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Der Sommer kann kommen

Von Thomas Geiger. Aktualisiert am 08.03.2011

Mit vielen neuen Cabrios, Roadstern und offenen Sportwagen machen die Autohersteller Lust auf die Open-Air-Saison.

1/5 Das neue Cabriolet des VW Golf sieht dank dem Verzicht auf den Überrollbügel viel schöner aus als zuvor – kommt im Spätsommer ab 35 000 Franken.
Markus Cavelti

   

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Obwohl sich das Wetter am Wochenende von seiner besseren Seite gezeigt hat, mag man sich bei den herrschenden Temperaturen noch nicht so recht auf die Cabrio-Saison freuen. Dabei beginnt bei den Autohändlern in diesen Tagen die Open-Air-Saison: Pünktlich zum baldigen Frühlingsanfang rollen sie eine ganze Reihe neuer und spannender Roadster und Cabrios in ihre Showrooms.

Am sehnlichsten erwartet wird dabei das neue Golf Cabrio, das VW derzeit auf dem Genfer Auto-Salon vorstellt und nach den Sommerferien terminiert hat. Denn erstens war der Golf über viele Jahre das meistverkaufte offene Auto der Republik. Und zweitens kommt er zu einer Zeit, in der das Angebot in der volumenstarken Kompaktklasse ausgesprochen dünn geworden ist. Schliesslich hat Ford mit dem Wechsel auf die dritte Focus-Generation das Dach dicht gemacht, und auch der offene Opel Astra wird in der jüngsten Auflage nicht mehr angeboten. Immerhin haben die Rüsselsheimer pünktlich zu den ersten Fotos des neuen Golf Cabrios bestätigt, dass ein offener Astra 2013 auf die Strasse rollen soll. Und auch Ford denkt schon laut über etwas Offenes nach – aber ob zwei oder vier Sitze, Stoff- oder Klappdach – das will Baureihenleiter Gunnar Herrmann noch nicht verraten.

Auch der Eos wurde geliftet

Doch ganz so dramatisch ist die Lage der sonnenhungrigen Normalverdiener trotzdem nicht. Schliesslich gibt es ja noch den kürzlich frisch gelifteten VW Eos mit einer neuen Front und ausgedünntem Motorenprogramm und die letzten Exemplare des offenen VW Beetle. Audi verkauft noch ein gutes Jahr lang das A3 Cabrio, und BMW hat pünktlich zum Frühlingsanfang dem 1er mit Stoffdach ein dezentes Facelift spendiert. Und aus Frankreich locken ja noch immer und recht erfolgreich der offene Renault Mégane und der Peugeot 308 CC, der für diesen Sommer ebenfalls ein wenig aufgehübscht und modernisiert wird.

Im Segment darunter spielen die deutschen Hersteller aber eine Nebenrolle: Nur BMW und Mercedes machen hier mit dem offenen Mini und dem Smart Cabrio ein entsprechendes Angebot. Sonst bleibt unter den luftigen Kleinwagen die Wahl zwischen dem charmanten Fiat 500, dem ebenso stürmischen wie unkonventionellen Renault Wind und dem praktischen Peugeot 207 CC. Zwar war immer mal wieder die Rede von einem VW Polo oben ohne – doch da ist offenbar nur der Wunsch der Vater des Gedankens.

Auf einen attraktiven Neuzugang unter freiem Himmel darf sich dagegen die Hautevolee freuen. Denn für die oberen Zehntausend bringt BMW den neuen 6er an den Start und kehrt mit Blick auf den Kalender sogar die übliche Präsentationsreihenfolge um: Nicht etwa das Coupé, sondern natürlich das Cabrio macht ab April zu Preisen ab 122'000 Franken den Anfang. Der neue Sechser wird länger, breiter und flacher und sieht deshalb aus jeder Perspektive athletischer aus. Ausserdem gehen die Leistung in die Höhe und der Verbrauch ein wenig zurück. So ist das alles andere als schwächliche Basismodell mit einem 320 PS starken Sechszylinder nun mit 7,9 Litern zufrieden. Darüber rangiert das 407 PS starke V8-Modell 650i, das 10,7 Liter braucht.

Als ebenso luxuriöser wie sportlicher Viersitzer unter freiem Himmel hat der 6er nicht viele Konkurrenten: Lediglich das neue Maserati Gran Cabrio Sport kann da mithalten und natürlich Virage, den Aston Martin für Genf aus dem Hut gezaubert hat und ab sofort verkauft. Auch der offene Jaguar XK hat vier Sitze, bietet aber trotzdem nicht so viel Platz. Und beim Mercedes-Benz SL fehlt die Rückbank ganz.

SLK mit neuem Schwung

Wer sonst zu viert fahren will, aber zumindest ein bisschen aufs Geld schauen muss, für den bietet die gehobene Mittelklasse derzeit nur eine kleine Cabrio-Auswahl: Die Mercedes-E-Klasse fährt gerade in ihren zweiten Sommer, das 3er-Cabrio von BMW rollt auf die Zielgerade des Generationenwechsels, und für den Audi A5 steht im Sommer ein dezentes Facelift auf dem Plan. Dazu gibt es noch als Gruss aus Schweden den Volvo C70 und aus Amerika die Hoffnung auf den neuen Chrysler 200, der jenseits des Atlantiks in diesem Sommer den ausrangierten Sebring beerbt. Mit ein bisschen Glück und ein wenig Geduld ist dieses Auto bei uns spätestens zur Open-Air-Saison 2012 startklar – dann allerdings als Lancia Flavia, so wie er jetzt auf dem Genfer Salon steht.

Nicht so lange warten müssen Freunde der offenen Zweierbeziehung. Denn bei den Sportwagen für die Sonnenstunden des Lebens weht in diesem Jahr die frischeste Brise. Die erste Bö kommt aus Stuttgart mit dem neuen SLK. Die dritte Generation des Klappdachroadsters startet im März zu Preisen ab 59'900 Franken und will vor allem mit mehr Emotionen und mehr Effizienz punkten (Fahrbericht im «Tages-Anzeiger» vom nächsten Samstag). Der SLK ist aber nicht der einzige Wirbelwind, den Mercedes in Petto hat. Sondern im September auf der IAA gibt auch der SLS Roadster seinen Einstand.

Chevy lässt die Muskeln spielen

Zu den beiden stürmischen Schwaben gesellen sich in diesem Sommer noch eine ganze Reihe weiterer offener Sportwagen. So wird es im Sommer den Ferrari 458 Italia auch als Spider geben, die Freunde des American Way of Drive können sich auf das Camaro Cabrio freuen, und wenn Porsche im Herbst die nächste Generation des 911 als Coupé zeigt, ist das entsprechende Cabrio ohnehin nur noch eine Frage der Zeit. Sind das für 2011 noch immer nicht genug Varianten? Dann bringt vielleicht das Jahr 2012 noch mehr Auswahl – zum Beispiel die nächste Generation des Mercedes-Benz SL, einen trendigen Roadster von Mini oder vielleicht einen Audi A1 mit Faltdach. Gut möglich. Denn die Zukunft für Autos mit freiem Blick zum Himmel ist wie immer: offen! (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.03.2011, 20:12 Uhr

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