Vorläufig steht aber nur die viertürige Limousine auf dem Produktionsplan», erklärt Lehmann weiter, «im Herbst 2012 gibt es dann Allradversionen und den Kombi als 3er-Touring, Ende 2012 eine Hybridversion, bevor das Coupé 2013 in Produktion geht und das Cabriolet auf der neuen 3erBasis dann frühestens 2014 folgt.»

Zum weltweit auf den 11. Februar 2012 festgelegten Verkaufsstart müssen sich zukünftige 3er-Käufer vorläufig mit der viertürigen Limousine begnügen. Und damit diese bei der Käuferschaft den Vorzug vor Mitbewerbern wie dem Audi A4 oder der Mercedes-C-Klasse erhält, haben die BMW-Verantwortlichen den neuen 3er nahe an die Perfektion gebaut.

Mehr Schärfe und mehr Platz

Bei der ersten Begegnung fallen seine scharfen Karosserielinien auf, welche die auf über 4,6 Meter gewachsene Limousine mit ihren kurzen Überhängen immer noch sehr kompakt wirken lassen. Trotzdem gibt es im Interieur überall etwas mehr Platz als im Vorgänger. Die scharfen Linien haben die BMW-Designer im Cockpit mit dem sogenannten «Schichten-System» übernommen. Das wirkt auf den ersten Blick unruhig, überzeugt aber durch tadellose Verarbeitung und Funktionalität. Chic sind auch der ans Apple-Design angelehnte, freistehende 6,5-ZollMonitor und die verschiedenen Designextras, wie zum Beispiel geriffeltes Edelholz, Nappaleder oder gebürstetes Alu. Die Gestaltungsextras für innen wie aussen bieten zum Aufpreis von je 1900 Euro die drei Ausstattungslinien Modern, Luxury oder Sport in Hülle und Fülle an. Vor lauter Design und der langen Optionenliste mit allen erdenklichen Assistenzsystemen sollte man sich beim 3er aber nicht vom Wesentlichen ablenken lassen – dem Fahren.

Die Technikabteilung von BMW hat die Kritik am Vorgängermodell und seiner für einige Kunden allzu straffen Fahrwerksauslegung ernst genommen und reagiert: Das neue 3er-Fahrwerk schluckt selbst gröbste Unebenheiten und bietet trotz echter Sportlichkeit sehr viel Komfort. Auf Wunsch lässt sich nun mit dem sogenannten Fahrerlebnisschalter zwischen vier Härtegraden und entsprechenden Kennlinien für das Gaspedal, die Schaltcharakteristik (beim Automaten) und das Lenkverhalten wählen. Damit wird der 3er je nach Gusto zum Spitzensportler oder Anzugträger.

Im besten Fall 4,1 Liter Verbrauch

Als Antriebsvarianten stehen vorläufig vier auf Sparsamkeit getrimmte Motoren im Programm. Der 306 PS starke 6-Zylinder im 335i ist der letzte Vertreter seiner Garde. Alle anderen Aggregate sind modernste 4-Zylinder: im 328i der 245 PS starke Benziner und im 320d der Selbstzünder mit wahlweise 184 oder 163 PS. Letzteren gibt es als Sparversion Efficient Dynamics Edition. Sie soll laut BMW nur 4,1 Liter Diesel auf 100 Kilometern verbrennen und dabei 109 g/km CO2 ausstossen. Auf unseren Probefahrten überzeugten der 328i und der 320d durch ausgesprochene Laufruhe und ein perfektes Zusammenspiel mit dem bei allen Motorisierungen optional erhältlichen 8-GangAutomatikgetriebe. Eine supersportliche M3-Version soll laut den Münchnern noch im kommenden Jahr folgen.

Insgesamt hinterlässt der neue 3er einen bestechenden Eindruck. Er fährt erwachsener, ist minimal geräumiger und optisch eine stattliche Mittelklasselimousine. Fragt sich nur, was so viel Premium kostet. Noch sind die Schweizer Preise nicht bekannt, doch ein Blick zum nördlichen Nachbarn zeigt, dass mit Preissenkungen im Vergleich zum Vorgänger wohl kaum zu rechnen ist. Dessen günstigste Einstiegsversion kostete bei uns bis anhin mindestens 40 900 Franken.

Thomas Borowski fuhr den neuen 3er am 18./19. November auf Einladung der BMW Schweiz AG in Spanien. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 21.11.2011, 19:14 Uhr

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