Die Taliban planen die Machtübernahme
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Die radikal-islamischen Taliban gehen nach einem geheimen US-Militärbericht davon aus, dass sie künftig wieder Afghanistan beherrschen werden. «Wenn die Isaf keinen Einfluss mehr hat, sehen die Taliban ihren Sieg als unabwendbar an», zitierte die «Times» aus dem Bericht. Bei ihren Aktionen gegen die internationale Schutztruppe Isaf würden die Taliban zudem vom pakistanischen Geheimdienst ISI unterstützt.
Ein Sprecher der Isaf bestätigte die Existenz des Berichts, aus dem zuvor die britische Zeitung «Times» und der Sender BBC zitiert hatten. Es handle sich aber nicht um eine strategische Studie. Das Dokument sei eine Zusammenstellung von Ansichten, die von inhaftierten Taliban-Kämpfern geäussert worden seien. «Das ist keine Analyse und sollte auch nicht als Analyse verstanden werden», sagte der Sprecher.
Politischer Schlag
Eine Rückkehr der Taliban nach dem Abzug der Isaf wäre ein politischer Rückschlag für die internationale Staatengemeinschaft, die Milliarden dafür ausgegeben hat, die Taliban zu stürzen und ein demokratisches System in dem Land zu etablieren. Die internationalen Truppen sollen bis 2014 aus Afghanistan abziehen.
Die Taliban sehen sich selbst offenkundig in einer starken Position. Kurz nach dem «Times»-Bericht erklärte ein Sprecher der afghanischen Taliban, sie hätten mit der internationalen Gemeinschaft und «insbesondere mit den Amerikanern» keine Friedensverhandlungen vereinbart.
Vor solchen Verhandlungen müssten ohnehin erst vertrauensbildende Massnahmen stehen, erklärte Sabihullah Mudschahid. Die Taliban fordern die Freilassung von fünf ihrer Mitglieder, die sich in der Hand der Amerikaner befänden.
Taliban dementieren Verhandlungen
Die Taliban dementierten auch Presseberichte über Gespräche mit der afghanischen Regierung in Saudiarabien. Solche Konsultationen seien nicht geplant, hiess es. Die in dem Bericht genannte Unterstützung der afghanischen Taliban durch den Geheimdienst ISI wurde von der pakistanischen Aussenministerin als bedeutungslos abgetan. «Das ist alter Wein in noch älteren Schläuchen», sagte Hina Rabbani Khar bei einem Besuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul.
Dieser Besuch sollte dazu dienen, die Ressentiments zwischen beiden Staaten abzubauen. Die Nachbarn sollten sich nicht immer gegenseitig für die Belastungen in den Beziehungen verantwortlich machen, sagte Khar.
(jak/sda)
Erstellt: 01.02.2012, 21:32 Uhr
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