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Der Weg des Pferdefleischs in die Schweiz

Aktualisiert am 14.02.2013

Im Zentrum des europaweiten Skandals um Pferdefleisch, das auch in der Schweiz in einer Tiefkühl-Lasagne von Coop entdeckt wurde, stehen mehrere Firmen. Ein Überblick.

1/18 In Tschechien wurde 760 Kilogramm der Ware zurückgerufen: Die Ikea-Fleischbällchen.
Bild: Ikea

   

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Jeden Tag kommen neue Details im europaweiten Skandal um Pferdefleich in Tiefkühlprodukten an die Öffentlichkeit. Mehrere Unternehmen in Frankreich, Zypern, den Niederlanden und Rumänien sind involviert.

Bislang ist noch unklar, wer das aus Rumänien stammende Pferdefleisch so umetikettierte, dass es am Ende als Rindfleisch in den Supermarkt-Regalen landete.

Rumänien: Zwei Schlachthäuser wurden in Rumänien infolge des Skandals inspiziert. Rumäniens Regierungschef Victor Ponta hob danach hervor, dass es keinerlei «Unregelmässigkeiten» in Rumänien gegeben habe. Im Schlachthaus Doly-Com im Norden des Landes versicherte Direktor Iulian Cazacut, dass die europäischen Vorschriften immer eingehalten worden seien und dass Pferdefleisch auch tatsächlich als Pferdefleisch verkauft worden sei. Er habe sich auch beim zyprischen Zwischenhändler erkundigt, der ihm versichert habe, auch er habe das Produkt immer als Pferdefleisch ausgezeichnet.

Zypern: Über den Zwischenhändler auf Zypern wurde das tiefgefrorene Pferdefleisch laut französischen Behörden nach Frankreich geliefert. Am Pranger steht vor allem die Firma Draap Trading auf Zypern des Niederländers Jan Fasen. Dieser war wegen betrügerischer Etikettierung von Pferdefleisch bereits im Januar 2012 in den Niederlanden zu einer Haftstrafe von einem Jahr, davon drei Monate auf Bewährung, verurteilt worden. Damals hatte er Pferdefleisch als Halal-Rindfleisch - also geschlachtet nach islamischen Regeln - verkauft. Der Firmenname «Draap» ist die Umkehrung von «Paard» - auf holländisch «Pferd».

Niederlande: Die Firma Draap hatte auf Zypern aber offenbar nur eine Art Briefkasten-Niederlassung, wie die zyprischen Behörden mitteilten. Das Pferdefleisch wurde also de facto über ein niederländisches Lagerhaus von Draap geliefert. Die niederländische Lebensmittelaufsicht inspizierte am Mittwoch ein Fleisch-Lagerhaus in Breda im Südwesten. Der Chef des Kühlhauses bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass Draap dort Kunde sei. Insgesamt würden dort 150 Tonnen Pferdefleisch gelagert, «alle als Pferd etikettiert». Auch Draap-Chef Fasen versicherte der Zeitung «Guardian»: «Das wurde als Pferdefleisch verkauft.»

Frankreich: Das Pferdefleisch importierte die Firma Spanghero im südwestfranzösischen Castelnaudary. Der Betrieb, der Fleisch etwa zu Hamburgern und Würsten verarbeitet sowie Fertiggerichte herstellt, macht seine Lieferanten für den Skandal verantwortlich. Ausdrücklich erklärte die Firma, sie habe «keine Geschäftstätigkeit zum Kauf, Wiederverkauf oder der Verarbeitung von Produkten auf der Basis von Pferdefleisch». Nicht erklären konnte der Betrieb am Donnerstag eine Lieferrechnung für Spanghero mit dem Zahlencode für Pferdefleisch, die die Zeitung «Le Parisien» abdruckte.

Deutschland und Schweiz: Spanghero lieferte Fleischprodukte an die luxemburgische Tochter Tavola der französischen Firma Comigel in Metz, die auf Tiefkühl-Produkte spezialisiert ist und daraus zum Beispiel Rindfleisch-Lasagne für internationale Marken herstellt. Comigel beliefert aber auch deutsche Supermarkt-Ketten oder den Schweizer Detailhändler Coop mit Produkten, die dann unter Eigenmarken vertrieben werden. Das ostfranzösische Unternehmen, das in 16 Länder liefert, sieht sich als Opfer eines Betruges und hat Anzeige angekündigt. (wid/mw/sda)

Erstellt: 14.02.2013, 20:52 Uhr

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