ePaper · Abo · Inserate · Beilagen · Wetter: Interlaken 5°meist klar

Ausland

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Blogs
  • Forum

Merah stand auf US-Flugverbotsliste

Aktualisiert am 22.03.2012

Der mutmassliche Attentäter von Toulouse ist tot. Mohammed Merah starb bei einem Gefecht mit den Spezialeinheiten der Polizei. Experten warnen nun vor weiteren «Einsamen Wölfen».

1/20 Die Spuren der Schiesserei sind gut sichtbar: Ein Polizist des Raid-Kommandos besichtigt die Wohnung von Mohammed Merah in Toulouse. (23. März 2012)
Bild: Keystone

   

(kpn/ami)

  • 23.50 Uhr: Ende der Berichterstattung  

    Zusammenfassung

    Nach einem zermürbenden Nervenkrieg haben französische Elitepolizisten den islamistischen Serienattentäter von Toulouse am Donnerstag erschossen. Bevor er bei einem Fluchtversuch getötet wurde, lieferte sich Mohammed Merah in seiner Wohnung einen heftigen Schusswechsel mit den Beamten, wie Innenminister Claude Guéant mitteilte. Präsident Nicolas Sarkozy bezeichnete den 23-Jährigen als «Monster» und «Fanatiker».

    Die Polizisten drangen am Donnerstag gegen elf Uhr in die Wohnung Merahs im südfranzösischen Toulouse ein. Der algerischstämmige Franzose hatte sich im Bad versteckt und kam laut Guéant «mit äusserster Gewalttätigkeit» um sich schiessend heraus. Dann sei er mit der Waffe in der Hand aus dem Fenster gesprungen. Dabei erschossen ihn laut Staatsanwaltschaft Scharfschützen. Bei dem Schusswechsel wurden laut Polizei 300 Kugeln abgefeuert.

    Merah stand auf Flugverbotsliste

    Merah hatte sich dazu bekannt, im Grossraum Toulouse sieben Menschen getötet zu haben, darunter am Montag drei jüdische Kinder. Laut Staatsanwaltschaft filmte er seine Taten. Merah, der laut Ermittlern 2010 und 2011 in Afghanistan und Pakistan war, gab gegenüber der Polizei an, dem Terrornetzwerk Al-Qaida anzugehören. Eine Al-Qaida-nahe Gruppe bekannte sich zu einem seiner Anschläge. Laut US-Geheimdienstkreisen stand Merah auf einer Flugverbotsliste der USA.

    Die Radikalisierung Merahs begann nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Gefängnis. Merah habe dort begonnen, «eifriger» den Koran zu lesen, sagte Staatsanwalt François Molins. Merah war schon als Minderjähriger mehrfach wegen kleinerer Delikte aufgefallen. Wegen eines Handtaschenraubs musste er zwischen Dezember 2007 und September 2009 ins Gefängnis. Zuletzt wurde er Ende Februar erneut zu einem Monat Gefängnis verurteilt.

    Verschärfte Anti-Terror-Massnahmen

    Eine Frau aus Toulouse hatte Merah vor knapp zwei Jahren zweimal wegen Al-Qaida-Videos angezeigt. Er habe ihrem 15-jährigen Sohn «unerträgliche» Gewaltszenen gezeigt, sagte die Frau, die nicht genannt werden wollte, der Internetausgabe der Zeitung «Télégramme». Merah sei von seinem älteren Bruder Abdelkader beeinflusst worden, der «Kopf» des Duos gewesen und oft ins Ausland gereist sei. Der Bruder wurde am Mittwochmorgen festgenommen. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen gab er an, nichts von Merahs Taten gewusst zu haben.

    Sarkozy kündigte verschärfte Anti-Terror-Massnahmen an, rief zugleich aber auch dazu auf, den Islam und Terrorismus nicht in einen Topf zu werfen. Sein ärgster Konkurrent im Rennen um die Präsidentschaft, der Sozialist François Hollande, warf den Behörden «Versagen» bei der Überwachung Merahs vor. Nach dem Drama von Toulouse gebe es «Fragen», die gestellt werden müssten, sagte er in Aurillac. (AFP)

  • 23.23 Uhr  

    Rund 400 «Einsame Wölfe» in der EU

    Nach Einschätzung des obersten Terrorismus-Experten der EU, Gilles de Kerchove (im Bild), leben rund 400 von Al-Kaida ausgebildete Extremisten in der EU.

    «Wir nennen dieses Phänomen «Einsame Wölfe»», sagte der EU- Koordinator für die Terrorbekämpfung der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. «Wir können davon ausgehen, dass es in ganz Europa um die 400 sind.» Die meisten würden sich in Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, aber auch in Belgien aufhalten.

    Ebenso wie der 23-Jährige Mohammed Merah aus Toulouse, der eine kriminelle Karriere hinter sich hatte, würden diese Verdächtigen «natürlich von den europäischen Geheimdiensten überwacht», sagte de Kerchove.

    Reise in Terrorcamps unter Strafe

    Das Phänomen trete immer häufiger auf, da der Kern der Terrororganisation in den vergangenen drei bis vier Jahren geschwächt worden sei und immer mehr Extremisten nach Europa ausweichen würden.

    Als Gegenmassnahmen setzt de Kerchove auf schärfere Gesetze, die Reisen zur Ausbildung in Terrorcamps unter Strafe stellen. Auch die Auswertung der Daten von Flugpassagieren würde helfen. Zudem sollten die EU-Regierungen besser vorsorgen und zum Beispiel mehr Informationen austauschen, islamistische Webseiten überwachen und radikale Tendenzen in Gefängnissen aufspüren. (sda)

  • 21.41 Uhr  

    Merah stand auf US-Flugverbotsliste

    Der getötete mutmassliche Attentäter von Toulouse und Montauban stand nach Informationen der Nachrichtenagentur AP auf der Flugverbotsliste der USA. Auf der Liste werden Tausende bekannte oder mutmassliche Terroristen geführt, denen es verboten ist, mit einem Flugzeug ins Land einzureisen.

    Der mutmassliche Schütze Mohammed Merah (im Bild) habe sich seit 2010 auf der Liste befunden, sagte ein Vertreter der für Terrorbekämpfung zuständigen US-Behörden. (dapd)

  • 21.35 Uhr  

    Frankreichs Rechte schiesst gegen Sarkozy

    Die französischen Rechtsextremisten haben nach den Anschlägen von Toulouse der Regierung Sarkozy schwere Vorwürfe gemacht.

  • 19.32 Uhr  

    «Voller Erfolg für Sarkozy»

    Präsident Sarkozy darf die Operation in Toulouse als Erfolg werten, sagt Korrespondent Oliver Meiler (im Bild). Und er erklärt, warum Mohammed Merah ein Einzelfall war.

  • 18.45 Uhr  

    Der Leiter der Sondereinheit RAID der französischen Polizei gibt Auskunft. Amaury de Hautecloque (links im Bild, Archivaufnahme) sagt, er habe zum ersten Mal in seinem Leben jemanden gesehen, der zum Gegenangriff übergeht, während seine Truppe selber angreift. «Er wartete mit der Haltung eines Kämpfers, und er hatte eine makellose Entschlossenheit», sagte der RAID-Chef gemäss «Le Monde» schon fast anerkennend.

    Das Apartment habe unter Wasser gestanden, nachdem die Wasserleitung beim ersten Angriff gestern Abend getroffen worden war. «Merah stand in 30 Zentimeter tiefem Wasser», sagte de Hautecloque. Er habe seine kleine Drei-Zimmer-Wohnung zu einer «Kampfzone» ausgebaut. «Alles war verbarrikadiert. Er hatte Aussparungen und Höhlen gebaut.» Das Sonderkommando habe eine klare Vorstellung gehabt, wo sich Mohammed Merah in der Wohnung in Toulouse befand. Dennoch habe man sich nur sehr vorsichtig vorgewagt, weil man zuerst Klarheit haben wollte. «Dann stürmte er uns mit drei 45er-Colts entgegen», berichtet der RAID-Chef.

    Die Polizei habe bis dahin nur nicht-tödliche Munition verwendet. Ich hatte den Befehl gegeben, ihn mit Schock-Granaten ausser Gefecht zu setzen. Aber er schritt weiter voran. Merah habe versucht, seine Männer zu töten, die sich auf dem Balkon verschanzt hatten. «Wahrscheinlich war es einer der Sniper, der ihn dann traf.»

    15 Männer hätten an der Erstürmung der Wohnung teilgenommen, 60 an der ganzen Operation. (rub)

  • 18.30 Uhr  

    Tödlicher Kopfschuss

    Die Leiche des Serienattentäters Mohammed Merah wurde nach Bordeaux gebracht, wo eine Autopsie stattfinden soll. Der Staatsanwalt von Paris, François Molins (im Bild), sagte laut «France Soir»: «Man kann schon jetzt sagen, dass Merah eine kugelsichere Weste trug. Darunter war er mit einer Djellabah (traditionelles nordafrikanisches Gewand) bekleidet, die er in eine Jeans gesteckt hatte.»

    Staatsanwalt Molins sagte auch, Merah sei tödlich von einer Kugel in den Kopf getroffen worden. Die Sondereinsatzkräfte hätten gemäss ersten Erkenntnissen bei dem Schusswechsel in «legitimer Selbstverteidigung» gehandelt. (rub)

  • 18.13 Uhr  

    Radikalisierung begann im Gefängnis

    Mohammed Merah habe im Gefängnis begonnen, «eifriger» den Koran zu lesen, sagte der für Terrorismus zuständige Pariser Staatsanwalt François Molins im südfranzösischen Toulouse. Dies solle aber nicht heissen, dass der junge Mann ausschliesslich wegen seiner Gefängnisstrafen zum gewaltbereiten Islamisten geworden sei. Merah war schon als Minderjähriger mehrfach wegen kleinerer Delikte aufgefallen, darunter Steinwürfe auf einen Bus und Diebstähle. (afp)

  • 17.30 Uhr  

    Anzeige wegen Al-Qaida-Videos

    Eine Frau aus Toulouse hat nach Angaben ihres Anwalts schon vor knapp zwei Jahren zweimal Anzeige gegen den Serienattentäter Mohammed Merah wegen gewalttätiger Al-Qaida-Videos erstattet. Er habe ihrem 15-jährigen Sohn Videos mit «unerträglichen» Gewaltszenen gezeigt, sagte eine Frau, die nicht genannt werden wollte, der Internetausgabe der Zeitung «Télégramme». Ihr Anwalt Eric Mouton bestätigte die Anzeige, die offenbar nicht weiterverfolgt wurde. Er habe nichts mehr davon gehört.

    Merah habe ihrem Sohn Filme von hingerichteten Frauen und Männern mit durchgeschnittenen Kehlen gezeigt. Der spätere Serientäter habe den 15-Jährigen auch geschlagen. Nachdem sie eingeschritten sei, habe Merah auch ihre Tochter und sie selbst geschlagen, berichtete die Frau weiter. Merah sei von seinem älteren Bruder Abdelkader beeinflusst worden, der «Kopf» des Duos gewesen und oft ins Ausland gereist sei. (afp)

  • 17.20 Uhr  

    Zentralrat der Muslime «tief bestürzt»

    Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat sich «tief bestürzt» über die Morde des mutmasslichen Attentäters von Toulouse geäussert. Den Angehörigen und Hinterbliebenen der Opfer gelte «unser tiefstes Beileid», erklärte die Dachorganisation deutscher islamischer Verbände und Organisationen. «Wir fühlen mit ihnen in den Stunden des Schocks und der Trauer.» Zugleich begrüsste der ZMD, dass Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sein Land am Mittwoch bei einem Treffen mit jüdischen und muslimischen Würdenträgern dazu aufgerufen hatte, sich nicht durch Terrorismus spalten zu lassen. Das sei ein «immens wichtiges Zeichen» gewesen, erklärte der ZMD. Es habe gezeigt, dass der Attentäter sein Ziel verfehlt habe, Religionen gegeneinander aufzuhetzen.

    Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, rief zu stärkerer Wachsamkeit gegenüber islamistisch und zugleich antisemitisch geprägten jungen Attentätern auf. «Was sich in Frankreich realisiert hat, droht uns auch in Deutschland schon seit langem», erklärte Knobloch, frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, in München.

    Arbeits- und Perspektivlosigkeit

    In beiden Ländern machten Arbeits- und Perspektivlosigkeit sowie die Suche nach Orientierung junge Leute anfällig für Islamisten, erläuterte Knobloch. Sie verdienten Aufmerksamkeit für ihr «gutes Potenzial». Wer Teil der Gesellschaft sein wolle, müsse auch die Chance dazu bekommen. «Deutschland braucht Konzepte, die verhindern, dass sich junge Menschen bei uns als Verlierer betrachten und unserem zivilisatorischen Konsens wegbrechen», mahnte Knobloch. (AFP)

  • 16.39 Uhr  

    Al-Qaida-nahe Organisation bekennt sich

    Nach dem Tod des mutmasslichen Serienattentäters von Toulouse hat sich eine dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehende Organisation zu einem der Angriffe in Frankreich bekannt. Die Gruppe namens Dschund al-Chilafah (Die Soldaten des Kalifats) forderte Frankreich in einer im Internet veröffentlichten Botschaft auf, seine «feindliche» Politik gegenüber Muslimen aufzugeben.

    Die islamistische Gruppe, die sich in der Vergangenheit zu Anschlägen in Afghanistan und Kasachstan bekannt hatte, stellte ihre Botschaft auf die Website Shamekh, die normalerweise Al-Kaida-Bekennerschreiben veröffentlicht. Darin nannte sie «Jusuf al-Firansi» (Jussuf, der Franzose) als Täter eines Angriffs am Montag, mit dem die Pfeiler «zionistischen Kreuzrittertums» erschüttert worden seien.

    In Toulouse war zuvor der 23-jährige Mohammed Merah von der Polizei getötet worden, der sich zu Attentaten mit sieben Toten bekannt hatte. (AFP)

  • 15.24 Uhr  

    Videos von den Morden aufgetaucht

    Mohammed Merah hat seine Mordtaten tatsächlich auf Video festgehalten. Das gab ein Vertreter der französischen Justiz bekannt. Die Ermittler hätten das Material einsehen können. Der mittlerweile erschossene Verdächtige habe ihnen Hinweise darauf gegeben, wo die Aufnahmen zu finden seien. Die Kamera sei in einer Tasche gefunden worden.

    Gibt es einen Komplizen?

    Ausserdem sucht die Polizei nach Merahs Tod nach möglichen Komplizen. Präsident Nicolas Sarkozy sagte in seiner Ansprache, entsprechende Ermittlungen seien eingeleitet worden. Die Ermittler hatten bereits unter anderem den älteren Bruder Merahs in Polizeigewahrsam genommen.

    Sarkozy rechtfertigt Erschiessung

    Sarkozy verteidigte die Erschiessung Merahs. Es sei «alles getan» worden, um ihn der Justiz zu übergeben. Es wäre aber nicht «nachvollziehbar» gewesen, weitere Leben zu riskieren: «Es gab schon zu viele Tote.» (dapd)

  • 13.33 Uhr – Übersicht  

    Von Scharfschützen erschossen

    Mohammed Merah starb so, wie er es angekündigt hatte: Mit der Waffe in der Hand. Scharfschützen der französischen Polizei haben den mutmasslichen Serienattentäter bei seinem Sprung aus dem Fenster erschossen. Nach Polizeiangaben war der 23-Jährige bereits tot, als er am Boden aufschlug. Getötet worden sei er durch einen Kopfschuss.

    Die Polizei hatte die Wohnung Merahs in Toulouse gegen 11 Uhr gestürmt, in der er sich über 30 Stunden lang verschanzt hatte. Mit Kameras erkundeten die Beamten nach Angaben von Innenminister Claude Guéant jedes Zimmer. Als sie das Badezimmer überprüfen wollten, kam der algerischstämmige Franzose um sich schiessend heraus. Mit der Waffe in der Hand sprang er aus dem Fenster. Dabei soll er weitergeschossen haben.

    Ein Polizist wurde den Angaben zufolge verletzt, zwei weitere erlitten einen Schock. Zunächst war von drei verletzten Polizisten die Rede gewesen. Die Regierung hatte angeordnet, Merah möglichst lebend zu fassen, um diesen vor Gericht stellen zu können. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sagte dazu in einer Ansprache, alle Versuche, Merah lebend zu fangen, seien gescheitert: «Es hat bereits zu viele Tote gegeben.» (sda/dapd/AFP)


    Innenminister Claude Guéant am Ort des Geschehens. (Reuters)

  • 13.23 Uhr  

    «Muslime haben damit nichts zu tun»

    Sarkozy tritt vor die Medien. «Mein erster Dank gilt den Sicherheitskräften. Sie haben alles getan, um den Verdächtigen der Justiz zu übergeben», beginnt er. Dies habe leider nicht geklappt. «Es hat bereits zu viele Tote gegeben.»

    Dann stellt Sarkozy klar: «Das war ein Terrorist. Muslime haben damit nichts zu tun.» Die Franzosen dürften sich nicht zu gefährlichen Verallgemeinerungen hinreissen lassen.

    Ziel der Regierung war es eigentlich gewesen, Merah lebend zu fassen. Sarkozy versprach in seiner kurzen Ansprache nach dem Tod des mutmasslichen Attentäters, jegliche terroristischen Aktivitäten würden in Frankreich aufs Härteste bestraft. Auch müsse man dafür sorgen, dass sich gewalttätiges fundamentalislamisches Gedankengut in den Gefängnissen nicht verbreiten könne. Wichtigstes Ziel müsse aber die Einheit der Franzosen sein. (ami)

  • 12.56 Uhr  

    Die dramatischen Ereignisse von Toulouse wirken sich direkt auf den französischen Präsidentschaftswahlkampf aus. Nicolas Sarkozy hat für 13 Uhr eine Erklärung angekündigt.

  • 12.01 Uhr  

    Innenminister bestätigt Merahs Tod

    Grosse Aufregung unter den versammelten Medien, als Innenminister Claude Guéant den Ort des Geschehens verlässt. Guéant war am Morgen vor der Wohnung Merahs angekommen und während der gesamten Operation anwesend.

    «Gestern Abend beim letzten Kontakt hatten wir keine Zweifel mehr was seine Gefährlichkeit angeht. Wir wussten, dass er den Tod von Polizisten in Kauf nehmen würde. Die Raid stürmten die Wohnung durch die Tür und die Fenster. Wir wussten, dass er sich im Badezimmer versteckt. Als sie dort eindringen wollten, stürmte er heraus und begann wild um sich zu schiessen.»


    Schliesslich sei Merah mit der Waffe in der Hand aus einem Fenster gesprungen. Er sei danach tot am Boden gefunden worden. Die Wohnung soll sich im 1. Stock befunden haben. Gestorben soll Merah durch Schüsse der Polizei sein.

    Die Elitepolizisten waren kurz vor elf Uhr in die Wohnung von Mohammed M. eingedrungen und hatten sich dort langsam vorgetastet. Guéant hatte angeordnet, den 23-Jährigen möglichst lebend zu fassen, um ihn vor Gericht zu stellen.

    Die Polizei- und Geheimdienste hätten ihre Aufgabe wahrgenommen, sagte Guéant bevor er seine kurze Stellungnahme beendete. «Sie haben den Mörder rasch identifiziert und die Sicherheit in Toulouse wieder hergestellt.»

    Staatspräsident Nicolas Sarkozy gratulierte den Einsatzkräften. «Wir denken jetzt besonders an die von dem Mörder Getöteten und Verwundeten», fügte er in einer Erklärung hinzu. Der Staatschef wollte sich gegen 13.00 Uhr in einer Fernsehansprache äussern.

  • 11.36 Uhr  

    Der Serienattentäter von Toulouse ist tot. Dies meldet die Agentur AFP unter Berufung auf Quellen aus der Polizei. Vor rund einer halben Stunde hatte die Polizei mit der Stürmung seiner Wohnung begonnen, wo er sich während über 30 Stunden verschanzt hielt.

    Offenbar leistete der Mann Widerstand: Während mehrerer Minuten waren heftige Schusswechsel mit automatischen Waffen zu hören. Rund 300 Patronen seien insgesamt verschossen worden, schreibt «Le Monde». Bei der Aktion sollen laut Polizei drei Beamte verletzt worden sein, einer davon schwer.

    Zu Beginn seiner Belagerung hatte Merah sich noch zur Aufgabe bereit erklärt. Später hatte er gesagt, er wolle «mit der Waffe in der Hand» sterben. (ami)

  • 11.28 Uhr  

    In einer Live-Übertragung von der umstellten Wohnung Mohammed Merahs waren während mehrerer Minuten heftige Schüsse aus automatischen Waffen zu hören. Ob Mohammed Merah noch lebt, ist unklar. Die Zeitung «La Dépèche» vermeldete bereits seinen Tod.

  • 10.37 Uhr  

    Entscheidender Einsatz beginnt

    Die Polizei hat die Wohnung des mutmasslichen Serienattentäters von Toulouse gestürmt. Mitglieder der Eliteeinheit Raid seien in der Wohnung des 23-jährigen Mannes, verlautete aus Ermittlerkreisen. Man gehe dort «Schritt für Schritt» vor. Bisher gebe es keine Zeichen von Mohammed Merah. Er habe sich nicht gezeigt. Der Einsatz dürfte jedoch «schnell» zu Ende sein, hiess es weiter.

    Beim belagerten Haus des mutmasslichen Attentäters waren laut der Agentur AFP erneut drei Detonationen zu hören. Ein Polizeibeamter bestätigte dies gegenüber der Agentur und sprach von Blendgranaten, die der weiteren Zermürbung des verschanzten Mannes dienten.

    Sterben mit der «Waffe in der Hand»

    Die Polizei hat das Gebäude abgeriegelt, in dem sich der mutmassliche Attentäter verschanzt hat. Unmittelbar vor den Explosionen hatten sich Feuerwehrleute für einen Einsatz vorbereitet. Der französische Innenminister Claude Guéant und der zuständige Staatsanwalt halten sich am Einsatzort auf. Guéant hatte zuvor erklärt, dass der Verdächtige nicht aufgeben will und unklar sei, ob er noch lebe.

    Der Mann, der in den vergangenen Tagen in Toulouse und Montauban drei Soldaten, drei Kinder und einen Rabbiner erschossen haben soll, habe den Kontakt zu den Behörden abgebrochen. Erst hatte er sich gestern Nachmittag ergeben wollen, dann am Abend. Schliesslich schwenkte er auf den Standpunkt, mit der «Waffe in der Hand» sterben zu wollen. (AFP/sda)

  • 8.45 Uhr  

    In Frankreich haben heute verschiedene Zeitungen zu den Anschlägen in Toulouse Kommentare veröffentlicht.

    Die Zeitung «Le Progrès» aus Lyon hinterfragt nach den Anschlägen von Südfrankreich die Logik des Täters: «Der Terrorismus ist schrecklich einfach. Er ist ein makaberes Spiel mit unseren menschlichsten Gefühlen: Angst, Hass, Hoffnung auf den Sieg am Ende des Chaos. Der Terrorismus will mit allen Mitteln Hass erzeugen – und dies oft mit Massakern in den eigenen Reihen. Wir haben das während des Algerien-Krieges gesehen – auf beiden Seiten. Mohammed Merah handelt nach der gleichen Logik: Er hat zuerst drei junge Franzosen getötet, die wie er aus Nordafrika stammten, bevor er jüdische Kinder ermordete.»

    Die Zeitung «La Nouvelle République du Centre-Ouest» aus Tours an der Loire fragt nach dem Hintergrund: «Ein sehr junger Mann, der es schon geschafft hat, nach Afghanistan und Pakistan zu reisen. Der weder einen Beruf hat, noch bekannte Einkünfte. Der Autos mietete oder grosse Motorroller. Der über schwere Waffen verfügte und über mehrere unbekannte Wohnsitze. Dieser Mohamed Merah, hat, so versichert Präsident Nicolas Sarkozy, hat die Republik nicht in die Knie gezwungen. Er hat Frankreich dennoch viel Leid zugefügt. Er soll also eine der vielen Kreaturen des Terror-Netzwerks al-Qaida sein. Und von der terroristischen Krake eine 'Mission' erhalten haben: Den Heiligen Krieg nach Frankreich zu tragen – mit der Erlaubnis, zu morden und Massaker auszuüben. Mit 23 Jahren!»

    «La République des Pyrénées» aus dem südfranzösischen Tarbes befasst sich nach der Trauerfeier für die bei einem Attentat getöteten französischen Soldaten mit der Rolle von Staatschef Nicolas Sarkozy angesichts des Dramas: «Dass Nicolas Sarkozy von seiner Präsidentenstatur profitiert hat, um während der letzten drei Tage die 'Einigkeit der Nation' zu verkörpern, ist logisch. (...) Er hat dies mit allem Ernst und aller Feierlichkeit getan, wie es die 'Arbeit' eines Präsidenten erfordert. Er hat Soldaten der Nation die letzte Ehre erwiesen, die Opfer eines Terroranschlags wurden. (...) Dass er etwas mehr getan hat, als seine Rolle unbedingt erforderte, entspricht dem Temperament eines Super-Präsidenten, der ebenso ein Super-Präsidentschaftskandidat ist.»

  • 08.50 Uhr  

    «Seltsam, dass er nicht reagiert»

    Seit rund 30 Stunden belagern Hunderte von Polizisten das Haus, in dem sich der Todesschütze verschanzt hält. Der 23-Jährige wolle sich nicht ergeben, sagte der französische Innenminister Claude Guéant. Nach seinen Angaben gab es in den vergangenen Stunden keine Gespräche mehr mit Mohamed Mehra.

    «Wir haben während der Nacht keinen Kontakt mit ihm gehabt, alle Hypothesen sind möglich; wir hoffen, er lebt noch», sagte Guéant dem Fernsehsender RTL. Priorität der Polizei sei es, den Mann lebend zu fassen, damit er sich vor der Justiz verantworten muss. Mehra habe erklärt, er wolle mit der Waffe in der Hand sterben.

    «Seltsam, dass er nicht reagiert»

    Mit Blick auf die Zermürbungstaktik der Polizei während der Nacht, bei der auch die Fenster und Türen der Wohnung beschädigt worden waren, sagte Guéant: «Es ist seltsam, dass man kein Lebenszeichen gesehen hat, dass er nicht reagiert hat.» Am Morgen wurden erneut Detonationen vor dem Haus gehört. Augenzeugen berichteten vor Ort, dass sich die Feuerwehr in einer Nebenstrasse offenbar auf einen Einsatz vorbereite.

    Dementi aus Afghanistan

    Der selbst erklärte Gotteskrieger war entgegen ersten Informationen bei seinen beiden Afghanistan-Aufenthalten nicht inhaftiert. Die Regierung der südafghanischen Provinz Kandahar dementierte entsprechende Angaben vehement. «Nach den gesamten Unterlagen der Justiz- und Sicherheitsbehörden in Kandahar haben wir nie einen französischen Staatsbürger namens Mohamed Merah inhaftiert», teilte das Büro des Gouverneurs in der Nacht zum Donnerstag mit. Es widersprach damit Angaben des Direktors des Zentralgefängnisses in Kandahar-Stadt, Ghulam Faruk.

    Faruk hatte gestern gesagt: «Wir haben Dokumente, die zeigen, dass Merah 2007 in Kandahars Zentralgefängnis unter unserer Obhut war.» Dem Häftling sei danach die Flucht gelungen. (sda)

  • Interview  

    «Sarkozy wird davon profitieren können»

    Die Attentate in Toulouse schockieren ganz Frankreich. Der Politologe Jean-Yves Camus schätzt gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet die gesellschaftliche Dimension des Terrors ein. Hier geht es zum Interview.

  • 08.14 Uhr  

    Strom- und Wasserzufuhr gekappt

    Der mutmassliche Attentäter Mohamed Merah verschanzt sich nun bereits seit mehr als 24 Stunden in seiner Wohnung in Toulouse. Die Strom- und Wasserzufuhr wurde gekappt. Die Polizei verfolgt eine Zermürbungsstrategie, um den 24-Jährigen zum Aufgeben zu bewegen. Die Elite-Einheit Raid hat in der Nacht die Fensterläden seiner Wohnung in die Luft gesprengt. Damit verfolgten die Polizisten das Ziel, Merah wach zu halten. Wie der französische Fernsehsender France24 berichtet, hatte die Polizei in der Nacht keinen Kontakt zu Merah. Er weigert sich zu verhandeln. (dapd)

  • Video - 07.30 Uhr  

    Der Nervenkrieg geht weiter


    Mohamed Merah verschanzt sich noch immer in seiner Wohnung. (Video: Reuters)

  • 06.15 Uhr  

    Polizei setzt auf Zermürbungstaktik

    Mit Explosionen vor dem Haus des mutmasslichen Attentäters von Toulouse will die französische Polizei diesen dazu bewegen, sich zu ergeben. Hunderte schwer bewaffnete Polizisten haben das Gebäude des 24-jährigen Verdächtigen umstellt, wo er sich seit den frühen Morgenstunden des Mittwoch verschanzt hält.

    Die Behörden erklärten aber, ein Versuch, die Wohnung zu stürmen, sei nicht im Gange. «So einfach ist das nicht», sagte Staatsanwalt Michel Valet. «Wir warten.» Aus Kreisen des Innenministeriums verlautete, der Verdächtige habe sich nicht an seine vorherige Ankündigung gehalten, sich zu ergeben. Die Polizei habe daraufhin die Fensterläden vor einem Fenster seines Hauses gesprengt, um ihn unter Druck zu setzen, sich doch noch zu stellen.

    Video

    Der französische Fernsehsender France2 veröffentlicht ein Video, dass zeigt, wie der mutmassliche Attentäter Mohamed Merah wild in einem Auto herumrast. (Video: Youtube)

    Derweil sind neue Details zur Tat von Mohamed Merah bekannt: Wie «LeFigaro» berichtet, wollte der 24-Jährige eigentlich einen Soldaten umbringen. Weil er keinen ausfindig machen konnte, schoss er schliesslich auf die Kinder in der Schule von Toulouse.

    Die Polizei hatte das Gebäude in Toulouse seit dem frühen Mittwochmorgen umstellt und sich einen stundenlangen Nervenkrieg mit dem Verdächtigen geliefert. Nach Einbruch der Dunkelheit am Mittwoch kappte die Polizei die Strom- und Gasversorgung des Gebäudes. Auch die Strassenbeleuchtung wurde gekappt, damit der Verdächtige im Falle eines Zugriffsversuchs für Polizisten mit Nachtsichtgeräten besser zu sehen ist. (dapd)

  • Zusammenfassung um 05.00 Uhr  

    Der in einem Haus im südfranzösischen Toulouse verschanzte mutmassliche Serienattentäter hält Frankreich weiter in Atem. Bislang hat der 23-jährige Mohamed Merah nicht aufgegeben, am späten Mittwochabend versuchten die Einsatzkräfte, mit drei heftigen Detonationen den Druck auf ihn zu erhöhen. Wenige Stunden später waren in der Nacht zum Donnerstag erneut eine Detonation und vermutlich Schüsse zu hören. Die drei Explosionen ereigneten sich gegen 23.35 Uhr, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichteten. Zu sehen war auch ein Aufblitzen an der Fassade des Hauses. In den Minuten nach den Detonationen waren keine Schüsse zu hören. Mohamed Merah soll schwer bewaffnet sein.

    Ermittler sagten, den Druck auf den Attentäter erhöhen zu wollen: «Er hat gesagt, dass er sich stellen will, er hat seine Meinung geändert, wir erhöhen den Druck, damit er aufgibt.» Gegen 02.00 Uhr war erneut eine Detonation zu hören, der möglicherweise mehrere abgefeuerte Schüsse vorausgingen, wie AFP-Reporter berichteten.

    Lebendig fassen und verurteilen

    Am Abend hatte Innenministers Claude Guéant gesagt, der Mann wolle sich bald ergeben. Er hoffe, dass eine Erstürmung des Hauses, in dem sich der Mann verschanzt hält, verhindert werden könne. Dieser solle nach Möglichkeit «lebendig» gefasst werden, damit er «verurteilt werden» könne, sagte Guéant.

    Zuvor hatte der Staatsanwalt von Paris, François Molins, gesagt, Merah selbst habe angegeben, «dass er keine Märtyrer-Seele hat, er zieht es vor zu töten und selbst am Leben zu bleiben». Der 23-Jährige bekannte sich laut Staatsanwaltschaft zu den drei Angriffen, bei denen in den vergangenen Tagen in Toulouse und Montauban sieben Menschen getötet wurden, darunter drei jüdische Kinder.

    Merah hält sich seit Mittwoch 03.00 Uhr in der Wohnung verschanzt. Mehrere Versuche, die Wohnung in der Nacht zum Mittwoch zu stürmen, scheiterten: Der schwer bewaffnete Mann schoss durch die Tür auf die Polizisten und verletzte zwei von ihnen leicht. (AFP)

  • 02.20 Uhr  

    Seit den letzten kleineren Detonationen ist es in Toulouse offenbar wieder ruhig geworden. Dies berichtet ein Reporter des französischen Fernsehsenders «BFM». Es habe sich um drei Schüsse und eine Explosion gehandelt.

    Alle Anwohner seien schon am Nachmittag aus dem Haus evakuiert worden, sie würden nun von Psychologen betreut, sagte der Reporter weiter. Es seien aber viele Journalisten vor Ort, die live über die Geschehnisse berichten. Ausserdem haben sich laut 20minutes.fr zahlreiche Schaulustige versammelt.

  • 02.00 Uhr  

    Die neuen Explosionen in Toulouse wurden von der Nachrichtenagentur AFP bestätigt. Laut Berichten von Journalisten sind ausserdem zwei Schüsse zu hören gewesen.

  • 01.50 Uhr  

    In Toulouse hat es nun offenbar weitere Explosionen gegeben, wie der Nachrichtensender CNN berichtet. Laut Reportern waren diese Detonationen weniger heftig als jene kurz vor Mitternacht.

    Bald sind 23 Stunden vergangen, seit die Polizei das Haus des Attentäters in der Rue du Sergent Vigné in Toulouse umstellt hat.

  • 01.25 Uhr  

    Das Nachrichtenportal 20minutes.fr berichtet, die Polizei hätte die Verhandlungen mit Mohamed Merah (Bild) wieder aufgenommen, und zwar im Innern des Hauses. Diese Informationen seien aber noch unbestätigt.

  • 01.00 Uhr  

    Nun ist von offizieller Seite bestätigt worden, dass die Polizei in Toulouse doch nicht mit der Erstürmung des Verstecks des Attentäters begonnen hat. Dies hat das französische Innenministerium laut der Nachrichtenagentur sda berichtet.

    Aus Kreisen des Ministeriums hiess es laut sda, der Verdächtige habe sich nicht an seine vorherige Ankündigung gehalten, sich zu ergeben. Die Polizei habe daraufhin die Fensterläden vor einem Fenster seines Hauses gesprengt, um ihn unter Druck zu setzen, sich doch noch zu stellen.

  • 00.45 Uhr  

    Ein Ende der Belagerung sei in Sicht, sagte eine den Ermittlungskreisen nahestehende Person. Die Nachrichtenagentur afp berichtet, es sei ein Zermürbungskrieg zwischen den Polizisten und dem Attentäter im Gang: Die Einsatzkräfte wollten ihn weiter unter Druck setzen, nachdem sie bereits die Gas- und Wasserleitungen geschlossen hätten.

  • 00.20 Uhr  

    Ermittlerkreise wollen trotz der Explosionen nicht von einer Erstürmung der Wohnung (im Bild) sprechen: «Er (der mutmassliche Serienattentäter) hat gesagt, dass er sich stellen will, er hat seine Meinung geändert. Wir erhöhen den Druck, damit er aufgibt.» Die Detonationen sollten den Attentäter einschüchtern. Dies meldet die Nachrichtenagentur afp.

    Die Explosionen ereigneten sich gegen 23.35 Uhr. Zu sehen war auch ein Aufblitzen an der Fassade des Hauses. In den Minuten nach den Detonationen waren keine Schüsse zu hören, wie die afp-Reporter vor Ort berichteten. Mohamed Merah soll schwer bewaffnet sein.

  • 00.10 Uhr  

    Ein Reporter des Fernsehsenders CNN berichtet, seit den Explosionen und den Blitzen sei es wieder ruhig geworden – niemand wisse, was nun vor sich gehe. Es sei möglich, dass die Polizisten sich im Haus des Attentäters befinden.

    Mohamed Merah habe offenbar beschlossen, sich nun doch nicht ergeben zu wollen. Dies schreibt das Nachrichtenportal der Zeitung «Figaro».

  • 23.50 Uhr  

    Die französische Polizei hat mit der Erstürmung des Verstecks des mutmasslichen Attentäters von Toulouse begonnen. Dies sagte ein Mitarbeiter der französischen Polizei gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Zeuge vernahm lautes Knallen.

    Journalisten der Nachrichtenagentur afp berichten, es habe drei Detonationen gegeben. Um was für Explosionen es sich handelte, war zunächst unklar. Nach Angaben eines Experten könnte es aber ein Versuch der Polizei sein, die Wohnung zu stürmen. Die Nachrichtenagentur dapd schreibt, zeitgleich zu den Explosionen seien orangene Blitze zu sehen gewesen.

  • 23.45 Uhr  

    Inzwischen sind weitere Details zum Hintergrund von Mohamed Merah bekannt geworden. Er sei Mitglied der radikal-islamistischen Gruppe «Forsane Alizza» gewesen, die im südwestfranzösischen Limoges beheimatet war, wie «Focus Online» schreibt. Auch sein Bruder, der zurzeit wegen Verdachts auf «terroristische Umtriebe» in Untersuchungshaft sitzt, habe der Organisation angehört. Ein isolierter Einzeltäter sei Merah also nicht gewesen.

    «Forsane Alizza», zu deutsch «Ritter des Stolzes», habe offiziell ein Kalifat in Frankreich einführen wollen, einschliesslich der Scharia. Es sei eine Gruppe, wie es sie in London, New York und Paris zu Dutzenden gebe, schreibt «Focus Online». Der grosse Unterschied: In Frankreich sei «Forsane Alizza» im Januar verboten worden mit der Begründung, die Gruppe bereite den «bewaffneten Krieg gegen Frankreich» vor. Im Internet tritt sie seither als F.D.M.I. (Force de Défense Musulmane sur Internet – Muslimische Verteidigungskräfte im Internet, Logo siehe Bild) auf. «Focus Online» wirft deshalb die Frage auf, ob die Attentatserie ein Racheakt für das Verbot gewesen sein könnte.

  • 23.15 Uhr  

    «Wir wissen nicht, ob die Polizisten weiter abwarten oder ob sie das Haus bald stürmen werden», sagt ein Reporter des amerikanischen Fernsehsenders CNN. Es gebe nur zwei Möglichkeiten, wie diese Situation ausgehen könne: «Entweder der Attentäter ergibt sich, oder die Polizei wird durchgreifen.»

    Der Reporter sagte ausserdem, die Polizei hätte einen weiteren Wagen mit Waffen sichergestellt. Die Meldung sei von offizieller Seite aber noch nicht bestätigt worden. Die französische Polizei hatte am Nachmittag bereits berichtet, nach einem Renault Clio zu suchen, in dem möglicherweise Waffen deponiert sind. Dieses Fahrzeug sei mittlerweile gefunden worden, berichtet CNN.

  • 22.10 Uhr  

    Laut Berichten des Fernsehsenders BFMTV sind 55 Beamte der Polizei-Einheit Raid zur Verstärkung angerückt. Mehrere Polizisten hätten sich mit schusssicheren Westen ausgerüstet. Ausserdem seien Freunde des Attentäters an den Einsatzort gebracht worden: «Das könnte eine Strategie sein, um ihn dazu zu bringen, sich zu ergeben», schreibt das französische Nachrichtenportal «Le Parisien».

    Der französische Innenminister Claude Guéant hofft weiterhin, dass eine Erstürmung des Hauses, in dem sich der Mann verschanzt hält, verhindert werden kann. Dieser solle nach Möglichkeit «lebendig» gefasst werden, damit er verurteilt werden könne.

    Guéant gab laut der Nachrichtenagentur sda zudem bekannt, dass der Verdächtige bereits im November vergangenen Jahres wegen seiner Aufenthalte in Pakistan und Afghanistan vom französischen Geheimdienst vernommen worden war. Der 23- Jährige habe erklärt, er sei als Tourist unterwegs gewesen.

  • 21.50 Uhr  

    Mohamed Merah habe die jüdische Schule am Montag nur angegriffen, weil er kein geeignetes militärisches Ziel gefunden habe. Dies schreibt die Nachrichtenagentur afp. Laut dem Innenminister Claude Guéant habe er zunächst einen Soldaten attackieren wollen. Nachdem er bei der Suche nach einem passenden Opfer nicht fündig geworden sei, habe er sich schliesslich für die Schule als Ziel entschieden. Beim Angriff hatte Merah drei Schüler und einen Lehrer aus nächster Nähe erschossen.

  • 21.23 Uhr  

    Seit einigen Minuten seien die Lichter rund um das umstellte Haus in der Siedlung Belle Paule in Toulouse erloschen, berichtet die Zeitung «Le Parisien». Laut Reportern vor Ort hat die Polizei-Einheit Raid grosse Scheinwerfer auf das Haus gerichtet.

    Ein Vermittlungsversuch durch eine Person aus dem Umfeld des Attentäters ist zuvor fehlgeschlagen. Dies schreibt die Nachrichtenagentur afp.

  • 21.11 Uhr  

    France2 veröffentlicht Video des mutmasslichen Täters


    Der französische Fernsehsender France2 zeigte ein Video, auf dem der Serien-Attentäter zu sehen sein soll. (Quelle: YouTube)

  • 21.05 Uhr  

    Auf dem französischen Fernsehsender France2 wurden erstmals Bilder des mutmasslichen Attentäters Mohamed Merah veröffentlicht. Laut dem Nachrichtenportal der Zeitung «Le Parisien» stammen die Bilder aus einem Videofilm, den Bekannte des Attentäters dem Fernsehsender zugespielt hatten.

  • 20.50 Uhr  

    Der Serien-Attentäter will sich laut Berichten des Innenministers Guéant erst in der Nacht ergeben, denn das sei diskreter. «Er hat aber bestätigt, sich noch heute zu stellen», sagte Guéant weiter. Mohamed Merah wolle zuvor die Bedingungen seiner Kapitulation verhandeln.

  • 20.40 Uhr  

    Währenddessen werden weitere Details zu den Beweggründen von Mohamed Merah bekannt. Der 23-Jährige sagte, er habe von der al-Qaida zunächst den Auftrag für ein Selbstmord-Attentat erhalten. Diesen habe er aber nicht annehmen wollen – stattdessen erklärte er sich bereit, eine «Mission in Frankreich» durchzuführen. Dies berichtete der französische Innenminister Claude Guéant gegenüber dem Fernsehsender TF1. Merah habe die Anweisungen für das Attentat während seines Aufenthalts in Pakistan bekommen.

  • 20.20 Uhr  

    Die Dinge in Toulouse scheinen in Bewegung zu kommen: Die Reporter vor Ort berichten laut der Zeitung «Le Parisien», dass sich Polizeiautos dem Haus nähern, in dem sich der Attentäter seit den frühen Morgenstunden verschanzt (Bild). «Man spürt, dass ein Angriff vorbereitet wird.»

    Laut der Nachrichtenseite LePoint.fr wurden mittlerweile die letzten Bewohner, die sich noch im Haus befunden hatten, evakuiert.

  • 19.50 Uhr  

    Der Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich hat offenbar wieder Fahrt aufgenommen: Mehrere Vertreter der Partei von Nicolas Sarkozy sollen seinem sozialistischen Herausforderer François Hollande vorgeworfen haben, die Attentate von Montauban und Toulouse für seine Zwecke zu instrumentalisieren und die nationale Einheit zu zerstören. Dies berichtet die Online-Ausgabe der Zeitung «Le Parisien». «Im Angesicht der Tragödie, die unser Land gerade erlebt, sind solche Vorwürfe unpassend», habe der Parteisprecher der sozialistischen Partei Hollandes darauf erwidert.

    François Hollande kündigte laut «Le Parisien» ausserdem an, seinen Wahlkampf morgen wieder aufnehmen zu wollen.

  • Video  


    Im Beisein des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy wurden in Montauban die drei von einem Attentäter getöteten Soldaten beigesetzt. (Quelle: Reuters)

  • Zusammenfassung von 19.00 Uhr  

    Zwei Tage nach dem tödlichen Angriff auf eine jüdische Schule in Toulouse hat die französische Polizei den mutmasslichen Täter aufgespürt. Gegen drei Uhr nachts umstellten Elitepolizisten ein vierstöckiges Haus im Osten von Toulouse.

    Mehrere Versuche, die Wohnung des Tatverdächtigen zu stürmen, scheiterten heute: Der schwer bewaffnete Mann schoss durch die Tür auf die Polizisten und verletzte drei von ihnen.

    «Wir wollen ihn lebend ergreifen»

    Am Nachmittag bereitete sich die Polizei nach eigenen Angaben auf die Erstürmung des Gebäudes vor. Das fünfgeschossige Haus war bis Mittag über das Dach evakuiert worden. Der Verdächtige habe zugesagt, sich zu stellen, sagte der Regionalsekretär der Polizeigewerkschaft, Cedric Delage. Sollte er seinem Versprechen nicht nachkommen, werde die Polizei die Wohnung stürmen.

    «Unser grösstes Anliegen ist es, ihn festzunehmen», sagte Innenminister Claude Guéant. «Wir wollen ihn in einem Zustand festzunehmen, in dem er der Justiz übergeben werden kann. Ihn lebend zu ergreifen - so lautet der Befehl.»

    Der Mann habe sich im Gespräch mit Polizisten zu den drei Angriffen bekannt, sagte Innenminister Claude Guéant. Zudem habe er gesagt, er gehöre zum islamistischen Terrornetzwerk al-Qaida. Als Grund für seine Bluttaten gab er an, er habe «palästinensische Kinder rächen» und die französische Armee angreifen wollen.

    Weitere Anschläge geplant

    Der 23-Jährige habe heute erneut zuschlagen und einen Soldaten töten wollen, sagte der Staatsanwalt von Paris, François Molins, vor Journalisten. Zudem habe er geplant, zwei Polizisten im Raum Toulouse zu töten, die er bereits «identifiziert» hatte.

    «Er bedauert nichts», sagte Molins, der das Alter des Mannes von zunächst 24 auf 23 Jahre korrigierte. Es werde noch ein Auto des Verdächtigen gesucht, im dem sich wahrscheinlich Waffen und Sprengstoff befänden. Ein Motorroller sei ebenso wie eine Kamera gefunden worden. Mehrere Personen aus seinem Umfeld wurden festgenommen.

    Seit drei Jahren unter Beobachtung

    Der mutmassliche Tatverdächtige ist kein Unbekannter: Der französische Geheimdienst hatte den 23-Jährigen, der einer salafistischen Gruppe in Toulouse angehörte und in Afghanistan und Pakistan war, laut Guéant schon seit Jahren beobachtet.

    Laut Staatsanwaltschaft war er bereits einmal in Afghanistan verhaftet worden. Doch habe nichts darauf hingedeutet, dass der Mann einen Anschlag plane, sagte Guéant. (sda/dapd)

  • Bildstrecke  

    Trauer in Israel und Frankreich

    1/7 Feier in Montauban: Die drei getöteten Fallschirmjäger werden im Beisein des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy beigesetzt. (21. März 2012)
    Bild: Reuters

       

  • 18.45 Uhr  

    Für die letzte Woche getöteten Fallschirmjäger fand am Nachmittag in Montauban im Beisein von Staatspräsident Nicolas Sarkozy eine Trauerfeier statt (Bild). Der Präsident sprach dort von einer «terroristischen Hinrichtung». Angesichts der «feigen Morde» rief er zur nationalen Einheit auf. Auch der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande nahm an der Trauerfeier teil.

    Die vier jüdischen Opfer des Attentäters waren zuvor in Jerusalem beigesetzt worden. Auf dem Friedhof Har Hamenouhot versammelten sich rund 2000 Trauernde zum letzten Geleit für die beiden vier und fünf Jahre alten Jungen, ihren Vater und ein siebenjähriges Mädchen. Auch der französische Aussenminister Alain Juppé nahm an der Zeremonie teil. (sda)

  • 18.26 Uhr  

    Mohamed Merah will nicht zum Märtyrer werden. Er ziehe es vor, am Leben zu bleiben und weiter zu töten. Dies berichtet der Staatsanwalt François Molins an einer Pressekonferenz laut der Nachrichtenagentur afp.

  • 17.46 Uhr  

    Der Attentäter hat gegenüber den Ermittlern seine Motive für die Morde bestätigt: Er habe auf das Schicksal der Palästinenser, die Präsenz französischer Soldaten in Afghanistan und das Burka-Verbot in Frankreich aufmerksam machen wollen. Der 23-Jährige sagte laut dem Nachrichtenportal der Zeitung «Le Figaro», er habe keinerlei Verbindung zu in Frankreich bekannten islamistischen Organisationen.

    Der französische Innenminister Claude Guéant berichtete unterdessen, der Attentäter habe Verbindungen zu Personen aus dem Umfeld des Dschihadismus. «Er hielt sich früher in Afghanistan und in Pakistan auf, bezeichnet sich als heiligen Krieger und gehört dem islamischen Terrornetzwerk al-Qaida an», sagte der Innenminister laut «Le Figaro».

  • Video  


    Amateurbilder zeigen, wie schwer bewaffnete Polizeikräfte am Morgen in das Haus eindringen, in dem sich der mutmassliche Attentäter Mohamed Merah verschanzt. (Quelle: Reuters)

  • 17.27 Uhr  

    Der Serien-Attentäter hält sich nun seit ungefähr 14 Stunden in seiner Wohnung verschanzt. «Lang und schwierig» seien die Gespräche, verlautete am Nachmittag aus Ermittlerkreisen. Um die Mittagszeit habe der Mann, der einen «harten» Charakter habe, die Verhandlungen unterbrochen, weil er müde gewesen sei und lesen wollte. Gegen 15 Uhr sind die Gespräche laut Berichten der Nachrichtenagentur afp wieder aufgenommen worden. Die Polizei-Eliteeinheit Raid habe im Laufe des Tages mehrfach vergeblich versucht, in die Wohnung einzudringen, berichtet der Staatsanwalt von Paris, François Molins (Bild).

    Die Ermittler fanden inzwischen den Motorroller, mit dem der Mann nach seinen tödlichen Angriffen in den vergangenen Tagen geflohen war. Es werde aber noch nach einem Renault Clio gesucht, in dem möglicherweise Waffen deponiert worden seien. Dies berichtet die Nachrichtenagentur sda.

  • 17.03 Uhr  

    Der Attentäter bereue es, nicht noch mehr Menschen getötet zu haben. Dies sagt der Generalstaatsanwalt unter Berufung auf Ermittlerkreise: «Er hatte Frankreich noch stärker in die Knie zwingen wollen.» Zudem sagte der 23-Jährige, er habe seine Taten stets allein begangen.

    Wie das Nachrichtenportal der Zeitung «Le Parisien» weiter berichtet, will Mohamed Merah sich im Lauf des Abends ergeben. Am Morgen noch hatte er angekündigt, sich um 14.30 Uhr stellen zu wollen. Die französische Polizei ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen eines bevorstehenden Angriffs auf einen Soldaten gegen den mutmasslichen Serientäter in Toulouse vorgegangen. Dies meldet die Nachrichtenagentur dapd.

  • 16.47 Uhr  

    Inzwischen wurden weitere Einzelheiten zum geplanten Attentat von heute bekannt. Wie «Le Figaro» berichtet, hatte Mohamed Merah beschlossen, einen Soldaten aus Toulouse zu töten. Er hatte sich bereits ein Opfer ausgesucht, wie aus Ermittlerkreisen zu erfahren war. Was bisher über Mohamed Merah bekannt ist, lesen Sie hier.

  • 15.56 Uhr  

    Die Präsidentin des Rats der jüdischen Organisationen Frankreichs (Crif) der Region Midi-Pyrénées, Nicole Yardeni, hat in Toulouse an einem Treffen mit Präsident Sarkozy teilgenommen. Gemäss dem Nachrichtenportal der Zeitung «Le Figaro» berichtete sie, dass Mohammed Merah weitere Attentate auf Soldaten für den heutigen Tag geplant habe. «Er hatte vor, an diesem Morgen zu töten», schilderte Yardeni ihre Informationen zu den Plänen des Attentäters, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Präsident Sarkozy hat Toulouse inzwischen wieder verlassen.

  • 15.30 Uhr  

    Präsident Nicolas Sarkozy ist in Toulouse eingetroffen. Er befindet sich zurzeit in der Kaserne Pérignon (siehe Karte). Diese liegt in der Nähe des Hauses, in dem der Attentäter seit Stunden versteckt ist. In der Kaserne Pérignon wird Sarkozy unter anderem die Verantwortlichen der Polizeiaktion treffen.

  • 14.55 Uhr  

    Auch das französische Präsidialamt und Innenminister Claude Guéant dementieren die Festnahme des sogenannten Motorroller-Phantoms. «Ich dementiere», sagte Guéant zu entsprechenden Medienberichten. Gemäss einem Reporter der französischen Zeitung «Le Monde», der vor Ort ist, wurde zwar in der Nähe des belagerten Hauses in Toulouse tatsächlich ein Mann festgenommen. Es habe sich allerdings um eine andere Person gehandelt, die im Übrigen nichts mit Mohammed Merah zu tun habe.

  • 14.45 Uhr  

    Der mutmassliche Serien-Attentäter von Toulouse, der sich seit letzter Nacht in einem Haus verschanzt hält, hat sich in den vergangenen Jahren zweimal bei der französischen Armee beworben. Im Januar 2008 habe er sich in Lille um seine Aufnahme bei den Bodentruppen beworben, sagte Oberst Bruno Lafitte der Nachrichtenagentur AFP. Er habe alle Tests absolviert, «aber die Überprüfung seiner Vorstrafen hatte eine Ablehnung seiner Bewerbung zur Folge». 2010 habe es Mohammed Merah dann bei der Fremdenlegion im südfranzösischen Toulouse versucht. Dort habe er aber letztlich nicht an den Auswahltests teilgenommen. (vin/afp)

  • 14.35 Uhr  

    Mohammed Merah ist laut französischen Medien festgenommen worden. Der 23-jährige Mann habe sich kurz vor 14.30 Uhr der Polizei gestellt. In der Zwischenzeit ist die Meldung des TV-Nachrichtensenders BFM dementiert worden. Offenbar dauern die Verhandlungen zwischen der Polizei und dem mutmasslichen Attentäter an.

  • 14.15 Uhr  

    Die französische Polizei bereitet sich offenbar auf die Erstürmung des Hauses vor, in dem sich der mutmassliche Attentäter von Toulouse verbarrikadiert hat. Cedric Delage, der Regionalsekretär einer Polizeigewerkschaft, erklärte, der Verdächtige habe zugesagt, sich bis 14.30 Uhr zu ergeben. Wenn das nicht geschehe, werde die Polizei mit Gewalt in das Haus eindringen und versuchen, den Mann festzunehmen. Hunderte Polizisten haben das Haus umstellt. Sie verhandeln seit Stunden mit dem mutmasslichen Täter. (vin/dapd)

  • 13.30 Uhr  

    Mohammed Merah sei ein «sanfter und höflicher Mensch», sagt der französische Rechtsanwalt Christian Etelin in einem TV-Interview mit dem Sender BFM. Etelin kennt den 23-Jährigen seit acht Jahren, er hat ihn mehrmals vor Gericht vertreten. Zuletzt vor einem Monat, weil der Serien-Attentäter ohne Führerausweis ein Auto gelenkt habe. Merah sei mehrmals als Kleinkrimineller aufgefallen, sagt Etelin. Radikal-islamische Ansichten habe er aber nicht bemerkt.

  • 13.15 Uhr  

    Spezialisten der Polizei-Einheit Raid ist es laut Medienberichten gelungen, wieder Kontakt mit dem Attentäter aufzunehmen. Vor etwa zwei Stunden hatte der junge Mann die Verhandlungen mit der Polizei abgebrochen. Die Behörden wollen ihn lebend ergreifen.

  • 13.05 Uhr  

    Auch ein Bruder von Mohammed Merah könnte in terroristische Aktivitäten verwickelt sein, wie das Nachrichtenportal der Zeitung «Le Point» berichtet. So fand die Polizei mehrere Hundert Gramm Sprengstoff in der Wohnung des 27-jährigen Abdelkader Merah, der heute Morgen von der Toulouser Polizei in Gewahrsam genommen wurde. Wie Mohammed ist auch Abdelkader Merah beim französischen Geheimdienst fichiert, weil er einer salafistischen Gruppe angehören soll. Die Bewegung der Salafisten strebt einen islamischen Gottesstaat an, manche Salafisten akzeptieren auch den Einsatz von Gewalt. Der 27-Jährige war nach einem Aufenthalt in Ägypten radikalisiert nach Frankreich zurückgekehrt. Über den jüngsten Bruder der Familie Merah ist bislang nichts Negatives bekannt.

  • 12.50 Uhr  

    Mohammed Merah hat heute Vormittag zwar gesagt, dass er sich am Nachmittag der Polizei stellen wolle. Die Polizei rechnet allerdings auch mit der Möglichkeit, dass sich der meistgesuchte Mann Frankreichs in die Luft sprengen könnte. Gemäss den Beobachtungen eines BBC-Reporters sind alle Gasleitungen im Quartier Croix-Daurade abgeschaltet worden. Ausserdem sei eine Evakuierung der Nachbarhäuser in Gang.

  • Video  


    Die vier jüdischen Opfer des Attentäters von Toulouse sind in Jerusalem beerdigt worden. (Quelle: Reuters)

  • 12.35 Uhr  

    Die Hinweise verdichten sich, dass Mohammed Merah bereits vor den Bluttaten in der Region Toulouse schwere Verbrechen begangen hat. Gemäss einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters sass der junge Mann im afghanischen Kandahar im Gefängnis. Er war Ende 2007 als Bombenleger zu drei Jahren Haft verurteilt. Wenige Monate später gelang ihm die Flucht, nachdem Taliban das Gefängnis in Kandahar angegriffen hatten. Der mutmassliche Attentäter soll nach Kontakten zu einer Salafisten-Gruppe in Toulouse radikalisiert worden sein.

  • 12.20 Uhr  

    Der Nervenkrieg in Toulouse dauert seit mehr als neun Stunden an. «Das Viertel Croix-Daurade ist durchzogen von Strassensperren, überall stehen Polizeiautos, Krankenwagen, die Feuerwehr. Hunderte Polizisten belagern die Rue du Sergent Vigné», berichtet ein Reporter von «Spiegel Online», der vor Ort ist. «Als wir ankamen, wurde noch geschossen», sagt ein Beamter in Zivil. «Es waren 50, 60 Schüsse, schätze ich. Der Täter ist bis an die Zähne bewaffnet.»

  • 12.05 Uhr  

    Der Serien-Attentäter Mohammed Merah ist nicht 24, sondern 23 Jahre alt. Die Behörden haben die Altersangabe korrigiert.

  • 11.55 Uhr  

    Der französische Präsident Nicolas Sarkozy wird sich am Nachmittag nach Toulouse begeben, um sich ein persönliches Bild von der Situation zu machen. In einer Verlautbarung lobt er den «ausserordentlichen Einsatz der Ordnungskräfte», und er drückt sein «tiefes Mitgefühl für die Opfer» aus. Dem Terrorismus werde es nicht gelingen, die französische Nation zu spalten, sagte Sarkozy nach einem Treffen mit Vertretern der jüdischen und muslimischen Gemeinschaft in Paris. Nach seinem Besuch in Toulouse wird der französische Präsident an einer Gedenkzeremonie in Montauban teilnehmen. Dort hatte der Serientäter mehrere Fallschirmjäger erschossen.

    (Reuters)

  • 11.40 Uhr  

    Die Polizei hat das Haus in der südfranzösischen Stadt Toulouse evakuiert, in dem sich der mutmassliche Serien-Attentäter verschanzt hat. Die Bewohner, die seit der Nacht in ihren Wohnungen festsassen, werden nun psychologisch betreut, wie eine AFP-Reporterin berichtet.

  • 11.25 Uhr  

    Der französische Inlandsgeheimdienst DCRI hat den mutmasslichen Serien-Attentäter von Toulouse jahrelang beobachtet. Dabei sei aber nie ein Anzeichen dafür entdeckt worden, dass der Mann ein Verbrechen planen könnte, sagt Innenminister Claude Guéant. Nach den Verhandlungen in den letzten Stunden sei der Kontakt zum 23-jährigen Mann abgerissen. Er spreche nicht mehr mit der Polizei. Spezialisten hatten stundenlang mit dem Mann verhandelt. Die Sicherheitskräfte versuchen, den Mann lebend festzunehmen.

  • Video  

    Interview mit Ebba Kalondo, Chefredakteurin von France 24, über ihr Telefongespräch mit dem mutmasslichen Attentäter.

  • 11.00 Uhr  

    Während die Aktion der Polizei-Eliteeinheit Raid läuft, werden weitere Einzelheiten über Mohammed Merah bekannt. Gegen ein Uhr nachts soll der Mann die Chefredakteurin des Nachrichtensenders France 24 angerufen haben, um sich zu den Angriffen von Toulouse und Montauban zu bekennen. Elf Minuten lang habe der Mann Details seiner Taten geschildert, darunter die Zahl der abgefeuerten Kugeln und den Waffentyp.

  • 10.45 Uhr  

    Die vier Toten des Anschlags von Toulouse sind inzwischen in Jerusalem beigesetzt worden. An dem Begräbnis auf dem grössten Friedhof der Stadt, Har Hamenuchot (Berg der Ruhe), nahmen rund tausend Menschen teil, wie ein AFP-Reporter berichtet. «Der Schmerz ist unerträglich», sagte der israelische Innenminister Eli Jischai. «Das ganze israelische Volk weint.» Parlamentspräsident Reuven Rivlin beschrieb den Anschlag in Toulouse als weiteres Beispiel für den Terror gegen Juden in aller Welt. «Das jüdische Volk steht wilden Tieren gegenüber, die unersättlich und von blindem Hass angetrieben sind. Wir werden ihren Sieg nicht zulassen.» (vin/sda)

  • 10.25 Uhr  

    Gemäss dem Nachrichtenportal der Zeitung «Le Figaro» befindet sich der in Toulouse lebende Bruder des Verdächtigen in Polizeigewahrsam – ebenso dessen Lebensgefährtin, die Mutter sowie zwei Schwestern des Verdächtigen. Ein anderer Bruder, dessen Wohnort nicht bekannt ist, stellte sich heute Morgen der Polizei.

  • 10.10 Uhr  

    Israels Vize-Aussenminister Danny Ajalon würdigt die schnelle Reaktion der französischen Polizei, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Im israelischen Rundfunk bedankte er sich bei seinem französischen Kollegen Alain Juppé, der heute Morgen zur Beisetzung der Opfer von Toulouse nach Israel gereist ist. Er sei überzeugt, dass «der oder die Kriminellen» schnell zur Verantwortung gezogen würden, sagt Ajalon. Der israelische Geheimdienst arbeite mit den französischen Stellen zusammen.

  • 9.50 Uhr  

    Die französische Polizei ist durch eine Reihe von Hinweisen auf den Serientäter von Toulouse gestossen. Informationen des Geheimdienstes hätten zusammen mit denen der Kriminalpolizei zu dem Verdächtigen geführt, heisst es aus Ermittlerkreisen. Es habe zwei Listen mit Verdächtigen gegeben – zu Rechtsextremen und zu radikalen Islamisten. Letztere führte unter anderem über eine Internetadresse zu dem Täter. Das erste Opfer, ein Fallschirmjäger in Zivil, hatte eine Anzeige zum Verkauf seines Motorrades im Internet aufgegeben. Der Täter hatte sein Opfer offenbar darüber ausgewählt. Bei ihren Untersuchungen habe die Polizei die IP-Adresse des Bruders des Verdächtigen ausfindig gemacht.

    Zudem habe der Yamaha-Motorroller vom Typ T-MAX 530 (Bild), der in den Attentaten mit insgesamt sieben Toten in den vergangenen Tagen als Fluchtfahrzeug verwendet worden war, zu dem Täter geführt. Ein Yamaha-Händler in der Region habe berichtet, ihn habe vor einigen Tagen ein Mann aufgesucht, um in Erfahrung zu bringen, wie er die Diebstahlsicherung eines solchen Motorrollers abschalten könne. Die Motorroller sind mit einem Chip ausgestattet, mit dem sie im Falle eines Diebstahles lokalisiert werden können. (vin/afp)

  • 9.30 Uhr  

    Jetzt ist der vollständige Name des mutmasslichen Serientäters bekannt. Er heisst Mohammed Merah. Was bisher über ihn bekannt ist, lesen Sie hier.

  • 9.15 Uhr  

    Ein «Figaro»-Journalist berichtet, dass es in der Nähe des von der Polizei belagerten Gebäudes eine laute Explosion gegeben habe. Offenbar sollen Spezialkräfte der Polizei ein Auto in die Luft gesprengt haben. Dabei handelt es sich um ein Fahrzeug des Verdächtigen, in dem mehrere Waffen deponiert waren.

  • Video  


    Polizisten sind bei einer Razzia auf einen Mann gestossen, der dringend tatverdächtig ist, den Anschlag auf die jüdische Schule verübt zu haben. (Reuters)

  • 9.05 Uhr  

    Innenminister Claude Guéant (Bild) erklärt, dass der verdächtige Mann mehrere Waffen in seiner Wohnung habe. In der Zwischenzeit habe er eine Pistole aus dem Fenster geworfen. Im Gegenzug habe er ein Kommunikationsmittel verlangt. «Er besitzt weitere Waffen, darunter eine Kalaschnikow, eine Uzi und diverse Faustfeuerwaffen», sagt Guéant. Von Interesse ist insbesondere diese Information: «Er wird sich am Nachmittag stellen», sagt Guéant. Im weiteren erklärt der Innenminister, dass die Polizei den 23-jährigen Mann lebend ergreifen wolle. Der Verdächtige soll von der Polizei befragt und vor Gericht gestellt werden. Gemäss Medienberichten wurde er am Montagnachmittag, also wenige Stunden nach dem Anschlag auf eine jüdische Schule, als möglicher Täter identifiziert. «Dieser Mann hat bereits mehrere Straftaten auf französischem Boden begangen, einige mit Gewalt (...)», sagt Innenminister Guéant. «Er spricht viel, er ist dabei, seinen gesamten kriminellen Weg zu erzählen.»

  • 8.45 Uhr  

    Der TV-Sender BFM berichtet, dass die Polizei zwei Brüder des Verdächtigen festgenommen habe.

  • 8.15 Uhr  

    Im Wohnblock, wo sich der 23-Jährige verschanzt hat, befinden sich immer noch andere Menschen. Medien berichten über Bewohner, die sich in ihrer Wohnung versteckt halten und auf Hilfe warten. Schüsse hatten die Bewohner des Viertels im Osten von Toulouse gegen drei Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen. «Ich habe sofort an den Serienmörder gedacht», schildert der 55-jährige Roland seine Reaktion. «Es ist erschreckend, dass er nebenan war, vielleicht bin ich ihm sogar begegnet», sagt die 24-jährige Julie Verdier laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP.

  • 7.55 Uhr  

    Die Verhandlungen der Eliteeinheit Raid mit dem verschanzten Mann sind weiterhin in Gang. Er rede sehr viel und sei sehr wirr, berichten Medien. Dabei habe der Mann gesagt, dass er sieben Menschen umgebracht habe.

  • 7.30 Uhr  

    Die TV-Station France 24 berichtet, dass der 23-Jährige bereits zwei Tage nach den Morden an den drei Soldaten in Montauban vom 15. März als Verdächtiger galt. Der mutmassliche Attentäter ist laut Medienberichten wegen kleiner Delikte seit Jahren bei der Toulouser Polizei bekannt.

  • 7.15 Uhr  

    Der französische Präsident Nicolas Sarkozy habe gestern Abend um 22 Uhr den Einsatz der Polizei-Eliteeinheit Raid angeordnet, berichtet der TV-Sender RTL. Als die Aktion diese Nacht um 3 Uhr begonnen habe, sei Sarkozy benachrichtigt worden. Seither wird der französische Präsident von den Spezialkräften vor Ort über die Geschehnisse in Toulouse laufend informiert. Je nach Verlauf der Aktion wird sich Sarkozy nach Toulouse begeben.

  • 6.30 Uhr  

    Das Nachrichtenportal der Zeitung «Le Figaro» berichtet über Details, wie der Verdächtige ausfindig gemacht werden konnte. Offenbar hatte sich der Bruder des 23-Jährigen bei einem Yamaha-Vertreter über die Ausleihe eines Scooters informiert. Danach habe der Mann die Polizei informiert. Über die IP-Adresse des Bruders konnte schliesslich die Adresse des Verdächtigen ausfindig gemacht werden.

  • 5.50 Uhr  

    Auch die Mutter des Verdächtigen ist zum Ort des Einsatzes, dem Toulouser Viertel Croix-Daurade, gerufen worden. Sie habe aber nicht mit ihrem Sohn sprechen wollen und dies damit begründet, dass sie kaum Einfluss auf ihn habe. Weiter hiess es, der Verdächtige sei bereits im Zusammenhang mit den Angriffen in Toulouse und Montauban im Visier der Fahnder gewesen. Dann habe die Kriminalpolizei mit einer «sehr wertvollen» Information die Ermittlungen ein wichtiges Stück vorangebracht. Nach Angaben von Innenminister Guéant wurde auch der Bruder des Verdächtigen festgenommen.

  • 5.40 Uhr  

    France Info berichtet unter Berufung auf Innenminister Guéant, der Verdächtige habe beim Zugriff der Raid durch seine Wohnungstür geschossen. Ein Beamter sei am Knie verletzt worden, ein zweiter erlitt einen Streifschuss. In Verhandlungen, die ihn zur Aufgabe bewegen sollten, habe der Mann viel über sein Engagement für den Dschihad gesprochen. Der Verdächtige zählt offenbar zu «den Leuten, die aus Kampfgebieten zurückkommen und die Geheimdienste beunruhigen».

  • 4.50 Uhr  

    Der französische Innenminister Claude Guéant (Bild), der sich vor Ort befindet, sagt, drei Polizisten seien verletzt worden. Der Mann sei Franzose und sage, dass er al-Qaida angehöre. Den Behörden sei bekannt, dass er einige Zeit in Afghanistan und Pakistan verbracht habe. Der Verdächtige wolle «Rache für die palästinensischen Kinder nehmen», die im Nahen Osten getötet worden seien. Darüber hinaus sei er wütend wegen der französischen Militäreinsätze im Ausland. Auch der Bruder des Mannes sei festgenommen worden.

  • 4.10 Uhr  

    Der Verdächtige hat offenbar keine Geiseln genommen, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittler berichtet. Das Quartier Croix-Daurade in Toulouse ist inzwischen sehr weiträumig abgesperrt. Die Polizei verwendet Infrarot-Scans, um Menschen im Gebäude zu lokalisieren.

  • 3.45 Uhr  

    Aus Ermittlerkreisen verlautet nach Informationen des Senders France Info, man sei sehr zuversichtlich, dass der Verdächtige der Todesschütze von Toulouse sei. Ausser mit den Schüssen vor der jüdischen Schule wird er mit Mordanschlägen auf drei Fallschirmjäger in Verbindung gebracht.

  • 3.00 Uhr  

    Nach den Todesschüssen von Toulouse hat ein Einsatz der Polizei-Eliteeinheit Raid in der südfranzösischen Stadt begonnen. Offenbar verschanzt sich ein Verdächtiger in einem Haus im Toulouser Viertel Croix-Daurade. Gemäss Medienberichten heisst der mutmassliche Attentäter Mohammed, er ist 23 Jahre alt und algerischer Herkunft.

Erstellt: 22.03.2012, 23:49 Uhr

Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

Mögen Sie die Musik von Peter, Sue & Marc?