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Niinistö siegt bei Finnlands Wahl der Moral

Aktualisiert am 05.02.2012

Der konservative Sauli Niinistö wird neuer Präsident von Finnland. Im Vorfeld der Wahlen war eine angeregte Debatte über die Homosexualität des unterlegenen Konkurrenten Pekka Haavisto entstanden.

1/4 Ein vehementer EU-Befürworter: Sauli Niinistoe nach der gewonnen Wahl (5. Februar 2012)
Bild: AFP

   

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Der Konservative Sauli Niinistö wird neuer finnischer Präsident nach 30 Jahren mit sozialdemokratischen Staatsoberhäuptern. Bei der Stichwahl gegen Ex-Umweltminister Pekka Haavisto von den Grünen gewann der 63-jährige Ex-Justiz- sowie Finanzminister und frühere Parlamentspräsident erwartet klar.

Er kam nach Auszählung der Briefstimmen auf 65,4 Prozent gegenüber 34,6 Prozent für den zehn Jahre jüngeren Haavisto. 36 Prozent der 4,4 Millionen Stimmberechtigten hatten in dem nordeuropäischen Land per Brief abgestimmt.

Nachfolger von Halonen

Niinistö hatte schon den ersten Wahlgang mit acht Kandidaten klar gewonnen, die erforderliche absolute Mehrheit dabei aber nicht erreicht. Er löst die Sozialdemokratin Tarja Halonen ab, die nach zwei Amtszeiten seit dem Jahr 2000 nicht erneut kandidieren konnte.

Der sozialdemokratische Kandidat für die Nachfolge, Ex- Regierungschef Paavo Lipponen, war in der ersten Runde sang- und klanglos mit 6,7 Prozent ausgeschieden.

Trotz des klaren Vorsprungs für Niinistö stuften Kommentatoren in Helsinki Haavistos Erfolg mit dem Erreichen der Stichwahl und auch dem Abschneiden dabei einhellig als grossen Erfolg ein. Der mit einem Coiffeur aus Ecuador in registrierter Partnerschaft zusammenlebende Grünen-Politiker bekannte sich im Wahlkampf ebenso eindeutig wie Niinistö zur EU und zum Euro.

«Ich habe das Gefühl, alles getan zu haben, was ich konnte, und einen guten Wahlkampf geführt zu haben», sagte Haavisto bei der Abgabe seines Stimmzettels am Vormittag. Er äusserte zugleich die Hoffnung, dass die Sonne trotz der Kälte zahlreiche Wähler an die Urnen bringen werde. In der ersten Runde lag die Wahlbeteiligung bei 73 Prozent.

«Moralischer Zerfall»

Angesichts des Mangels an politischen Differenzen sorgte im Wahlkampf vor allem die Homosexualität vor Haavisto für Debatten. Während seine Partnerschaft mit dem Ecuadorianer von manchen als Beweis für Haavistos Offenheit und Liberalität gewürdigt wird, sehen ältere und traditionellere Wähler darin eher ein Zeichen von «moralischem Verfall».

Haavisto selbst erklärte, dass ein homosexueller, vegetarischer und ökologisch gesonnener Präsident manchem seltsam erscheinen könnte. Zwar ist ihm die Unterstützung linker und liberaler Wähler sicher, doch für seine Wahl dürfte dies nicht reichen. (mrs/sda)

Erstellt: 05.02.2012, 20:14 Uhr

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