US-Flugzeugträger dringt in iranische Manöverzone ein
Aktualisiert am 29.12.2011 157 Kommentare
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Die Drohung Teherans, die für Öltransporte wichtige Seestrasse von Hormus zu sperren, hat zu neuen Spannungen zwischen dem Iran und den USA geführt. Teheran sei entschlossen, seine «vitalen Interessen zu verteidigen», drohte heute der Vizechef der iranischen Revolutionsgarden, Hassan Salami. Die USA warnten, eine Schliessung des Seewegs «nicht zu tolerieren», und liessen offenbar einen Flugzeugträger in die Region einfahren. Sein Land werde «auf Bedrohungen mit Bedrohungen antworten», sagte General Salami nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars. Er hoffe zwar nicht, dass der Iran sich verteidigen müsse. «Wir werden aber mit der grössten Entschlossenheit handeln», sagte Salami.
Die iranische Armee sichtete in der Region um die Strasse von Hormus zuvor nach eigenen Angaben einen US-Flugzeugträger. Wie Admiral Mahmud Moussavi laut Nachrichtenagentur Irna sagte, entdeckte ein Aufklärungsflugzeug das Schiff in einer Zone, in der seit Samstag ein zehntägiges Marinemanöver stattfindet.
Die Marine habe Aufnahmen von dem Flugzeugträger gemacht, die Raketen, Radargeräte und Flugzeuge an Bord des Schiffs zeigten. Der Internetseite des Staatsfernsehens zufolge riet Moussavi ausländischen Streitkräften, Irans «Warnungen ernst zu nehmen» und nicht in das Manövergebiet einzudringen.
USA: Im Voraus geplantes Manöver
Die US-Regierung teilte am späten Mittwoch mit, dass ein US-Flugzeugträger und ein Lenkwaffenkreuzer die Strasse von Hormus in Richtung des Arabischen Meers passiert hätten. Einem Pentagon-Sprecher zufolge handelte es sich um ein im Vorfeld geplantes Manöver, um die Soldaten in Afghanistan zu unterstützen. Die USA drohten Teheran zudem, «jegliche Störungen des Schiffsverkehrs in der Strasse von Hormus» nicht dulden zu wollen. Das US-Aussenministerium kritisierte die iranische Drohung mit einer Sperrung des Seewegs ausserdem als «Versuch, die Aufmerksamkeit von den echten Problemen abzulenken».
Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel ziviler Atompläne an Nuklearwaffen zu arbeiten. Die iranische Führung pocht dagegen auf ihr Recht, im Rahmen des von ihr unterzeichneten Atomwaffensperrvertrags Uran zu friedlichen Zwecken anreichern zu dürfen.
Iran droht mit Blockade
Der Iran hatte am Dienstag mit einer Blockade der Strasse von Hormus gedroht, sollte der Westen neue Sanktionen gegen Teheran beschliessen. Durch die etwa 50 Kilometer breite Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer werden bis zu 40 Prozent der weltweit verschifften Öllieferungen transportiert. Teheran hatte für den Fall eines Angriffs oder eines Exportverbots für sein Öl bereits mehrfach mit einer Blockade gedroht.
Das in der Region stattfindende Manöver ist das bisher grösste in der Geschichte der iranischen Marine. Es erstreckt sich über rund 2000 Quadratkilometer bis in den Indischen Ozean.
Italiens Regierungschef Mario Monti forderte am Donnerstag rasche Sanktionen gegen den Iran, um dessen Gewinne aus dem Ölhandel zu mindern. Die Europäische Union hatte bereits am Mittwoch neue Strafmassnahmen gegen Irans Finanz- und Ölsektor angekündigt, welche die EU-Aussenminister im Januar verhängen könnten. (rub/AFP)
Erstellt: 29.12.2011, 15:50 Uhr
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157 Kommentare
Wenn die Amis ständig allen drohen, in anderen Ländern einmarschieren und völkerrechtswidrige Kriege vom Zaun reissen, wird dies oft von vielen schulterzuckend hingenommen. Wagt aber ein Land wie China oder der Iran Gegenwehr oder stellt sich quer, ist sofort von Kriegsgelüsten und Aggressionen die Rede. Beängstigend, wie gleichgeschaltet wir von der US-Propaganda und deren Lügen bereits sind. Antworten
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