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Audis Konter

Von Peter Hegetschweiler, Lissabon. Aktualisiert am 05.12.2011

Mit optischem Feinschliff und technischem Fortschritt reagieren die Ingolstädter mit dem A4 auf den neuen 3er von BMW.

1/4 Egal ob als Allroad, ...
Bild: Audi

   

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Auf den A4 lässt Audi nichts kommen. Rein gar nichts. Das Mittelklassemodell ist zwar nicht das Flaggschiff der Ingolstädter, aber seit langem schon ihr Erfolgsgarant. Mehr noch: Audi-Chef Rupert Stadler sieht in ihm sogar «das Rückgrat der Marke». So hat Audi über den A4 den Begriff «quattro» zum Markenzeichen gemacht. Und dafür gesorgt, dass Kombis seit ihrer Einführung 1991 nicht nur als besonders sportlich, sondern vor allem auch als trendig gelten. «Ohne dieses Auto», das gibt der Nachfolger von VW-Konzernchef Martin Winterkorn offen zu, «hätten wir das anvisierte Ziel von einer Million verkaufter Einheiten pro Jahr nicht so schnell erreichen können.»

Und schnell ist tatsächlich schnell: Nur drei Jahre nach seinem Amtsantritt hat Stadler die magische Marke 2010 bereits geknackt. Und wird sie im zu Ende gehenden Jahr schon deutlich übertreffen: Um 300 000 weitere Fahrzeuge, so jedenfalls lautet die Prognose. Auch – und vor allem – wegen des Topsellers A4.

Von BMW herausgefordert

Damit das auch weiterhin so bleibt, lässt Audi nichts unversucht. Einerseits motiviert durch den Umstand, dass eben in diesen Tagen in Ingolstadt der zehnmillionste A4 vom Band gelaufen ist. Nicht ganz zufällig handelte es sich dabei um die 344 PS starke und (mindestens) 85 000 Franken teure S-Version. Anderseits sieht sich die Marke mit den vier Ringen einmal mehr vom Hauptkonkurrenten aus Bayern herausgefordert. BMW legt mit Verkaufsstart am 11. Februar 2012 seinen nicht minder erfolgreichen 3er neu auf. Vorerst zwar nur als Limousine, dafür von Grund auf überarbeitet (TA vom 22. November).

Wie hält Audi – und das mitten im achten Modellzyklus – dagegen? Offiziell nur mit einem Facelift der 1972 und zunächst als Audi 80 lancierten Reihe. Dafür modifizieren die Ingolstädter aber gleich alle Modellvarianten – angefangen bei der Limousine über den Avant und den Allroad bis hin zum S4. Lediglich der sportliche Überflieger der Mittelklassereihe, der RS4, derzeit mit 420 PS am Start, lässt wohl noch bis 2013 auf sich warten.

Mehr als nur ein Facelift

Allerdings greift die Bezeichnung Facelift, wie die Überarbeitung einer Modellreihe im Fachjargon genannt wird, im Fall des A4 zu tief. Denn bezüglich Design ist eigentlich nicht sonderlich viel passiert. Klar, die oberen Ecken beim Singleframe-Grill sind jetzt wie beim A5 und A6 ebenfalls angeschrägt, die kantigen Lufteinlässe haben neue Gitter, das LED-Tagfahrlicht neu die Form einer eleganten Spange. Und auch im Innern gehts vor allem um Feinschliff. Die Dekoreinlagen beispielsweise gibt es auf Wunsch nun auch in der Mittelklasse in geschichtetem Nussbaumwurzelholz, die Lenkräder sind neu gezeichnet worden, die Sitze in Feinnappaleder noch edler. Und, natürlich, bietet die A4-Modellreihe den ganzen Baukasten an hochmodernen Infotainmentsystemen, wie sie selbst im Luxusliner A8 zu finden sind.

Doch der Anspruch von Audi-Chef Stadler, auch bei diesem Zwischenschritt ein Maximum herauszuholen, manifestiert sich beim A4 unter dem Blech. Und dort – mit besonders scharfem Blick auf den neuen 3er-BMW – vor allem bei den Motoren. Denn das von den Müchnern hoch gepriesene Efficient-Dynamics-Konzept, das in der Tat zu bemerkenswert tiefen Verbrauchsund Emissionswerten bei allen Modellreihen von BMW geführt hat, war für Audi dabei die Messlatte. Und die wird von den Ingolstädtern mit ihrer neusten Motorengeneration in der Tat fast erreicht.

170 PS – 134 g CO2 pro Kilometer

Am deutlichsten manifestiert sich dieser technische Fortschritt beim von Audi völlig neu entwickelten 1,8-Liter-Turbo-Benziner. Der 170 PS starke 4-Zylinder mit Innovationen bei der Steuerung der Ventile, der Einspritzanlage und beim Thermomanagement verbrennt im Schnitt nur noch 5,6 Liter und ist damit 22 Prozent sparsamer als der Vorgänger. Auch der CO2 von nur 134 g/km ist für einen so drehfreudigen, sportlichen Benziner bemerkenswert. Sparsamstes Modell ist aber der 2.0 TDI mit 136 PS und einem Verbrauch von 4,2 Litern für die Limousine und 4,4 Litern für den Avant. Die Emissionswerte gibt Audi mit 112 und 115 Gramm CO2 pro Kilometer an. Zum Vergleich: Beim 3er-BMW liegt der Tiefstwert für den 320d als Limousine (mit allerdings 163 PS) bei 4,11 Litern und 109 g/km CO2.

Die Stopp-Start-Automatik und die Bremsenergie-Rückgewinnung sind jetzt bei allen A4-Modellen Serie. Das gilt auch für den überarbeiteten S4, dessen mittels eines Kompressors aufgeladener 6-Zylinder konstant ein Drehmoment von 440 Newtonmetern leisten soll. Trotzdem soll sich der Edelrenner im Schnitt mit 8 Litern auf 100 Kilometer bescheiden.

Mit einem Preis von 86 470 Franken ist der S4 als Avant natürlich der klar teuerste aller 36 in der Preisliste der Amag geführten Modellvarianten. Am günstigsten zu stehen kommt der 1.8 Liter TFSI für 42 900 Franken – allerdings in der schwächeren, nur 120 PS starken Version. Der Verkauf beginnt in der Schweiz analog zum 3er-BMW im Februar 2012.

Peter Hegetschweiler fuhr den neuen?A4 am 30. 11./1. 12. auf Einladung von Audi-Importeur Amag in Portugal. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.12.2011, 18:12 Uhr

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